Theorie, Berufsalltag und was wo anders nicht hin passt
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Traut ihr euch, zu eurer Meinung zu stehen?

Beitragvon befana am Samstag 8. Dezember 2007, 23:47

In einem anderen Beitrag war Nebenthema, ob man sich traut seine Meinung zu äussern, auch wenn sie nicht der Meinung des Foren- oder Gesprächspartners entspricht.
Wie geht es euch dabei?
Habt ihr Bedenken?
Wenn ja, warum?
Welche guten oder schlechten Erfahrungen habt ihr bisher damit gemacht?

Früher hatte ich damit grosse Schwierigkeiten und habe mich lieber nicht geäussert, als eine entgegengesetzte Meinung zu vertreten.
Mittlerweile fällt es mir schwerer, meine Meinung für mich zu behalten. :lol:
Die gemachten Erfahrungen reichen von negativ bis positiv.
Lieben Gruss
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Beitragvon Claudia am Sonntag 9. Dezember 2007, 01:04

Huhu!

Interessantes, umfangreiches Thema!

Da es schon spät ist, nun nur eine kurze Antwort von mir. :oops: ´


Befana, wenn jmd. sich nun nicht traut, wird er es hier äußern? :P


Ich zitiere mal meine aktuelle Signatur. :wink:
Kurt Tucholsky hat geschrieben:„Nichts ist schwerer und erfordert mehr Charakter, als sich in offenem Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und zu sagen: Nein!“

Und das stimmt, es ist und war wirklich (schon immer) schwer -aber manchmal eben auch wichtig.


Aber ich selbst stand und stehe eigentlich, wie auch in diversen Foren schon allseits bekannt :oops: , klar zu meiner Meinung. Aber einer Diskussion gehe ich - so hoffe ich - ebenfalls nicht aus dem Weg. :)

Das ist schon recht lange so, Gruppendruck hielt ich bei (für mich wichtigen Dingen) auch immer stand. So lang ich selbst vom Gegenteil überzeugt war, konnte ich gut dagegen handeln, reden und argumentieren. (Nie gesoffen, geraucht, gekifft, ...) Ich hab immer alle bemitleidet, die das nicht geschafft haben. Ziemlich arrogant, oder? :oops: :oops: :oops:


Ich finde es wichtig, seine Meinung (egal ob Beruf oder Privatleben) vertreten zu können, aber auch gleichzeitig sich ggf. (wenn eben nötig) einfach "unterzuordnen" bzw. die Mehrheit (zum Beispiel bei einer demokratischen Abstimmung) anzuerkennen.
Liebe Grüße!
Claudia
:hack:

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Beitragvon Nicki am Sonntag 9. Dezember 2007, 11:10

hey,
interessantes thema.
ich sag immer meine meinung und stehe auch immer dazu. aber ich lasse mich auch gerne von dem gegenteil überzeugen, verharre also nicht unbedingt auf meinem standpunkt.

natürlich überlege ich, WIE ich es sage, denn ich bin von der wortwahl im kopf manchmal etwas grob und krass...

aber das liegt in meiner natur, ich war schon immer so.
es können nicht immer alle damit leben, wie ich was sage, aber bisher kann ich gut damit leben. wir sind halt alle verschieden und ich bin eher dominater als manch anderer.
gehabt euch wohl,
lieben gruß, die Nicki


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Beitragvon befana am Sonntag 9. Dezember 2007, 12:05

Claudia hat geschrieben:Befana, wenn jmd. sich nun nicht traut, wird er es hier äußern? :P

Ich hoffe es doch, wäre schade, wenn es nicht so wäre. :lol:
Lieben Gruss
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Beitragvon Lanie am Sonntag 9. Dezember 2007, 13:32

