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Jugendliche: "Erziehung ist gemein"

Beitragvon Claudia am Montag 3. September 2007, 09:04

[quote="K.R.Ä.T.Z.Ä."](...)Erziehung ist eine manipulative Angelegenheit. Ein Erzieher geht von der Vorstellung aus, Kinder seien “machbarâ€
Liebe Grüße!
Claudia
:hack:

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Beitragvon Sophina am Montag 3. September 2007, 13:48

Boah, bin ich glücklich, dass Louisa noch nicht lesen kann...

Im neuen Eltern-Heft (ich weiß, das ist nicht gerade die ultra-Pädagogik) gab's genau in diesem Monat einen Artikel über Nicht-Erziehung und wie schädlich sich diese auf die Entwicklung der Kinder auswirkt... Leider kann man den Artikel nicht online lesen, sonst hätte ich ihn mal verlinkt.

Und?? Was soll man denn nu' glauben und tun?
Abgesehen davon, dass es bei mir weiterhin freiheitsberaubende Erziehung geben wird. Natürlich darf Louisa einige Teile ihres Lebens selbst entscheiden, über einige Teile geraten wir in Diskussionen, aber ganz bestimmt muss sie sich auch bei diversen Themen meinem Diktat beugen...

Was meinen die Pädagogen, ist Nicht-Erziehung, oder "Wischi-Waschi", wie der Artikelverfasser das nannte notwendig, um Demokratiegefühl zu erzeugen?

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Beitragvon blackrose am Montag 3. September 2007, 20:48

hi.
also im Prinzip, würde ich mal sagen, dass ich verstehe, was der Autor damit meint oder meinte. Es ist aber immerhin sehr schwierig das zu erklären oder ich habs natürlich mal wieder falsch vestanden 8)

So wie ich denke und wie ich es vestanden habe, versuch ichs mal kurz in eigenen worten zu erklären : mir kommt es immer mehr so vor (wenn man sich im Tv was anschaut (Soaps, Unterhaltungsprogramme, Werbung...ect.) und wenn man sich mal an der Mode orientiert), dass irgendjemand, irgendetwas (keine ahnung wer, möchte auch niemand verdächtigen ect.) die Gesellschaft in eine Richtung drängen möchte.
Das geht ja jetzt schon weiter mit den Fingerabdrücken auf den Pässen. Was man unter den Fingerabdrücken alles speichern kann und der Besiter es gar nicht weiß, möcht ich mir gar nicht ausmalen....

Und wenn ich mir jetzt den Beitrag von dem Verfasser anschaue, seh ich genau meine Ansichten darin. Denn, einer sagt, dass es so geht. Das steht im Gesetz und alle in dem jeweiligen Bundesland müssen es so gut es geht auch so machen. Dann geht es damit weiter, dass die Chefin, der Träger etwas zu sagen haben... Wo bleibt da die freie Meinung und etwas selbst zu entscheiden?!

Andererseits sehe ich es wieder anders: Klar müssen die Kinder lernen in unserer heutigen Gesellschaft klar zu kommen. Sonst könnte es irgendwann vielleicht nur noch Einzelgänger und Chaoten auf der Welt geben, wenn man sie machen lassen würde, wie die Kinder wollen. Natürlich muss man ihnen Grenzen setzen und auch Dinge zeigen, erklären und erst später bestimmte Erfahrungen sammeln lassen. Dafür bin ich auch.

Nur, den Mittelweg von beidem zu finden, ist sehr schwer wie ich finde. Vorallem im Berufsleben.
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Beitragvon Muchai am Montag 3. September 2007, 21:26

Gunamdallerseits!

Ist der Text Satire oder ernstgemeint?

Solange der Begriff "Erziehung" so negativ behaftet ist, muß man sich nicht wundern, wenn viele Menschen Angst vor Erziehung haben und einen Erziehungsratgeber nach dem anderen lesen, aber trotzdem keinen Schrit weiterkommen...

Selbst Deutschlands Ferneseherzieherin, Katharina Saalfrank, wehrt sich gegen Erziehung:
Ich spreche nicht von "Erziehungsproblemen", für mich gibt es keine "Erziehung" - nur Beziehungen und somit auch nur Beziehungsprobleme.

Quelle: Frankfurter Rundschau

Da fällt mir ein, daß ich seit einigen Wochen noch einen Blogartikel zu dem Thema auf der Halde habe. Da kommt dieser krätzige Link gerade recht...
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Beitragvon Ne55i am Mittwoch 5. September 2007, 09:04

Hey das ist ja nahezu perfekt! Ihr diskutiert gerade über eines meiner Prüfungsthemen :lol:
WEITER SO!!

