Ich muss mal etwas die letzten Wochen der Semesterferien (jaaa, da steckt nun Sarkasmus in der Zeile) aufarbeiten.
Meine Vordiplomsarbeit ist geschrieben.
Eckdaten: Ein Deckblatt, zwei Seiten mit insg. drei Gedichten von Hans Manz, fünf Seiten Literaturverzeichnis, Inhaltsverzeichnis und 42 Seiten reiner Text.
Thema: „Sprache in den außerschulischen Bildungs- und Erziehungsplänen in Deutschland“
Die letzten sieben Tage waren der absolute Horror. Ich war eigentlich schon am Dienstag/Mittwoch fertig mit der Arbeit. Es fehlten nur noch Kleinigkeiten, eine Rechtschreibkorrektur und das Inhaltsverzeichnis. Ich habe es daraufhin sechs Leuten zum lesen gegeben:
Einer Erzieherin, einer Deutschlehrerin, einem Beamten, einer Giftmischerin, noch einer Erzieherin und einem Techniker.
Anders formuliert:
Vier Frauen und zwei Männern
Oder:
Zwei Leuten in Berlin, einer aus (der Nähe von) Frankfurt, einem aus Köln, einer aus (der Nähe von) Nürnberg und einer Frau, welche nun in Australien wohnt.
Bzw.:
Meiner Mama, drei Freunden bzw. Freundinnen, zwei Bekannten.
Daraufhin hab ich wieder umgeschrieben, neu formuliert, Fehler verbessert, (alte Änderungen wieder neu verändert) und die Arbeit inhaltlich und sprachlich abgerundet.
Dann war es Donnerstagabend. Alles schien super. Das Literaturverzeichnis hatte ich schon Tage vorher fertig, also wirklich nur noch das Inhaltsverzeichnis – dachte ich.
Gebraucht habe ich dafür bis 3:00 Uhr nachts, wie man hier nachlesen kann. Schlafen konnte ich dann natürlich auch nicht sofort.
Das hieß, ich war völlig übermüdet, als um 7:00 Uhr in der Frühe wieder mein Wecker klingelte. Aber da bekam ich dann, wegen der Zeitverschiebung, die letzten Korrekturanmerkungen aus Australien. Also habe ich das auch noch auf- und eingearbeitet. (An der Stelle: Vielen, lieben Dank an die ganzen lieben Korrekturleser und –leserinnen!)
Um 9:00 Uhr war ich also bereit, es kurz auf CD zu brennen und zum Copyshop zu gehen. Klang gut, denn dann wollte ich wieder ins Bett, schließlich musste dringend mal Schlaf nachgeholt werden. Aber so schnell sollte das nichts werden…
Mein CD-Laufwerk des Laptops streikte, nichts ging. Die CD wurde nicht erkannt, keine Chance. Nach etwa 90 Minuten gab ich es auf, schickte mir selbst alles per Email und fuhr in die Unibibliothek um es dort zu brennen. Dort angekommen muckte der Computer etwas, aber ich konnte mich einloggen. Langsam wurde ich aber wegen der Uhrzeit unruhig und angesichts der Müdigkeit war ich auch nicht sonderlich ausgeglichen.
Ich legte die CD ein. Es röhrte, was schon seltsam klang, ich dachte mir aber nichts weiter dabei. Dann klappte das brennen nicht, weshalb ich die CD wechseln wollte. Aber nichts ging, der Computer spuckte das Ding einfach nicht wieder aus. Also ging ich an die Information in der Universitätsbibliothek. Dort bekam ich die Info, dass das Rechenzentrum dafür zuständig sei und sie sich nicht auskennen. Dafür hatte ich hinterher eine Stecknadel in der Hand um ins kleine Loch des PCs neben dem Laufwerk zu pieksen. Daraufhin öffnete sich das Laufwerk, yeah. Also hab ich nun die CD gewechselt, allerdings kam nun richtig Krach aus dem Laufwerk. Ich wollte erschrocken die CD direkt wieder entfernen. Aber es ging nicht. Nichts ging mehr, nicht einmal mit der tollen Stecknadelnotlösungsidee. Ich bin wieder zu der Dame bei der Info zurück und habe um Hilfe gebeten, aber die war ebenso ratlos und hat mir nur zwei Nummern des Rechenzentrums in die Hand gedrückt. Ich habe angerufen und hatte einmal den Anrufbeantworter dran. Bei der zweiten Nummer, das war der Hammer, wurde ich auf eine Handynummer weitergeleitet und der Mann, welcher dort ranging, meinte, dass ich durchaus bei ihm richtig wäre, er allerdings nun krank daheim sei. Super, toll. Da war es dann schon kurz nach 13:00 Uhr.
