Sophinas Ego-Blog
Sooo, der Blog ist da, dann werde ich die von Claudia großzügig gespendete Egoplattform nutzen um "über alles" zu schreiben, also

Monsterkinder
Mitgiftmischer
Ex-Männer
nervtötende Eltern
beste Freundinnen
zarte Lieben

... to be continued...

Also hier keine - oder wenn dann nur äußerst laienhafte und unzureichende - Pädagogik. Alles, was ich hier über Kindererziehung schreibe, ist mein rein persönliches Verfahren, nach garantiert nicht anerkannten Methoden...

Reicht das als Warnhinweis?? Wie sehen die rechtlichen Konsequenzen aus?
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Sophina
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Pädagogisches Eigentor

permanenter Linkvon Sophina am Freitag 4. Juli 2008, 21:43

Vom 01. Juni 2007

Wie aus anderen Jammerfäden bekannt, haben Louisa und ich ja so unsere leicht differierenden Ansichten über Ordnung - also, nicht über Ordnung an sich, die finden wir beide toll, sondern eher darüber, wer sie wann und wie herzustellen hat.

Zum besseren Verständnis lege ich hier mal die beiden etwas konträren Ansichten dar.

Louisa:
Da ich in dieser Wohnung zum einen den kreativen Geist und außerdem ganz klar die herrschende Kaste vertrete und mich nicht mit solchen Kleinigkeiten wie der Beseitigung der realen Abfallprodukte meiner mentalen Eingebungen beschäftigen kann, gehe ich davon aus, dass meine treusorgende Versorgerin - auch allerliebste Mama genannt, weil man sie damit so schön ködern kann - brav hinter mir herräumt, wann immer ich einen Raum mit meinem kreativen Chaos gesegnet habe, schließlich klappt das bei waschen, bügeln und Essen machen ja auch anstandslos.

Sophina:
Stufe 1: Louisa, bist Du so lieb und räumst die Püppi, den Spongebob und die Stifte, die Du auf dem Toilettendeckel abgelegt hast, wieder in Dein Zimmer und stellst den Hocker da hin, wo er hin gehört.
Stufe 2: *nach fünf Minuten erfolglosem Warten, leicht genervt* Louisa, hast Du gehört, was ich gesagt habe? Püppi, Spongebob und Stifte in Dein Zimmer, Hocker auf den Platz, bitte.
Stufe 3: *nach weiteren fünf Minuten, ziemlich genervt* Louisa, räum jetzt bitte SOFORT Deinen Kremel aus dem Bad und stell den Hocker richtig hin!
Stufe 4: *eine viertel Stunde ist in vergangen, kurz vor der Explosion* Wenn Du jetzt nicht gleich Dein Zeug aus dem Bad holst, dann ist hier aber was los, himmeldonnerwetter, das kann doch wohl nicht wahr sein, dass Du andauernd alles vergisst, Du kannst doch wohl nicht erwarten, dass ich Dir ständig Deinen Scheiß hinterherräume und überhaupt ist ein Badezimmer kein Spielzeugaufbewahrungsplatz. Aber wenn's bei Dir aussieht wie im Saustall, dann isses ja kein Wunder, dass Du alles auslagern musst, bei Dir hat's ja keinen Platz mehr. (Alles ohne Luft zu holen natürlich - lange geübt)
Stufe 5: *nach 20 Minuten, am Ende der Welt* LOUIIIIIIIIIIISA!!
Reaktion: Hysterisch heulendes Kind - "Mama, Du sollst nicht immer so rumbrüllen, das tut mir in den Ohren weh." Schnappt sich theatralisch schniefend ihre Sachen und schafft sie in ihr Zimmer, der Hocker bleibt selbstverständlich unaufgeräumt.

Heute, nachdem ich sie zwei Stunden lang mit mehreren Erinnerungen pro Stunde mit der Erkenntnis gepiesackt habe, dass ich nachher ihr Zimmer zu staubsaugen wünsche und sie bitte ihren Boden (wenigstens den Boden!) aufräumen möge, war ich mal wieder bei Stufe vier angelangt.
Und statt zu explodieren dachte ich, ich bin sehr schlau und kündige ihr an, dass ich alles, was ich selber vom Boden aufheben muss, in eine große Ikea-Tasche packe und so lange in den Keller stelle, bis die Aufräumerei in ihrem Zimmer klappt. Ob dieser Ankündigung hat sie natürlich sehr gemotzt und sich ungerecht behandelt gefühlt, aber sie hat es hingenommen, allerdings nicht aufgeräumt.

Als ich dann ca. eine halbe Stunde später mit besagter blauer Tasche in ihrem Zimmer einlief, sah's noch aus wie zuvor. Ich habe mich also an mein grausames Werk gemacht und kam mir - einmal mehr - wie eine Rabenmutter vor, als ich ihre gesamten Scheren, Stempel, Stifte, Bastelbücher, etc. und zum Schluss auch noch die heißgeliebte Puppe Anna samt der unentbehrlichen Kuscheldecke in die Tasche gepackt habe.
Meine Tochter hingegen war sowas von völlig unbeeindruckt und hat mich sogar noch darauf aufmerksam gemacht, dass unter ihrem Tisch noch Wachsmaler liegen.