Also ich lese gerade "Unterstützen statt erziehen. Die neue Eltern-Kind-Beziehung" von Hubertus von Schoenebeck.
Kennt das zufälliger Weise jemand? Es basiert auf Braunmühl ist aber eine Weiterentwicklung, Anteile der Kinderrechtsbewegung sind ebenfalls enthalten.

Also in dem Buch geht es ebenfalls um Antipädagogik. Das Recht der Kinder wird durch Erziehung beschnitten! Erwachsene machen Kinder zu Sklaven!
Plädiert wird für eine Freundschaft mit Kindern, dahinter steht immer die Frage, würde ich mit einem Freund ebenfalls so umgehen? Generell soll man als Erwachsener nicht den Anspruch an sich hegen "es für das Kind besser zu wissen" --> Kein Erziehungsanspruch!!

Was haltet ihr generell von der Antipädagogik?
Werde gerne, wenn Interesse besteht, die Theorie dieses Buches hier vorstellen, von euren Meinungen profitiere ich ja schließlich auch :wink:
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Beitragvon Rubina am Mittwoch 5. September 2007, 14:38

ich hatte das Thema Antipädagogik ebenfalls als Prüfungsthema, ist ein echt spannendes Thema.
Aber für eine Diskussion reicht mein Wissen leider nimmer wirklich aus, da ich inzwischen soooo viel wieder vergessen habe.
Ich meine mich noch zu erinnern, dass Braunmühl nicht Erziehung als solche ablehnt, sondern nur die intentionale Erziehung.
Schönbeck darf seine "Antipädagogik" soweit ich weiß nicht mehr Antipädagogik nennen und redet nun von "Amication".

http://www.amication.de/
Es gab da einen bitterbösen Streit zw. Braunmühl und Schönbeck um die "richtige" Antipädagogik - Braunmühl hat dazu ein Buch geschrieben (ist aber in einem der Umzugskartons, daher kann ich euch grad nicht mal den Buchtitel nennen).
Ja, viele Gedanken der Antipädagogik find ich gut und viele Gedanken daraus wurden von Pädagogen mit einbezogen. Allerdings fällt mir jetzt auch der Name des Pädagogen nicht mehr ein, der diese Gedankengänge der Antipädagogik mit der Pädagogik verknüpft hat und ein eigenes Konzept entwickelt hat. Aber auch so finden sich Gedankengänge aus der Antipädagogik in der herkömmlichen Pflichtliteratur für Pädagogikstudenten, z.B. bei Gordon (Familienkonferenz)
hier noch einige Links:
http://www.projektwerkstatt.de/lernen/start_erziehung.html
Liebe Grüße, Rubina
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Beitragvon Rubina am Mittwoch 5. September 2007, 14:38

und hier noch ein Link:
http://www.antipaedagogik.de/

und hier könnt ihr was zum Streit zw. Braunmühl/ Schönbeck nachlesen:
http://home.pages.at/mikeweimann/fmk/
Liebe Grüße, Rubina
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Beitragvon Ne55i am Mittwoch 5. September 2007, 14:53

@ Rubina: Jetzt muss ich erst mal staunen!
Ich habe nicht Antipädagogik an sich als Thema, sondern nur das Buch von Schoenebeck, aber wollte mich in die Grundlagen auch noch einlesen, finde das sonst doch zu schwammig.

Ich bin dir jetzt schon dankbar für die Infos und Links, wusste nichts von einem Streitgespräch zwischen den beiden Autoren und bis auf einen Link hatte ich bei meiner Inetrecherche nicht so viel Erfolg wie du. DANKE

Wenn du mich weiter mit Infos versorgst, wäre ich dir sehr dankbar!! Ich stecke ja so zu sagen noch in den Anfängen, was diese Thematik betrifft.
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Beitragvon Rubina am Mittwoch 5. September 2007, 16:12

das Thema Antipädagogik ist ein sehr weites Feld, es geht dann ins Politische und in die Ethik. Wenn man sich damit mal beschäftigt, hört es so schnell nicht auf, man versteht manches nicht, bekommt immer mehr Fragen und liest und liest und liest..... :lol:

Wie schnell brauchst du denn Infos/ Literaturhinweise? Das Problem ist einfach, dass ich das ganze Zeug in der neuen Wohnung hab, wir hier ja in ner quasi leeren Wohnung wohnen.....