Meine CD im Laufwerk mit der Vordiplomsarbeit, keine Hilfe in Sicht und die Arbeit musste endlich gebunden werden.
Meine letzte Chance war der Copyshop selbst. Ich hoffte dort auf einen internetfähigen Computer.
Dort angekommen fragte ich nach dieser Möglichkeit und bekam zur Antwort ein deutliches "Nein". Daraufhin fiel ich wohl etwas in mich zusammen und blubberte einfach die ganzen Dramen des Tages runter. Auf jeden Fall half es. Er meinte, er hätte schon einen Internetanschluss, wollte aber nicht, dass sich dies zum normalen Verfahren wird, er würde aber nun eine Ausnahme für mich machen. Puh, war ich froh! Okay, er hat die Arbeit dann ausgedruckt und gebunden (einmal farbig, dreimal schwarz-weiß = 36 €). Leider habe ich erst daheim gemerkt, dass er das Inhaltsverzeichnis nach vorne gepackt hat, statt ans Ende. Aber GsD nur bei den schwarz-weiß Versionen. Die farbige Arbeit wollte ich abgeben, also konnte ich mit dem mangelhaften Ergebnis der anderen Exemplare trotzdem leben.
So, man sollte meinen, damit hätte es genügend Missgeschicke und Verwirrungen gegeben. Aber es ging noch weiter.
Abgabe war am Montag (15. September 08). Ich hatte die Vordiplomsarbeit also übers Wochenende fertig gebunden bei mir daheim liegen und musste mich nicht mehr darum kümmern. Gut, oder? Nun ja, damit sah ich kein (mögliches) Problem mehr auf mich zukommen.
Ich bin also montags zum Campus, weil ich meine Vordiplomsarbeit (fristgerecht) abgeben wollte. Laut Professorin im Institutssekretariat, welches - laut Internet- immer Mo- Fr 10:00-12:00Uhr geöffnet hat, weil sie selbst die Tage nicht in der Uni ist. Nun stand ich vor der Tür und bekam zu lesen: "Wegen Urlaub diese Woche nur Dienstags und Mittwochs geöffnet"
Also habe ich in Panik direkt eine Email geschickt:
Claudia hat geschrieben:> Hallo Frau ****
>
> Nun bin ich aktuell in der Uni, um die Arbeit (fristgerecht) abzugeben.
> Leider hängt nun am Institutssekretariat ein Schild mit der Angabe
> von geänderten Öffnungszeiten (nur Di + Mi) aufgrund von Urlaub - im
> Internet hab ich darüber nichts gefunden.
>
> Da Sie ja ebenfalls nicht im Hause sind, werde ich die Hausarbeit
> also wieder mitnehmen müssen. Allerdings wäre ja heute Abgabe.
> Könnten Sie mir bitte per Email kurz bestätigen, dass die Abgabe
> morgen dennoch okay ist, denn eine andere Möglichkeit sehe ich
> leider nicht.
>
> Vielen Dank.
> Liebe Grüße,
> *****
Die gute Nachricht: Ich habe direkt Antwort bekommen und durfte die Arbeit in den Briefkasten des Institutssekretariats werfen. Damit fehlt der Stempel, aber ich hab eine Email, in welcher mir die Professorin dieses Vorgehen vorschlägt. Also sollte nun alles gut gehen… Hoffe ich….
Ich werde noch einige Tage weiter hoffen müssen.