Das ist wirklich interessant.
Ich sehe aus persönlichen Erfahrungen :P noch einen Unterschied zwischen "sich nicht äußern weil man sich nicht traut" und einfach "sich nicht äußern". Letzteres ist bei mir oft der Fall, sowohl in Foren als auch im echten Leben. Sicher hat das manchmal, jedenfalls in der wirklichen Welt, auch mit Abwägungen zu tun, ob man es sich zutraut, die Meinung gegenüber der Mehrheit zu vertreten, aber bei mir ist es ganz oft so, dass ich meine Meinung zu einem Thema habe, es aber nicht für nötig halte, die mitzuteilen oder zu diskutieren. Das stört mich dann auch überhaupt nicht, also ich denke dann nicht, "ha, wenn die wüssten was ich denke" :P , ich behalte einfach ganz gerne meine Gedanken für mich (natürlich nicht in engen Beziehungen) und interessiere mich derweil für die Meinungen anderer oder amüsiere mich auch mal innerlich drüber. Das kommt jetzt sicher arrogant rüber, aber es hat ja auch nicht nur Nachteile für die anderen, sondern schon auch für mich, denn man wird leicht unterschätzt, wenn man nicht bereit ist, zu jeder Kleinigkeit seine Klappe aufzureißen und seinen Senf dazuzugeben. Ohoh, das macht mich jetzt wohl doch etwas sauer :roll: . Ich finde einfach, es ist so, dass Menschen, die den Mund am weitesten aufsperren, auch am meisten kriegen (sei es Aufmerksamkeit, Zuneigung, gute Noten, Hilfe...), und das finde ich nicht richtig und will da nicht mitmachen, indem ich mich verstelle, nur damit ich da reinpasse. Sicher werde ich das aber früher oder später sowieso müssen, denn Teamarbeit ist ja heute auch alles :roll: . Das werde ich dann noch lernen müssen...
Übrigens kommt noch dazu, dass ich es schwierig finde, im Gespräch über das Gesagte von anderen gut nachzudenken und gleichzeitig zu planen, was ich gleich sagen möchte. Deshalb ziehe ich dann das Denken vor :wink:
War das zu wirr? :oops:

Viele Grüße,
Lanie
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Beitragvon Rosenrot82 am Sonntag 9. Dezember 2007, 16:07

Servus zu diesem selbstkritischem Thema!

Nicki hat geschrieben:natürlich überlege ich, WIE ich es sage, denn ich bin von der wortwahl im kopf manchmal etwas grob und krass...
aber das liegt in meiner natur, ich war schon immer so.
es können nicht immer alle damit leben, wie ich was sage, aber bisher kann ich gut damit leben.

Oh das kommt mir bekannt vor! Meinem Göga geht es auch so. Manchmal muss ich ihn daran erinnern, dass der Ton die Musik macht, wie es so schön heißt. Er eckt auch öfter mal an mit dem was er sagt. Da gibt es schon Leute die sich dann auf den Schlips getreten fühlen. Aber wer ihn kennt, weis dass er halt einfach so ist!

Lanie hat geschrieben:War das zu wirr? :oops:

Nein gar nicht.
Ich finde mich auch oft mitten in einer Diskussion zwischen Leuten, wo ich mir die verschiedenen Meinungen anhöre, aber sie im Gegensatz zu den anderen dann einfach so stehen lasse. Mir reicht es völlig, mir meinen Teil dabei zu denken... Manchmal auch, das muss ich zugeben, weil es mir zu anstrengend wäre, auf Gegenantworten darauf dann wieder reagieren zu müssen und mich weiter zu erklären oder vllt. zu rechtfertigen. Mir geht es oft so, dass ich manche Gespräche schlicht überflüssig finde, eigentlich ja ungewöhnlich fürs weibliche Geschlecht oder? Eigentlich quasseln wir doch ohne Ende über alles! Trotzdem ziehe ich es vor, mich auszuklinken und nur für mich darüber nachzudenken.
Das alles trifft aber weniger im familiären Bereich zu. Da habe ich schneller einen Kommentar zu einem Thema parat^^ Liegt wohl wirklich daran, dass man sich da weniger Gedanken über die Folgen einer Aussage macht weil man sich sicherer fühlt.
Was du über die Nachteile sagst Lanie, sehe ich auch so.
Ich habe auch hin und wieder das Gefühl, deshalb unterschätzt zu werden. Sage ich etwas, werde ich schon mal überrascht angeguckt. Manchmal habe ich dann das Gefühl, als wären die anderen neugierig, was ich dazu plötzlich zu sagen habe. Oder aber es wird mir sofort über den Mund gefahren, weil ich gar nicht ernst genommen werde, da ich ja sonst auch nix sage.
Jemand, der mit seinem Mundwerk immer vorn mit dabei ist hat vllt. schon mehr Vorteile. Er fällt mehr auf. Wenn auch nicht immer positiv oder? Finde ich zumindest. Mir fallen da Leute ein, die immer eine Meinung haben, von der sie finden, dass alle sie hören sollten. Nur werden die Personen so wenig ernst genommen wie ich manchmal, weil keine mehr ihre Meinung hören will.

