Praxis im eigenen Haushalt...
(Für alle User offen.)
Forumsregeln
Willkommen im Unterforum Kindertagespflege!
Bitte unsere Nutzungsbedingungen, die Datenschutzrichtlinie und das Impressum beachten.
Hinweise zur Bedienung sind bei der BBCode-Anleitung und den häufig gestellten Fragen zu finden.
Bei weiteren Fragen bitte an einen Admin wenden.

Psyche von einem Baby!

Beitragvon Linda40 am Dienstag 18. Dezember 2007, 15:07

Huhu, :D

na ich hoffe, das ich die Überschrift gut gewählt habe.

Wollte Euch mal von einer Geschichte berichten.

Es geht um ein Baby von 8 Monaten. Es ist ein Junge, der bis vor kurzem noch voll gestillt worden ist. Die Mama hatte nun von einen auf den anderen Tag keine Milch mehr und wollte den kleinen dann an das Fläschchen und Brei gewöhnen. Dazu muss ich sagen, das er während der Stillzeit schon mal ein paar Löffelchen Brei und Tee aus einer Teeflasche getrunken hat.

Nun verweigert der Kleine seit dem Tag des "abrupten" Abstillens jegliche Nachrung und Flüssigkeit. Die Eltern haben es dann ein paar Tage lang immer wieder zu Hause versucht. Sobald der Kleine einen Löffel oder eine Flasche sah, hat er gebrüllt und es war weder Flüssigkeit noch Nahrung in ihn hineinzubekommen.

Die Eltern wussten sich dann keinen Rat mehr und sind ins Krankenhaus gefahren. Dort wollte man ihnen erst nicht glauben, da das Kind eine spastische Bronchitis hatte waren die Ärzte der Meinung, das es daran liegt.

Nun war die Mutter einige Tage mit ihm Krankenhaus. Die Schwestern versuchten es dort auch mit Flasche und Löffel, ohne Erfolg. Nachdem das Kind mittlerweile 2 kg abgenommen hatte und nun Flüssigkeit über den Tropf bekam bestand nur noch die Möglichkeit einer Magensonde.

Organisch wurde alles Mögliche untersucht, aber nichts gefunden.

Nun sind die Ärzte zu dem Ergebnis gekommen, das die Nahrungsverweigerung psychisch bedingt ist. Der Kleine hat wahrscheinlich das plötzliche Abstillen seelisch nicht verkraftet.

Jetzt sind Mutter und Kind erst einmal entlassen worden und eigentlich auch nicht "schlauer" wie vorher. Sie sollen jetzt die nächsten 2 Tage in der häuslichen Umgebung noch einmal alles versuchen. Wenn das Kind dann nach den 2 Tagen auch nichts zu sich nimmt, dann soll er erst einmal eine dauerhafte Magensonde bekommen.

Ich frage mich nur, wie lernt ein Kind dann andere Nahrung zu akzeptieren, wenn es erst einmal über die Magensonde ernährt wird.

Was meint ihr dazu? Habt ihr so etwas schon einmal gehört? Wie kann man den Eltern evtl. helfen.

Noch dazu muss ich sagen, das es nicht ihr 1. Kind ist. Sie haben schon ein Mädchen im Alter von fast 3 Jahren. Ein Kind, was sich problemlos entwickelt hat.

Da ich diese Familie kenne hat mich das schon sehr betroffen gemacht.

:shock:
Benutzeravatar
Linda40
Forenmitglied
 
Beiträge: 1125
Registriert: 14.03.2007
Wohnort: Berlin
Alter: 49
Tätigkeit: Tagespflegeperson (Förderung und Betreuung von Kindern im Alter von 0-3 Jahren)
Geschlecht: weiblich
Land: Deutschland
Berufsabschlüsse: Ausbildung zur Bürogehilfin (heute:Fachkraft für Bürokommunikation),
einige Jahre in diesem Beruf gearbeitet.
Seit 1994 Tagespflegeperson (Einzelpflegestelle).
Arbeite für das Jugendamt mit Pflegeerlaubnis.
Qualifizierung: Berliner Grund- und Aufbauzertifikat.


Beitragvon Sophina am Dienstag 18. Dezember 2007, 15:54

Hallo Linda,

ich habe schonmal gehört, dass sich eine Frau, die plötzlich keine Milch mehr hatte, ein kleines Schläuchlein, dessen Ende an einer Flasche war oder so ähnlich, an die Brust geklebt hat, weil die abrupte Umstellung ebenfalls nicht geklappt hat.

