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Kindergartenwechsel eine Zumutung oder zumutbar?

Beitragvon befana am Freitag 31. August 2007, 08:56

Kindergarten heute - Nachrichten hat geschrieben:Kindergartenwechsel nach dem 3. Geburtstag ist zumutbar
Das Verwaltungsgericht Mainz hat entschieden, dass es einem Kind zumutbar ist, mit Vollendung des 3. Lebensjahres in einen Kindergarten seiner Wohngemeinde zu wechseln. Im entschiedenen Fall war die Antragstellerin im Alter von 2 Jahren in eine Kindertagesstätte der Antragsgegnerin – eine Verbandsgemeinde - aufgenommen worden. Diese unterhält dort zentral für das gesamte Verbandsgemeindegebiet eine altersgemischte Gruppe, in der die Kinder unter 3 Jahren betreut werden. Die Gemeinde ordnete mit sofortiger Wirkung an, dass das Kind mit Vollendung des 3. Lebensjahres den Kindergarten verlassen muss. Zur Begründung führte sie an, das Kind habe nun Anspruch auf einen Platz im Kindergarten seiner Wohngemeinde. Hiergegen legte die Antragstellerin – vertreten durch ihre Eltern – Widerspruch ein. Sie waren der Ansicht, ihr Kind habe Anspruch darauf, bis zum Beginn des Schulbesuchs in dem bisher besuchten Kindergarten zu bleiben. Auch sei der jüngere Bruder bereits dort angemeldet. Die Richter lehnten den Antrag ab. Zur Begründung führten sie unter anderem aus: Die Antragsgegnerin muss für Kinder unter 3 Jahren in bedarfsgerechtem Umfang Plätze in einer für diese Altersgruppe geeigneten Kindertagesstätte oder in der Kindertagespflege zur Verfügung stellen. Dieser Verpflichtung kommt sie in Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeinde dadurch nach, dass in ihrem Kindergarten eine entsprechende altersgemischte Gruppe für das gesamte Verbandsgemeindegebiet eingerichtet worden ist. Um in dieser Gruppe Platz für nachrückende Kinder unter 3 Jahren aus dem Verbandsgemeindegebiet zur Verfügung zu haben, muss die Antragstellerin nach Vollendung des dritten Lebensjahres verlassen, da sie jetzt Anspruch auf einen Platz im Kindergarten ihrer Wohngemeinde hat.
Verwaltungsgericht Mainz, Aktenzeichen 1 L 404/07


Kindergarten heute - News

Hier werden Kinder wie Zahlen hin und her geschoben. :twisted:
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Beitragvon engelein10 am Freitag 31. August 2007, 18:26

Hallo!

Das ist ja schrecklich. Nur weil die Ämter da mall wieder von nichts eine Ahnung haben. Man kann ein Kind doch nicht so rumschubsen. Wissen die eigentlich, was das für eine Belastung für das Kind ist? Und für die Eltern?

Naja Ämter machen es sich einfach. Aber es ist eine Frechheit.
Dazu fehlen mir die Worte.

Gruß Vanessa
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Beitragvon befana am Freitag 31. August 2007, 18:31

Naja Ämter machen es sich einfach. Aber es ist eine Frechheit.

In diesem Fall ist es nicht irgendein Amt, sondern sogar ein Gerichtsbeschluss. :twisted:
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Beitragvon engelein10 am Freitag 31. August 2007, 18:33

Ja, aber auch die Gerichte haben keine Ahnung.
Ich glaub, die versetzen sich nicht in die Lage der Kinder, oder sie denken nicht daran, wie sie sich als Kind gefühlt haben. Ich muss zur Zeit meinen Kindern auch Dinge aufzwingen, die ich als Kind nicht mochte und jetzt nicht gern vertrete.
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Beitragvon Muchai am Freitag 31. August 2007, 22:45

Hallo,

zumutbar ist so ein Wechsel sicherlich. Und nach meinem laienhaften juristischen Verständnis klingt der Beschluss durchaus logisch.