HEUL... Ich kündige!! Und vor allem muss ich, glaube ich, schonmal nach einer Wohnung mit größerem Keller Ausschau halten...

Grüßle, Sophina

Tags: EigentorKellerwohnungSternchen
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6 Kommentare 6143 mal betrachtet
Antworten

Re: Pädagogisches Eigentor

permanenter Linkvon Sophina am Freitag 4. Juli 2008, 21:45

befanas Senf:

Liebe Sophina,
sind das nicht die Situationen, wo man sein Kind am liebsten zur Adoption freigeben würde? :lol:
Wenigstens für die Zeit, bis sie wieder kompatibel mit einem sind.
Leider sind das auch die Situationen, wo sie keiner haben wll. :wink:

Die Idee mit dem Keller zum Auslagern finde ich garnicht so schlecht.
Kannst du dich erinnern, dass ich so etwas ähnliches vor Wochen schon mal vorgeschlagen habe?
Du wärst dicht genug dran, um ihr die Wäsche zu waschen, zu bügeln und um sie zu bekochen, aber auch wit genug weg, um ihr kreatives Chaos dezent zu übersehen.
Und sollte sie mal Abstand vom Chaos brauchen, oder mit ihrer allerliebsten Mama kuscheln wollen, darf sie dich gerne im Keller besuchen. :lol:

Ich möchte dich nicht schocken, aber gerade habe ich zwei Stunden mit meiner Schwester telefoniert.
Wir haben ausgerechnet über dieses Thema gesprochen (ihre Tochter ist 18 ) .
Ich habe mit ihr gelitten, mit ihr auf die Tochter geschimpft, mit ihr nach Lösungen gesucht und als ich deinen neuen Blog entdeckte und ihr vorlas, mit ihr gelacht. :lol: :lol: :lol:
Du siehst, der Gedanke mit dem Keller wird dich auch die nächsten Jahre nicht loslassen.:wink:
Aber ich versichere dir, es wird die Zeit kommen, wo du dich nach ihrem kreativen Chaos zurücksehnst. *seufz* und darauf wartest, dass sie dich mit einem "meine allerliebste Mama" um den Finger wickelt. *seufz*
:schaf: Grüßle, Sophina

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Re: Pädagogisches Eigentor

permanenter Linkvon Sophina am Freitag 4. Juli 2008, 21:46

Von mir:

Liebe befana,

danke für Deine aufmunternden Worte... Was soll ich sagen, ich bin momentan zwar punktuell explosionsgefährdet aber in der Gesamtübersicht ziemlich relaxed, von daher kein Problem.

Mit dem Keller allerdings... DA musst Du irgendwas falsch verstanden haben... Was soll ich sagen, ich wollte mich eigentlich nach einem größeren Keller umsehen, weil bald die Spielzeugmassen von Louisa in den blauen Ikea-Taschen darin keinen Platz mehr finden werden, NICHT, weil ich dort zukünftig wohnen wollte - tses, Du Schlimme aber auch...

Und weißt noch was: Die letzten Tage haben Louisa und ich ziemlich viele Babybilder angeschaut und schon dabei musste ich feststellen, dass ich mich nach der einen oder anderen Situation zurücksehne, die nun definitiv vorbei ist. Zum Glück liebt Louisa Geschichten "von früher" und so schwelgen wir beide dann in Erinnerung - seufz...

Trotzdem - Chaos in meiner Wohnung? Buntstifte auf dem Klo?? NIEMALS!!

Grüßle, Sophina
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Re: Pädagogisches Eigentor

permanenter Linkvon Sophina am Freitag 4. Juli 2008, 21:47

Und wieder befana:

Meine Schwester erzählte, als sie heute morgen verschlafen ins Bad kam, um einem Bedürfnis nachzugehn lag das Portemonaie ihrer Tochter auf dem Deckel.
Sie räumte es weg und bekam Ärger, denn ihre Tochter hatte es extra dort deponiert, damit sie es morgens nicht vergisst.
Frag doch mal Louisa, was sie für einen zwingenden Grund hatte die Buntstifte mit auf's Klo zu nehmen und warum sie dort bleiben mussten.
Vielleicht sollten sie dort liegen, damit sie nicht vergisst, dir ein Bild zu malen. :wink:
:schaf: Grüßle, Sophina

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Re: Pädagogisches Eigentor

permanenter Linkvon Sophina am Freitag 4. Juli 2008, 21:48

Nochmal meine Gedanken:

Weißt, das mit den Buntstiften hatte mit Sicherheit keinen besonderen Grund, es ist nur einfach so, dass Louisa es scheinbar nicht leiden kann, "nichts" in ihren Händen zu halten. Irgendwas schleppt sie immer mit sich herum - meistens Stofftiere, aber auch schon mal offenen Kleber oder eben Malstifte aller Art - und behindert sich andauernd selber, weil sie es zum Beispiel auch beim Jacke anziehen oder so nicht weg legen kann/mag. Nur Hände waschen ist eben die zwingende Ausnahme, da wird das Zeugs dann auf dem Klo deponiert... Und hinterher vergessen, weil Frau Professor dann so tief in Gedanken vertieft sind, dass sie auf Kleinigkeiten wie Hocker oder vergessene Dinge keine Rücksicht nehmen kann.