Interessant ist übrigens, dass bei der Antipädagogik Kinder nicht machen können, was sie wollen - sie bekommen durchaus Grenzen gezogen. Aber diese Grenzen werden von den Erwachsenen gezogen, weil die Erwachsenen es für sich selbst für nötig erachten (Ich-Botschaften sind dabei typisch) - nicht für die Kinder. Ist etwas kompliziert zu verstehen, und im Endeffekt kommt es nacher aufs gleiche raus wie bei der herkömmlichen Pädagogik, in der die Kinder dann teilweise die Grenzen gezogen bekommen, weil man sie für die Gesellschaft fit machen möchte ("das tut man einfach nicht" "Das gehört sich nicht") oder weil man denkt, es sei für das spätere Leben wichtig, dass das Kind das jetzt lernt ("später wirst du mir noch dankbar sein, dass ich jetzt so streng war")
Liebe Grüße, Rubina
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Beitragvon Rubina am Mittwoch 5. September 2007, 16:15

ahhh, hab grad auf meinem PC noch meine Literaturliste von der damaligen Prüfung entdeckt:
Braunmühl, E.v.: Zeit für Kinder – Theorie und Praxis von Kinderfeindlichkeit, Kinderfreundlichkeit, Kinderschutz. Zur Beseitigung der Unsicherheit im Umgang mit Kindern. Ein Lehrbuch. Frankfurt am Main 1978.
Braunmühl, E.v.: Antipädagogik – Studien zur Abschaffung der Erziehung. 8.Auflage Weinheim, Basel 1993.
Braunmühl, E.v.: Was ist antipädagogische Aufklärung? Missverständnisse, Missbräuche, Misserfolge der radikalen Erziehungskritik. Bonn 1997.
Dietz, K.: Heinrich Kupffer. o.O., o.J.; online: http://coforum.de/index.php4?Heinrich_Kupffer (Download 24.06.2003).
Flitner, A.: Konrad sprach die Frau Mama... Berlin 1982. Seite 47 - 160
Kern, G.: Libertäre Anti – Pädagogik. o.O. 2002. online: www.gerhardkern.de/antipaed.htm (Download 24.06.2003).
Klemm, U.: Libertäre Pädagogik. Die pädagogische Rezeption des modernen Anarchismus und das Problem der Freiheit. Hamburg 1995. Seite 151 – 162
Klemm, U. (Hrsg.): Quellen und Dokumente der Antipädagogik. 1. Auflage Frankfurt am Main 1992.
Klemm, U.: Antipädagogik und Kinderrechtsbewegung – Wege zur Freiheit des Kindes. o.O., o.J.; online: www.eifrei.de/Antipaedagogik.htm (Download 24.06.2003).
Lenzen, D. (Hrsg.): Pädagogische Grundbegriffe. Band 1. Aggression bis Interdisziplinarität. Reinbeck bei Hamburg 1994. Seite 88-93
Rotthaus, W.: Wozu erziehen? Entwurf einer systemischen Erziehung. 4.Auflage, Heidelberg 2002. Seite 9-27
Schoenebeck, H.v.: Amication – Freundschaft mit Kindern. o.O., o.J.; online: www.amication.de (Download 24.06.2003).
Schoenebeck, H.v.: Antipädagogik im Dialog. Weinheim, Basel 1985.
Schoenebeck, H.v.: Unterstützen statt erziehen. München 1982.
Weimann, M.: [ohne Überschrift] o.O, o.J.; online: http://home.pages.at/mikeweimann/fmk/interne.htm (Download 23.02.2003).
Weimann, M.: Ein Aufklärungs – Buch. Rezensionen. o.O., o.J.; online: http://home.pages.at/mikeweimann/fmk/buch.htm (Download 24.06.2003).
Weimann, M.: kurz und knapp. o.O., o.J.: online: http://home.pages.at/mikeweimann/fmk/kurzknap.htm (Download 24.06.2003).
Weimann, M.: Texte zum Thema. o.O., o.J.; online: http://home.pages.at/mikeweimann/fmk/sonstige.htm (Download 24.06.2003).
Weimann, M.: Wie es zur Kritik an Freundschaft mit Kindern – Förderkreis e.V. (FMK) kam. o.O., o.J.; online: http://home.pages.at/mikeweimann/fmk/kurzknap.htm (Download 23.02.2003).
Wendling, T.: Antipädagogik – Diese Seite ist Ekkehard von Braunmühl gewidmet. o.O., o.J.; online: http://www.timowendling.de/ap/ (Download 23.02.2003).
Winkler, M.: Misfits: Über die pädagogische Situation nach der Antipädagogik. In: Kolbe, F.U.; Lenhart, V. (Hrsg.): Bildung und Aufklärung heute. 2. unveränderte Auflage, Bielefeld 1993. Seite 223-237
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