Das Rendsburger Elterntraining ist ein curriculares Elterntrainingsprogramm in Kursform zur Veränderung
des Erziehungsstils und der Erziehungseinstellung. Es arbeitet immer absolut wertschätzend und ohne jeden Druck oder mahnenden Zeigefinder mit fertigen Lösungen. Es erinnert in keiner Weise an Schule.
Es integriert Elemente aus der Gesprächstherapie, der Lerntheorie, der Kommunikationstheorie
und der Konfliktlösung und legt den Schwerpunkt auf praktische Übungen und Rollenspiele. Das
Programm ist vom Grundsatz her niederschwellig konzipiert.
Das Rendsburger Elterntraining wird seit über 24 Jahren in verschiedenen Kontexten erfolgreich
durchgeführt und eignet sich sowohl für den präventiven Einsatz, den Einsatz bei ambulanten Hilfen
als auch der Rückführung aus stationärer Unterbringung.
Inhalte des Trainings sind Sensibilisierung und Auseinandersetzung mit Erziehungsfragen und Prozessen,
Informationen über Erziehung und psychologische Zusammenhänge der kindlichen Entwicklung,
Einübung alternativer Verhaltensweisen im Umgang mit Kindern.
Ziel des Programms ist die Veränderung der Erziehungseinstellung und des Erziehungsstils in
Richtung liebevoll konsequenten Verhaltens, also einerseits partnerschaftlich verständnisvoll, andererseits
Grenzen setzend, konsequent. Weiterhin geht es um die Erhöhung der erzieherischen und
Problemlösungskompetenz der Eltern und um die Verbesserung der Interaktion zwischen Eltern
und Kindern.
Das Rendsburger Elterntraining wurde vor nahezu 30 Jahren durch eine Mitarbeiterin (Fr. Egert, Psychotherapeutin) der Diakonischen Erziehungshilfeeinrichtung „Ev. Jugendhilfe Rendsburg“ aus der Arbeit mit Eltern entwickelt, deren Kinder eine teilstationäre Maßnahme der Hilfen zur Erziehung (so genannte Tagesgruppe) in Anspruch genommen haben. Vor diesem Hintergrund sind die Besonderheiten des Rendsburger
Elterntrainings gegenüber anderen Modellen zu verstehen. Das Rendsburger Elterntraining kann
auch von Eltern genutzt werden, deren Verständnismöglichkeiten der Schriftsprache eher unterdurchschnittlich
ist. Die einzige Zugangsvoraussetzung ist die Bereitschaft, überhaupt zu den Trainingseinheiten
zu erscheinen; ein Problembewusstsein bezogen auf die eigene Elternrolle wird weder
vorausgesetzt noch erwartet. Hieraus ergeben sich eine gegenüber vielen anderen Trainingsmodellen
veränderte Herangehensweise, eine längere Kursdauer (1/2 Jahr 1 x wöchentlich zwei
Stunden) sowie andere Methoden der Vermittlung der Trainingsinhalte. Der Schwerpunkt der Trainingseinheiten
liegt im praktischen Üben. Das Rendsburger Elterntraining vermittelt neben verhaltenstherapeutischen
Ansätzen auch gesprächstherapeutische und kommunikationstheoretische Inhalte.
Insgesamt kann festgestellt werden, dass das Rendsburger Elterntraining auf Grund der sehr niedrigen
Zugangsvoraussetzungen und der von anderen Modellen abweichenden Vermittlungsmethoden
die Zugangsmöglichkeiten zu bildungsferneren Bevölkerungsschichten erweitert. Link:
http://www.berlin.de/imperia/md/content ... enthal.pdf LG Konni