Tja, und dann halt möglichst bald mit dem regulären "Beifüttern" beginnen, weil es bestimmt nicht doll ist auf die Dauer mit einem Schlauch an der Brust...

Was mir so generell einfällt: 8 Monate voll gestillt?? Hatte die Mutter schon vorher Probleme auf Beikost umzustellen? Wollte das Kind da schon nicht, oder hatte sie bisher einfach nicht die "Idee", es mit Brei zu probieren??

Liebe Grüße, Sophina
:schaf: Grüßle, Sophina

"Erst wenn die letzte Zimmerecke aufgeräumt,
die letzte Hausaufgabe geschrieben
und der letzte schlechte Umgang vergrault ist,
werdet Ihr Eltern herausfinden,
dass Ihr ohne Gemecker nicht glücklich seid!"
~ sehr frei nach den Weissagungen der Cree ~
Benutzeravatar
Sophina
*** Moderatorin ***
 
Beiträge: 3724
Registriert: 07.01.2007
Wohnort: Im schönen Monnem
Alter: 43
Tätigkeit: Labormäuschen
Geschlecht: weiblich
Land: Deutschland
Schulabschluss: Abitur
Berufsabschlüsse: Ausbildung zur Chemielaborantin.
Auch schon mal gemacht (ohne Ausbildung): Sekretärin, Telefonmarketing, Datenerfassung

Beitragvon Linda40 am Dienstag 18. Dezember 2007, 18:40

Huhu Sophina, :D

na was für eine "Überlistung". :D

Der Kleine hat mit 6 Monaten schon Gemüsegläschen bekommen. Er schaffte immer so ein halbes Gläschen wollte aber immer noch die Brust.

Seit keine Milch mehr da ist will er gar nichts mehr. Die erste Mahlzeit mit Magensonde hat er sogar erbrochen.

Ich finde diese Reaktion schon sehr heftig. :roll:
Benutzeravatar
Linda40
Forenmitglied
 
Beiträge: 1125
Registriert: 14.03.2007
Wohnort: Berlin
Alter: 49
Tätigkeit: Tagespflegeperson (Förderung und Betreuung von Kindern im Alter von 0-3 Jahren)
Geschlecht: weiblich
Land: Deutschland
Berufsabschlüsse: Ausbildung zur Bürogehilfin (heute:Fachkraft für Bürokommunikation),
einige Jahre in diesem Beruf gearbeitet.
Seit 1994 Tagespflegeperson (Einzelpflegestelle).
Arbeite für das Jugendamt mit Pflegeerlaubnis.
Qualifizierung: Berliner Grund- und Aufbauzertifikat.

Beitragvon Franka am Mittwoch 19. Dezember 2007, 05:37

Hallo Linda, das ist schon heftig und ich wüßte auch keinen Rat. Nur ein anderes, nicht ganz so heftiges Beispiel fürs Verweigern der Falsche.

Mein Ex-mann erzählte mir letztens, daß seine kleine Tochter (7 Monate) auch nicht aus der Flasche trinken wollte. Sie trinkt ihre Milch jetzt aus einer Trinklerntasse.



Franka
Benutzeravatar
Franka
Forenmitglied
 
Beiträge: 604
Registriert: 06.07.2007

Beitragvon Linda40 am Mittwoch 19. Dezember 2007, 06:02

Liebe Franka, :D

danke Dir für Deine Meinung. :wink:

Tja, das ist schon eine schwierige Situation für die ganze Familie. Vor allem am Ende vielleicht noch mitzuerleben, wie das eigene Kind "zwangsernährt" werden muß. :shock:

Wenn das Kind die Tasse nehmen würde, dann wäre das ja auch eine Lösung. Aber diese "Variante" haben sie auch schon probiert.

Die Ärzte hoffen nun, das er sich in der häuslichen Umgebung mit viel Zuneigung "besinnt". :roll:
Benutzeravatar
Linda40
Forenmitglied
 
Beiträge: 1125
Registriert: 14.03.2007
Wohnort: Berlin
Alter: 49
Tätigkeit: Tagespflegeperson (Förderung und Betreuung von Kindern im Alter von 0-3 Jahren)
Geschlecht: weiblich
Land: Deutschland
Berufsabschlüsse: Ausbildung zur Bürogehilfin (heute:Fachkraft für Bürokommunikation),
einige Jahre in diesem Beruf gearbeitet.
Seit 1994 Tagespflegeperson (Einzelpflegestelle).
Arbeite für das Jugendamt mit Pflegeerlaubnis.
Qualifizierung: Berliner Grund- und Aufbauzertifikat.