So, genug geoutet!
LG Rosenrot
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Beitragvon Kerstin am Montag 10. Dezember 2007, 11:58

Ich äußere mich später auch noch zu diesem Thema, aber vorerst einen Buchtipp von mir:

Wie man seine Persönlichkeit wahrt und sich durchsetzt: im Beruf, in der Ehe, in der Liebe, im Familienkreis, in der Gemeinschaft.
Kerstin :-D
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Beitragvon Lanie am Montag 10. Dezember 2007, 13:13

Hallo,
Rosenrot hat geschrieben:Mir geht es oft so, dass ich manche Gespräche schlicht überflüssig finde, eigentlich ja ungewöhnlich fürs weibliche Geschlecht oder? Eigentlich quasseln wir doch ohne Ende über alles! Trotzdem ziehe ich es vor, mich auszuklinken und nur für mich darüber nachzudenken.

Es gibt also tatsächlich noch mehr, denen es so geht! Finde ich ja schön zu entdecken :) Gerade das mit dem "überflüssig" kann ich absolut unterschreiben.
Rosenrot hat geschrieben:Jemand, der mit seinem Mundwerk immer vorn mit dabei ist hat vllt. schon mehr Vorteile. Er fällt mehr auf. Wenn auch nicht immer positiv oder? Finde ich zumindest. Mir fallen da Leute ein, die immer eine Meinung haben, von der sie finden, dass alle sie hören sollten. Nur werden die Personen so wenig ernst genommen wie ich manchmal, weil keine mehr ihre Meinung hören will.

Oh ja, solche Leute habe ich ja "gefressen" :roll: Nee, das ist sicher nicht immer positiv, aber hat halt oft dennoch positive Auswirkungen für die Person. Weil keiner mehr den Spruch für wahr hält "Stille Wasser sind tief" - eher "Stille Wasser müssen dumm sein, sonst wären sie nicht still" :roll: :lol:

Danke für's auch "Outen", Rosenrot, das ist interessant :wink:
Viele Grüße,
Lanie
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Beitragvon Claudia am Montag 10. Dezember 2007, 13:19

Na ja, aber es gibt ja nicht nur schwarz-weiß. :wink:


Ich denke, dass die Wenigsten immer zu jedem Thema eine Meinung haben. :wink:
Liebe Grüße!
Claudia
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Beitragvon Rosenrot82 am Montag 10. Dezember 2007, 16:27

Servus!
Claudia hat geschrieben:Na ja, aber es gibt ja nicht nur schwarz-weiß. :wink:


Ich denke, dass die Wenigsten immer zu jedem Thema eine Meinung haben. :wink:

Oh ich hab ja nicht behauptet, dass alle die ihre Meinung äußern so sind. Aber mir fällt da halt auf Anhieb mehr als eine Person ein!

Lanie hat geschrieben:Es gibt also tatsächlich noch mehr, denen es so geht! Finde ich ja schön zu entdecken :) Gerade das mit dem "überflüssig" kann ich absolut unterschreiben.

Ich auch! :wink:

Lanie hat geschrieben:Weil keiner mehr den Spruch für wahr hält "Stille Wasser sind tief" - eher "Stille Wasser müssen dumm sein, sonst wären sie nicht still"

Oh wie gemein. Das wäre ja echt arrogant, so zu denken!

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