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Trauer und Trauerbegleitung, v.a für Kerstin

Beitragvon Rubina am Donnerstag 22. November 2007, 08:16

Ich hatte ja erwähnt, dass ich grad ein Seminar zum Thema Trauer/ Trauerbegleitung vorbereite.
Hier mal ein bisschen was aus der Vorbereitung:

Ablauf:
Austausch über den Vormittag (am Vormittag fanden Exkursionen statt: eine Führung im Krematorium, eine Führung im Bestattungsinstitut und ein Vortrag vom Hospiz. Es gab also 3 Gruppen.): Was war neu, spannend, interessant, was hat betroffen gemacht? Was beschäftigt?
Überleitung: heute morgen Thema Sterben, Umgang mit Verstorbenen, heute Mittag: Trauer, Umgang mit Trauernden
Trauerphase 1: Schock, Verleugnen eine nimmt sich Blatt, ein Kästchen und liest vor, was drauf steht (der Reihe nach) (hierbei handelt es sich um einen Aufbau von Kästchen. Oben drauf steht: Phase des Schocks, darunter ein Kästchen: verleugnen, nicht wahr haben wollen)
einige Worte von mir dazu
Hinweis, dass auf Arbeitsstelle bei Tod die Angehörigen in dieser Phase sind
vorlesen: Geburt von Katja (nachzulesen hier: http://www.totgeburt.net/html/body_katja_ist_tot.html )
abbau der weißen Kästchen. Darauf steht: unendliche Traurigkeit, Gefühl v Verlust, Gefühl der Leere, Angst vor dem eigenen Tod- Bewusstmachung eigener Sterblichkeit, Schuldgefühle, Schmerz, Angst vor Alleinweiterlebenmüssen, Verlust Lebensfreude, Keine Erwartungen mehr ans Leben, Hilflosigkeit, Versagensgefühle, Leid, Wut gegen Schicksal/ Verstorbenen, Wertlosigkeitsgefühle, Sinn des Lebens wir din Frage gestellt, Schwächegefühl
weiter abbauen lassen: Phase des Rückzugs (dabei steht auf den Kärtchen: Zeit der Erinnerung )und adaptive Phase (Erkenntnis: die Trauer gehört nun zu meinem Leben dazu. Trotzdem: das LEben hat auch schöne Seiten, ist lebenswert. DAs Leben geht weiter.
vorlesen "ein Jahr danach" von Katjas Mutter
Kaffeepause
Todesanzeigen ansehen:
Was geht euch dabei durch den Kopf, was fällt auf?
Welchen Sinn haben Todesanzeigen?
Gibt es noch weitere Rituale zum Thema Trauer? sammeln auf DIN A 4 Blatt
Was bedeutet Trauer überhaupt? versch. Trauerformen bzw. Trauerreaktionen z.B. depressive Stimmung, Zustand tiefer Verzweiflung, relative Gleichgültigkeit, "normale Stimmung", Angst, Halluzinationen, Betäubung-Lähmung, totale Erschöpfung, heftiges Weinen, eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit, Rastlosigkeit, Resignation, Probleme im Umgang mit anderen Menschen, Neidgefühle, Stimmungsschwankungen, Sehnsucht nach Rückkehr des Verstorbenen, Imitationen von Verhaltensweisen des Verstorbenen, Idealisierung des Verstorbenen
Trauer -Traurigkeit  Märchen von der traurigen Traurigkeit vorlesen http://www.zeitzuleben.de/artikel/gesch ... gkeit.html
sehen wir jemandem an, ob er traurig ist? Woran können wir Traurigkeit erkennen?
Wie können wir anderen Menschen in ihrer Trauer beistehen? -> Trauerbegleitung nach Kerstin Lammer http://www.trauernetz.de/778.php
vorlesen: Katjas Mama: "Wenn es mir schlecht geht"
und: Rolf-Dieter Moelkes Frau: "Wie gefühllos…" http://www.rolf-dieter-moelke.de/Inhalt.htm (Hier unter Trauer klicken)
10 Tipps zur Erhaltung der seel. Ausgeglichenheit
Bewusstmachung nochmals der letzten Stufe des Trauerprozesses: Das Leben wird wieder lebenswert, man lernt, mit der Trauer zu leben
2 Gedichte zum Thema Leben
Jede soll sich 10 Dinge, die das Leben für sie lebenswert und schön machen notieren. Wer mag, kann dann in der Gruppe vorstellen.
Materialien aus dieser Stunde werden auf Plakat geklebt zum Ausstellen im Plenum
Plenum: jede Gruppe erzählt von ihrem Nachmittag
Blitzlicht: so geht es mir gerade



