Vom 07.Feb.2007
Eben sitze ich auf der Toilette, von einem magenzerfetzenden und hoffentlich nicht Krankheit ankündigenden Bedürfnis dorthin getrieben überlegend, was ich denn in meinen genau genommen immer noch jungfräulichen Blog schreiben könnte. Auf einmal fällt mein Blick auf eine leere Toilettenpapierrolle, die offensichtlich mein Töchterlein in ihr Schrankfach gestellt hat, um sie hinterher zum basteln mit in ihr Zimmer zu nehmen. Gut, das hat sie vergessen, aber bemerkenswert sind mir trotzdem zwei Dinge durch den Kopf geschossen: Das Kind ist VIER Jahre alt und selbständig in der Lage eine Toilettenpapierrolle zu wechseln. Erkennen, dass sie leer ist - die leere Rolle entnehmen - eine neue, volle Rolle einlegen. Meine Güte, DAS hat ihr Vater nicht geschafft, bis er 33 war und ich ihn (vielleicht unter anderem deshalb?) verlassen habe. Von selbstverständlich geschlossenen Toilettendeckeln rede ich jetzt lieber gar nicht.
Und das andere war: Sie hat es einfach getan... Sie ist nicht durch die Wohnung gerannt und hat laut gebrüllt: "Maaaaamaaaa, ich habe das Klopapier gewechselt..." Auch das hat sie ihrem Vater voraus, den man immer lange und ausführlich loben musste, wenn er ausversehen mal irgendeinen selbstverständlichen Handgriff eigeninitiativ ausgeführt hat.
Seit da verspüre ich das dringende Bedürfnis, in ihr Zimmer zu stürmen, sie feste an mich zu drücken und ihr zu sagen, wie froh ich bin, dass wir zusammen gehören. Naja, mach' ich natürlich nicht, Stolz ist das eine, eine ungestörte Nachtruhe das andere. Aber klammheimlich reintippeln und ihr durch die Haare wuscheln, das werd' ich gleich schon nochmal, bevor ich in Morpheus Arme entschwinde und wieder mal den unerfüllten Traum träume, dass die die Generation unserer Mütter ihren Söhnen die kleinen Selbstverständlichkeiten des Lebens beigebracht hätten. DENN, theoretisch geht das schon im zarten Alter von vier Jahren, wie ich heute Abend erfahren durfte...
Grüßle, Sophina