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Moderator: Muchai

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Soziale Berufe -> "Kuschelarbeitsklima"!?

Beitragvon Claudia am Sonntag 16. September 2007, 22:03

Hallo!
Ich bin eben über einen Kommentar von Muchai gestolpert.

Muchai hat geschrieben:Aber ich sehe auch ein grundsätzliches Problem.
In anderen Berufsfeldern sind Beurteilungen an der Tagesordnung. Aber im sozialpädagogischen Wolkenkuckucksheim soll das nicht möglich sein, weil wir eh schon sozial sind?
Ich will nicht dem wesentlich rauheren Wind in der sog, freien Wirtschaft den Mund reden, aber dieses Kuschelklima ist mir immer noch zu weit verbreitet.

@Muchai
In bestimmten Bereichen hast du sicher Recht.
Aber ich erlebe auch manchmal genau das Gegenteil, die "ach so sozialen Leute" verhalten sich (in meinen Augen) zum Teil eher sehr "unsozial" gegenüber Kollegen.

@an ALLE
Welche Erfahrungen habt ihr?
Sind die sozialen Berufe noch nicht im wahren Berufsleben angekommen?
Wie ist der gegenseitige Umgang?
(…)

Gibt es das „Kuschelarbeitsklima“? Wenn ja/nein, ist das gut/schlecht? Wie steht ihr zum Thema?

Ich bin schon seeeehr gespannt!
Liebe Grüße!
Claudia
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Beitragvon Andrea am Montag 1. Oktober 2007, 20:59

Krame diese Frage mal wieder hervor!

Kuschelklima im sozialen Bereich? Bin gespannt.
Liebe Grüße
Andrea :elefant:
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    wenn ich will,
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Beitragvon engelein10 am Dienstag 2. Oktober 2007, 16:44

Hallo!

Also Kuschelklima!!
Schön wäre es.
Auch wenn ich Erzieherin bin und gern mit den Kindern auf der Couch kuschel und Bücher lese. Aber so ist es leider im Umgang überhaupt nicht.
Es gibt Kolleginnen mit denen komme ich sehr gut aus, auch privat und es gibt viele Leute die einfach sehr unsozial sind. Hab es in Praktikas schon zu spüren bekommen. Da wird gelästert, die Aufgaben einfach nicht erledigt, Absprachen nicht eingehalten,...! Mit kuschelklima hat das nichts tun.
Da ist die REALITÄT schon angekommen.

Da lieber einen freundliche Atmosphäre, ohne Kuschelklima auf sachlicher Basis, als unsoziales Verhalten unter Kolleginnen. Ein gutes Mittelmaß finde ich nicht schlecht. Da es meist min. ein schwarzes Schaf gibt.
Gruß Vanny

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Beitragvon Muchai am Montag 25. Februar 2008, 19:57

Ich greife das Thema, das ich vor einiger Zeit in Gang gebracht habe, noch einmal auf.

Ich war am Wochenende auf einer hausinternen Fortbildung zum Thema Mobbing.
Ein Ergebnis war, daß Mobbing bei uns nicht an der Tagesordnung ist, aber fast unisono bemerkt wurde, daß es in unserem Haus an einer Streit- bzw. Konfliktkultur fehlt. Es wurde bemängelt, daß Probleme aus verschiedenen Gründen nicht offen thematisiert werden und damit Auseinandersetzungen in der Sache sehr schwierig seien. Das wiederum führe dazu, daß teilweise hintenrum gerdet werde. Probleme würden damit aber nicht gelöst.
Teilweise wird diese fehlende Streitkultur durch unsere Leitungsebene vorgelebt und in den Teams im Prinzip weitergeführt.

Ich sollte vielleicht noch anmerken, daß ich unter Kuschelklima nicht die warme Atmosphäre in Einrichtungen verstehe, sondern das Reden um den heißen Brei um des Friedens willen, aus Angst man könne jemanden verletzen oder selber verletzt werden.
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Beitragvon Claudia am Montag 25. Februar 2008, 23:12

Muchai hat geschrieben:Ich sollte vielleicht noch anmerken, daß ich unter Kuschelklima nicht die warme Atmosphäre in Einrichtungen verstehe, sondern das Reden um den heißen Brei um des Friedens willen, aus Angst man könne jemanden verletzen oder selber verletzt werden.

Dito.

Mir fällt es immer wieder auf, wenn es um Praktikanten geht. Da werden Leute fünf Jahre lang durch die Ausbildung geschleppt, obwohl sie einfach nicht geeignet sind.... :x Bei dem Thema könnt ich wirklich sauer werden.. Und wem nützt es am Ende? Der unzufriedenen, depr./gestressten Erzieherin, den Kindern, dem Träger, ..? :roll:
Okay, ich komm vom Thema ab. :oops:
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Beitragvon Muchai am Montag 25. Februar 2008, 23:16

Claudia hat geschrieben:Okay, ich komm vom Thema ab. :oops:

Nicht wirklich. Das Thema ist m.E. ein wichtiger Teilaspekt.

Wir haben in der Fobi 45 Anzeichen für Mobbing besprochen. Ein Satz lautete: "Eine Kollegin wird ständig kritisiert."
Ich habe als Beispiel die Berufsparktikantin genannt, die's nicht bringt...
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Beitragvon Claudia am Montag 25. Februar 2008, 23:19

Muchai hat geschrieben:Wir haben in der Fobi 45 Anzeichen für Mobbing besprochen. Ein Satz lautete: "Eine Kollegin wird ständig kritisiert."
Ich habe als Beispiel die Berufsparktikantin genannt, die's nicht bringt...

Kannst du das bitte mal näher erläutern? Bild
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Beitragvon Muchai am Montag 25. Februar 2008, 23:26

Durch das ständige (fundierte) Kritisieren kann auch besagte Kollegin das Fass "Mobbing" aufmachen, und Du hast neben einer unfähigen Berufspraktikantin noch das Thema Mobbing an der Backe. Wenn sich das Team ob ihrer Unfähigkeit einig ist (es ihr aber nicht jeder zu verstehen gibt, sondern aus Gründen des Respekts der Anleiterin und GRuppenleiterin überlässt), kann sie sich schnell gemobbt fühlen.
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Beitragvon Claudia am Montag 25. Februar 2008, 23:29

Muchai hat geschrieben:Durch das ständige (fundierte) Kritisieren kann auch besagte Kollegin das Fass "Mobbing" aufmachen, und Du hast neben einer unfähigen Berufspraktikantin noch das Thema Mobbing an der Backe. Wenn sich das Team ob ihrer Unfähigkeit einig ist (es ihr aber nicht jeder zu verstehen gibt, sondern aus Gründen des Respekts der Anleiterin und GRuppenleiterin überlässt), kann sie sich schnell gemobbt fühlen.

Ah! Sehr logisch, ja.

Da sieht man mal wie viele Probleme aus Unfähigkeit als Folge neu entstehen können. Von fehlender Kompetenz im schlimmsten Fall zu Problemen im ganzen Team.

Und wie kann man der Gefahr entgegen gehen? (Natürlich kommt es nicht immer vor.)
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Beitragvon Muchai am Montag 25. Februar 2008, 23:53

Claudia hat geschrieben:Und wie kann man der Gefahr entgegen gehen? (Natürlich kommt es nicht immer vor.)

In so einem konkreten Fall kann man nur möglichst viele Parteien einschalten, um nicht in den Verdacht des Mobbings zu geraten.
allerdings bedarf es dazu noch einiger anderer anzeichen, um den Verdacht wirklich zu erhärten und gerichtlich relevant zu machen.
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