In dem Privatkindergarten, indem ich mein erstes Praktikum gemacht habe, waren auch Kinder, deren Platz vom Amt bezahlt wurde. War ein Platz in einem billigeren Kindergarten frei, mussten die Kinder wechseln.

Krippenkinder, die ins Kigaalter kommen, müssen die Krippe auch verlassen. Ich glaube schon, daß Kinder das ganz gut wegstecken können (sicherlich besser als häufigen Partnerwechsel der Eltern).

Gerichte sind halt nun mal dem geltenden Recht unterworfen. Das ist leider nicht immer zum Wohl des Kindes...

Musste in diese Suppe spucken:
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Beitragvon befana am Samstag 1. September 2007, 10:59

Musste in diese Suppe spucken:

Schön, dass du mitspuckst, auch wenn ich nicht ganz deiner Meinung bin. :lol:

Der Beschluss klingt auch für mich logisch. Aber zumutbar würde ich nicht behaupten.
Natürlich wird es das Kind verkraften.
Aber es trägt nicht unbedingt zu einem entspannten Falilienleben bei, wenn die Mutter nun auf zwei Hochzeiten tanzen muss.
Auserdem muss das Kind mit vollendetem 3.Lebensjahr in eine neue Einrichtung wechseln.
Den Zeitpunkt finde ich sehr ungünstig, es hat gerade Bindungen aufgebaut und muss sich nun wieder neu einfinden.
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Beitragvon Sophina am Samstag 1. September 2007, 11:39

Ich denke auch, für mich als Mutter wäre es am unangenehmsten in der ganzen Situation, meine zwei "Flöhe" in verschiedenen Einrichtungen abliefern zu müssen, das "frisst" mindestens wieder eine halbe Stunde, eher mehr, an der Zeit, in der ich arbeiten gehen könnte. Und ich meine... Deshalb bringen wir die Kids doch so früh schon irgendwo unter, weil wir arbeiten wollen/müssen... Bestimmt nicht, um dann vormittags einen Termin beim Nagelstudio oder beim Friseur wahrzunehmen. Würde bei mir 160 Euro netto ausmachen, eine ganze Menge Geld, für die ich auch auf die Barrikaden gehen würde.

Für die Kinder ist es natürlich schon schlimm, aus gerade mal gewachsenen Strukturen herausgerissen und von liebgewonnenen Bezugspersonen getrennt zu werden, aber ich denke auch, das müssen wir alle sooo oft in unserem Leben freiwillig oder unfreiwillig mitmachen, das werden die armen Zwerge schon irgendwie überstehen. Auch wenn es natürlich sinnvollere Lösungen gibt.

(sicherlich besser als häufigen Partnerwechsel der Eltern).

Diesen Satz nehme ich jetzt mal sehr, sehr persönlich...
Erstens: Soll ich dann also lieber mit meinem Partner zusammebleiben, um des Kindes willen und mich dann täglich streiten, wenn es nicht mehr geht? Tolle Athmospähre, in der ein Kind dann aufwächst.
Zweitens: Muss ich dann also aus pädagogisch-moralischen Gründen den Rest meines Lebens (zumindest bis mein Kind 25 ist und meine Fürsorgepflicht für es endet) Single bleiben, nur weil ich meine Partnerschaft verkackt habe und es möglich wäre, dass auch die nächste nicht für immer hält??
Na danke, dann hole ich mir schon mal das "ich bin schuldig"-Schild aus dem Keller!!

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Beitragvon Muchai am Samstag 1. September 2007, 19:52

Hallo Sophina,

Sophina hat geschrieben:Ich denke auch, [b]für mich als Mutter[b] wäre es am unangenehmsten in der ganzen Situation, meine zwei "Flöhe" in verschiedenen Einrichtungen abliefern zu müssen

Damit wären wir doch an dem entscheidenden Punkt. Für Dich als Mutter (oder für mich als Vater) wäre es natürlich zeitraubend (und wohl auch enervierend), wenn wir unsere Kinder in zwei verschiedene Einrichtungen [s]abliefern[/s] bringen müssten.
Aber dann besitzen wir doch die Chuzpe, nicht im Namen des Kindes zu klagen, oder? :?:
Für mich wirkt diese Klage im Namen des Kindes sehr aufgesetzt...