Aber der Klodeckel als "Merkzettel", DAS ist auch mal was besonderes... Da frag ich mich echt, warum ich immer Post-it's schreibe, ginge doch alles soooo viel einfacher.
Das Portemonnaie auf dem Klodeckel, dann kann man es gleich in die Hosentasche stecken, wenn man sich anzieht.
Das Buch in der Mikrowelle, dann hat man gleich die Lektüre zur Hand, wenn man sich seine morgendliche Milch warm macht.
Die Kerze in der Waschmaschine, als Gedankenstütze, dass man noch die Wachsflecken aus Tochters Lieblingsshirt rausmachen wollte, bevor man es wäscht, etc.

Naja, darf aber nix schief gehen, gell... Sonst wird die Katastrophe nur größer. Das Geld rollt ins Klo, das Buch geht in Flammen auf und die Kerze "verwachst" vergessenermaßen die ganze restliche Wäsche ebenfalls.

Seufz...
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Re: Pädagogisches Eigentor

permanenter Linkvon Sophina am Freitag 4. Juli 2008, 21:50

Von Andrea:

Sophina, es ist immer so schön von euch beiden zu lesen :lol:
Du hast eine Art zu schreiben- klasse! :D
Wenn deine Beiträge hier irgendwann in Buchform auf den Markt kommen - einen Fan hast du schon :wink:


zu Louisa: so leid es mir tut; du kannst nicht kündigen :lol: :lol: :lol:
Mitgehangen - Mitgefangen :mrgreen:

Meine Tochter hingegen war sowas von völlig unbeeindruckt und hat mich sogar noch darauf aufmerksam gemacht, dass unter ihrem Tisch noch Wachsmaler liegen.


Alles Taktik :P - hat es sie im Nachhinein nicht doch berührt?

Mit dem Sachen nicht weg räumen - du bist nicht alleine, mein Sohn "lernt" auch noch :lol: - dazu kommt momentan noch der "Vorschulkoller". Ich bin nur gemein, unfair und Monsieur hat eine Tonart drauf, die nicht mehr feierlich ist (nein an unserem Vorbildverhalten liegt es nicht - diese Tonart haben wir hier definitiv nicht drauf :roll: ). Meine Standardantwort habe ich glaube ich schon mal hier aufgeschrieben: "Ja, ich bin gemein. Ich bin Mutter - das ist meine Aufgabe" :twisted:
Trotzdem schafft er es jeden Tag aufs neue mein Herz zu erweichen weil er zeitgleich *fragmichnichtwieerdasmacht* so süß und herzig und knuddelig und so weiter sein kann :lol: :lol: :lol:

Rufst du Louisa eigentlich zu das sie die Sachen weg räumen soll oder gehst du hin und nimmst Kontakt auf. Die Wichtigkeit der Kontaktaufnahme kam mir eben wieder in den Sinn, als ich über den Film "Wege aus der Brüllfalle" hier geschrieben habe. Da werden Kinder als "Hüllenwesen" beschrieben :mrgreen:
:schaf: Grüßle, Sophina

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Re: Pädagogisches Eigentor

permanenter Linkvon Sophina am Freitag 4. Juli 2008, 21:51

Antwort für Andrea:

@Andrea
Dachte ich schon, dass das nix wird mit der Kündigung, aber nu ja, wir werden es "die paar Jährchen" schon noch hinbekommen...

Aber sag' mal - bist Du eigentlich Hellseherin? Ihr hat es am nächsten Tag, als wir aus dem Keller ihr Fahrrad geholt haben und sie die IKEA-Tasche gesehen hat, doch schon sehr leid getan. Wir haben jetzt den Kompromiss gemacht, dass sie ihre sachen wiederbekommt, wenn in Zukunft die Aufräumere besse klappt. Das finde ich fair.

Den "Vorschulkoller" hat Louisa auch - ohne Vorschule, bei ihr dauert es ja noch mindestens ein Jahr - aber unfair und voll gemein bin ich jetzt auch schon andauernd. Deinen Spruch habe ich jetzt aber mal übernommen... Vielleicht sollte ich ihn mir als Spruchband sticken und aufhängen, lohnt sich ja noch für dei nächste Zeit.

Von Hüllenwesen habe ich allerdings keine Ahnung... Also, bei uns läuft es meistens so: Ich komme ins Bad, sehe Spongebob, Püppi und Stifte liegen und rufe Louisa dann - siehe Stufe 1-5. Louisa gibt dann auch immer Antwort, dass sie es gleich macht oder so. Dann gehe ich aus dem Bad raus und es ist vergessen, bis ich zum nächsten Mal rein gehe und das Zeugs immer noch liegen sehe...

Grüßle, Sophina
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