verwendete Literatur: viel aus dem Internet
Ulrich Beer: Trauer. Den Schmerz annehmen und überweinden (Cassette) München/Landsberg a. Lech 1994
Monika Specht-Tomann, Doris Troper: Zeit zu trauern. Kinder und Erwachsene verstehen und begleiten.Düsseldorf 2001
Barbara Dobrick. Das endgültige Ende der Kindheit: wenn die alten Eltern sterben. Stuttgart 1989
Ralf Jerneizig, Ulrich Schubert: Der letzte Abschied. Ratgeber für Trauernde.Essen 1991
Andrea Nagel: Mit Würde Abschied nehmen. Trauerfeiern ohne Kirche. Stuttgart 2002
Verena Kast. Trauern. Phasen und Chancen des psychischen Prozesses. Stuttgart 1982.[/url]
Liebe Grüße, Rubina
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Beitragvon Kerstin am Donnerstag 22. November 2007, 20:02

Vielen lieben Dank, Rubina! :D
Kerstin :-D
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Beitragvon Andrea am Sonntag 25. November 2007, 20:01

Ich habs auch gelesen :wink:
sehr interessant Rubina, vielen Dank.
Liebe Grüße
Andrea :elefant:
----------
    Wenn ich nur darf,
    wenn ich soll,
    aber nie kann, wenn ich will,
    dann kann ich auch nicht,
    wenn ich muss.
    Wenn ich aber darf,
    wenn ich will,
    dann kann ich auch,
    wenn ich muss.
    Denn merke:
    die können sollen,
    müssen auch wollen dürfen.


    Johannes Conrad, Philosoph
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Beitragvon Kerstin am Montag 17. Dezember 2007, 18:17

Heute hatte ich das Verlangen mir alles mal etwas genauer durchzulesen und ich muss sagen, das Märchen von der traurigen Traurigkeit hat mich echt berührt. :)

@Rubina:
Es gibt ja Trauerphasen, kann man bestimmen wie lang eine Phase ist, sicher ist dies von der Person abhängig, aber vielleicht gibt es eine Angabe dazu!?
Vielen Dank nochmals für den ausführlichen Bericht. :wink:
Kerstin :-D
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Beitragvon Rubina am Dienstag 18. Dezember 2007, 08:44

@Kerstin: wie du schon sagtest: es gibt kein Zeitkorsett, in das Trauernde gepresst werden sollen/ können. Jeder trauert individuell. Es gibt ja so traditionell in unserer Kultur das "Trauerjahr". Das ist so ein Anhaltspunkt, bis wann die ersten Phasen abgeschlossen sein könnten (aber nicht müssen) und die Phase, in der man sich wieder dem Leben zuwendet, erkennt: das Leben hat schöne Seiten, beginnt.
Die Phase des Schocks ist wohl ziemlich kurz - aber eben nicht immer. Im Fall Maddie (so alles echt ist) wäre das m.E. nach so, dass die Eltern immer noch teilweise in der Phase des Schocks verhaftet sind: der Wahrheit nicht ins Auge sehen wollen, immer in der Hoffnung, Maddie könnte noch leben. Und ich denk, gerade in Fällen, die mysteriös sind, bzw. in denen der/die Verstorbene nicht aufzufinden ist, ist die erste Phase ganz extrem lang.
Liebe Grüße, Rubina
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