Sophina hat geschrieben:Für die Kinder ist es natürlich schon schlimm, aus gerade mal gewachsenen Strukturen herausgerissen und von liebgewonnenen Bezugspersonen getrennt zu werden, aber ich denke auch, das müssen wir alle sooo oft in unserem Leben freiwillig oder unfreiwillig mitmachen, das werden die armen Zwerge schon irgendwie überstehen. Auch wenn es natürlich sinnvollere Lösungen gibt.

Sophina hat geschrieben:
(sicherlich besser als häufigen Partnerwechsel der Eltern).

Diesen Satz nehme ich jetzt mal sehr, sehr persönlich...

Du kannst es Dir wohl denken: Dieser Satz war nicht auf Dich (oder andere im Forum schreibende Personen) gemünzt. Dazu kenne ich Dich (und die anderen nicht), um das mir das Recht herauszunehmen, das beurteilen zu können.
Mein Beispiel war wohl auch nicht gut ausgewählt, aber diese Fälle gibt es leider zuhauf - ich habe sie in meiner beruflichen Laufbahn auch schon zur Genüge erlebt. Jeder Mensch hat einen anderen Hintergrund.

Allerdings arbeite ich auch seit rund zehn Jahren im Heimbereich, das wirft vielleicht ein anderes Licht auf meine ursprüngliche Aussage.
Ich habe aktuell den Hintergrund, daß sich eine Mutter außerstande sieht, ihrer Tochter zur Einschulung eine Schultüte zu basteln (zu kaufen oder was auch immer). Und ich spreche hier nicht von fehlenden finanziellen und / oder zeitlichen Möglichkeiten...

Sophina hat geschrieben:Na danke, dann hole ich mir schon mal das "ich bin schuldig"-Schild aus dem Keller!!

Sei mir nicht böse, aber diesen Schuh lasse ich mir nicht anziehen.

Worauf ich hinaus will: das Urteil ist für ein dreijähriges Kind sicher zumutbar, wenn auch nicht sinnvoll.

Herzliche Grüße
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Beitragvon Sophina am Sonntag 2. September 2007, 09:20

Aber dann besitzen wir doch die Chuzpe, nicht im Namen des Kindes zu klagen, oder?
Für mich wirkt diese Klage im Namen des Kindes sehr aufgesetzt...


Also, ich würde mich vorher natürlich mit meinem Anwalt besprechen und wenn der mir sagt, dass ich mit meiner Klage wegen verkürzter Arbeitszeit und weniger Einkommen oder was auch immer, ganz bestimmt nicht durchkomme, mit dem Seelenheil meiner Tochter aber eventuell schon, würde ich auch meine Tochter vorschieben - Rückgrat hin oder her...

Du kannst es Dir wohl denken: Dieser Satz war nicht auf Dich (oder andere im Forum schreibende Personen) gemünzt.

Naja, gehofft habe ich es schon, dass Du damit nicht alle getrennten Eltern über eine Kamm scheren willst, aber wie Du schon sagst, dafür kennen wir uns zu wenig, um Dinge eindeutig interpretieren oder ausschließen zu können...
Und um mal in den Krümeln zu suchen: Hättest Du "sicherlich besser als häufigen Partnerwechsel mancher Eltern" geschrieben, hätte ich meinen Mund gehalten, aber bei dieser Verallgemeinerung musste ich draufspringen.

Grüßle, Sophina *die das Schild mal wieder in den Keller bringt und stattdessen anfängt, Schultüte zu basteln - auch wenn's noch ein Jahr Zeit hat.*
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