Beitragvon Christiane am Mittwoch 19. Dezember 2007, 09:41

Hallo Linda
Nun so krass habe ich auch keine Erfahungen gemacht, oder gehört.
Was ich so gehört habe war die Tatsache das das Kind ( auch wenn keine Milch vorhanden ist) am Busen "Schnuddeln "wollte, danach war auch etwas Trinken aus der Flasche oder ein wenig Brei möglich. Es hat sich alles langsam reguliert. Dieses Kind hat nach dem heftigen "Mutterentzug" auch alles verweigert.
Liebe Grüße aus Berlin von Christiane
Benutzeravatar
Christiane
Forenmitglied
 
Beiträge: 119
Registriert: 25.07.2007
Wohnort: Berlin
Tätigkeit: Tagesmutter mit Heilpädagogik

Beitragvon rodkulla am Mittwoch 19. Dezember 2007, 13:39

Hallo, Linda,
ich habe auch noch nie von so einem Fall gehört.
Spontan fällt mir dazu folgendes ein:
Die Mutter sollte mal bei einer Hebamme oder Stillberaterin nachfragen, die haben oft viele Tipps, wie man damit umgehen könnte. Was mich wundert ,ist, dass die Mutter von heute auf morgen keine Milch mehr hat. Wenn es nicht zu spät ist, würde ich raten, Milchbildungstee zu trinken. Bin mir aber unsicher, ob das für die "Psyche" des Kindes gut wäre. Aber bevor das Kind anfängt körperlich zu leiden, würde ich es versuchen.
Die Mutter sollte auch meiner Meinung nach ganz viel mit dem Kind schmusen, so dass es noch die nötige körperliche Zuwendung bekommt, die ja beim Stillen so gegeben ist.
Mit acht Monaten kann das Kind auch schon am Brot oder Banane lutschen, wurde das schon mal ausprobiert?

Wünsche der Mutter und dem Kind (und der ganzen Familie) gutes Gelingen
rodkulla

Lass noch mal von Dir hören, wie es weitergeht...

Mir fällt noch was ein: Der Vater sollte mal das Kind füttern, das Kind bezieht sich mit dem Stillen auf die Mutter und bezieht die Nahrungsaufnahme mit ihr. (Die Krankenschwester war fremd für das Kind, vielleicht fremdelte es.)
rodkulla
Forenmitglied
 
Beiträge: 330
Registriert: 25.02.2007
Geschlecht: weiblich

Beitragvon Linda40 am Donnerstag 20. Dezember 2007, 13:32

Huhu, :D

es gibt Neuigkeiten von dem Kind, von dem ich berichtet habe.

Seit gestern ist das Kind wieder im Krankenhaus. Zu Hause war es sehr schlimm. Das Kind schrie die ganze Zeit, so bald sich die Mama entfernt hatte und hat keine Mahlzeiten angenommen.

Die Eltern waren fix und fertig und sind dann wieder ins Krankenhaus gefahren. Sie haben ja noch ein etwas älteres Kind zu Hause und das Kind war nun ganz irritiert, was mit dem Brüderchen los ist.

Im Krankenhaus riet man der Mutter, das Kind ohne sie dort zu lassen. Sie solle erst einmal nach Hause fahren mit ihrem anderen Kind und dem Ehemann zur Ruhe kommen.

Die Ärzte und Schwestern stehen in ständigem telefonischen Kontakt mit den Eltern und konnten berichten, das das Kind gestern ein halbes Gläschen gegessen hatte und heute auch die Milchflasche getrunken hat.

Ärzte, Schwestern, Hebamme und die Kinderärztin sind nun der Überzeugung, das das Kind eine sehr enge Bindung zur Mutter hat und wenn es seine Mutter sieht immer das Stillen in Verbindung sieht.
Sie haben der Mutter geraten sich erst einmal etwas im Hintergrund zu halten, damit das Kind lernt, das auch andere Menschen in seinem Umfeld für seine Versorgung zuständig sind.
Heute fährt der Vater ins Krankenhaus und möchte dann mal versuchen, sein Kind zu füttern.

Der Mama geht es damit jetzt ganz gut. Sie ist froh, das ihr Kind nach 14 Tagen ohne Nahrung und Wasser anzunehmen schon den ersten Schritt "gewagt" hat und hofft, das es jetzt die Lösung ist und es weiter bergauf geht.
Die Mutter hat auch Bedenken, das ihr Kind sonst ein gestörtes Verhältnis zum Essen bekommen würde, wenn man das ständig zum Thema macht. Es ging ja wohl in letzter Zeit schon um nichts anderes mehr.

Wie seht ihr die Geschichte. :roll:

Da es ein zukünftiges Tageskind von mir sein wird, denken wir, das das Kind in vielen Situationen sicherlich mehr Zeit für Veränderungen benötigt, wie andere Kinder.
Benutzeravatar
Linda40
Forenmitglied
 
Beiträge: 1125
Registriert: 14.03.2007
Wohnort: Berlin
Alter: 49
Tätigkeit: Tagespflegeperson (Förderung und Betreuung von Kindern im Alter von 0-3 Jahren)
Geschlecht: weiblich
Land: Deutschland
Berufsabschlüsse: Ausbildung zur Bürogehilfin (heute:Fachkraft für Bürokommunikation),
einige Jahre in diesem Beruf gearbeitet.
Seit 1994 Tagespflegeperson (Einzelpflegestelle).
Arbeite für das Jugendamt mit Pflegeerlaubnis.
Qualifizierung: Berliner Grund- und Aufbauzertifikat.

Beitragvon Kathleen am Sonntag 23. Dezember 2007, 20:34

Oh Linda, so einen extremen Fall kenn ich auch nicht.
Ich hatte mal ein Zweijähriges Mädchen das Mittags nicht zur Ruhe kam und ich nicht mehr wußte was ich machen sollte, bis die Mutti mir dann endlich erzählte das sie sich immer mithinlegt und sie dann die Brust bekommt bis sie eingeschlafen ist. Ich fand es sehr heftig, nicht das sie noch die Brust bekommt, sondern das sie mir nichts gesagt hat und gedacht hat es wird schon so gehn. ( Mutti ist übrigens Psychotherapeutin, mit DR.)
Die Eltern von deinem baldigen TK müssen echt fix und fertig sein. Ich hoffe es geht jetzt aufwärts und sie bekommen auch ein bischen Ruhe.
Ich bin was ich bin.
Kathleen
Forenmitglied
 
Beiträge: 471
Registriert: 25.01.2007
Alter: 46
Geschlecht: weiblich

Beitragvon Linda40 am Dienstag 25. Dezember 2007, 00:14

Liebe Kathleen, :D

ja, das ist wirklich sehr schwierig.

Das Kind ist jetzt in einer anderen Klinik, nahe dem Wohnort der Eltern.
Dort wurde es wohl mal gründlich untersucht und festgestellt, das seine Lungen- und Leberwerte nicht so gut aussehen. Die Verdacht einer Lungenentzündung besteht. Woraufhin im anderen Krankenhaus, wo das Kind vorher war nicht untersucht worden ist.
Das Kind hat auch jetzt am Körper so hellbraune größere Flecken. Sehen aus wie größere Leberflecken.

Die Eltern mussten ihren Kleinen nun im Krankenhaus lassen und er wird nun gründlich untersucht, was ihm fehlen könnte.

Inzwischen hat er von den Schwestern schon etwas Milch aus der Flasche und etwas Gemüse aus dem Gläschchen genommen. Nicht viel, aber immerhin etwas.

Habe die Eltern gebeten, mich im Urlaub auch ruhig zu benachrichtigen, wenn es Veränderungen gibt.

Hoffe, das bald gefunden wird, was dem Kleinen fehlt. Denn diese Ungewissheit ist für die Eltern viel schlimmer, wie eine Erkrankung mit der man umgehen lernen kann.

Noch schöne Feiertage. :D
Benutzeravatar
Linda40
Forenmitglied
 
Beiträge: 1125
Registriert: 14.03.2007
Wohnort: Berlin
Alter: 49
Tätigkeit: Tagespflegeperson (Förderung und Betreuung von Kindern im Alter von 0-3 Jahren)
Geschlecht: weiblich
Land: Deutschland
Berufsabschlüsse: Ausbildung zur Bürogehilfin (heute:Fachkraft für Bürokommunikation),
einige Jahre in diesem Beruf gearbeitet.
Seit 1994 Tagespflegeperson (Einzelpflegestelle).
Arbeite für das Jugendamt mit Pflegeerlaubnis.
Qualifizierung: Berliner Grund- und Aufbauzertifikat.

Nächste

Zurück zu Kindertagespflege

  • BESUCHER

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste