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Von der Leyen: "Zuschüsse auch für private Kitas"

Beitragvon Claudia am Mittwoch 19. März 2008, 21:05

Künftig sollen nicht nur gemeinnützige Träger von Kinderbetreuung Zuschüsse für ihre Arbeit bekommen. Familienministerin von der Leyen plant laut einem Zeitungsbericht, künftig auch gewinnorientierte Anbieter finanziell zu unterstützen. Die SPD findet die Idee nicht besonders gut.

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) will die Kinderbetreuung in Deutschland nach Informationen der „Frankfurter Rundschau“ stärker privatisieren. Künftig sollen demnach nicht nur gemeinnützige Träger staatliche Zuschüsse bekommen, sondern auch gewinnorientierte gewerbliche Anbieter von Krippen und Kindertagesstätten. Anders sei der zugesagte Ausbau der Kinderbetreuung nicht zu schaffen, argumentiert von der Leyen in ihrem Referentenentwurf für das neue Kinderförderungsgesetz, der der „FR“ vorliegt.(...)

:arrow: Quelle und ganzer Artikel: Welt.de

:arrow: Beitrag dazu in der Tagesschau
Liebe Grüße!
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:hack:

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Beitragvon Franka am Mittwoch 19. März 2008, 22:09

Ich verstehe die ganze Diskussion, die darüber jetzt aufgemacht wird, nicht.
Hier gibt es seit Jahren private Kitas. Die bekommen 83 % der notwendigen Personalkosten und wenn sie Glück haben und im Bedarfsplan sind, dann gibts noch ein paar Euro für Sachkosten.
Ja, das Platzgeld ist höher - muß es aber auch sein, die öffentliche Förderung reicht schließlich hinten und vorne nicht aus.

Reich wird niemand dabei. Die Leute, die das machen, sind oftmals Erzieherinnen, die aus der Arbeitslosigkeit hinaus ihre Kita gegründet haben und eigentlich nichts anderes wollten als in ihrem erlernten Beruf zu arbeiten. Auch ich habe schon darüber nachgedacht.


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Beitragvon Muchai am Freitag 21. März 2008, 02:40

Steuerrechtlich wird von der Leyen nicht darum herumkommen, wie man dazu stehen mag, ist eine andere Sache. Aber unser Steuer- und Subventionsrecht treibt bisweilen schon seltsame Blüten.

Die meisten der privaten Träger (zu denen z.B. auch Elterninititativen gehören) arbeiten eben nicht gewinnorientiert. Die Erzieherin, die sich selbständig macht, verdient sich auch nicht dumm und dämlich.

Und es bleiben Fragen offen:
Werden Einrichtungen bezuschusst, die unter Tarif bezahlen (der höchste Posten sind die Personalkosten)?.

Was die Privatisierung in der Pflege gebracht hat, bekommen wir in regelmäßigen Abständen zu lesen. Ich sehe das sehr kritisch...
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Beitragvon engelein10 am Mittwoch 26. März 2008, 19:20

Hallo!

Ich finde die Idee nicht schlecht. Arbeite ja selbst in einer privaten kiTa. Bei uns zahlen alles die Eltern und nur wer genug Geld hat, bekommt auch einen Platz. 6Euro die Stunde ist echt viel. Aber wenn man zuschüsse bekommt, kann man Plätze auch an andere Kinder abgeben. Also an Kinder, die wirklich einen Platz brauchen, weil die Eltern arbeiten müssen.
Gruß Vanny

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Beitragvon Muchai am Mittwoch 26. März 2008, 22:22

Ich wollte mit den Bedenken auf solche Modelle hinaus:

Gute Geschäfte mit der Kita-GmbH

Sie sind rar, begehrt und lange im Voraus vergeben: Für den Platz in einer Kita zahlen gutbetuchte Eltern schon mal 1000 Euro. Seit kurzem sind deshalb auch bundesweite Anbieter auf dem Markt - dass es sich lohnt, zeigen die "Little Giants" in Stuttgart.

:arrow: SPON

:arrow: Little Giants
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Beitragvon Muchai am Donnerstag 17. April 2008, 22:43

Wohlfahrtsverband warnt vor Kommerzialisierung der Kinderbetreuung

Erneut hat der Paritätische Wohlfahrtsverband vor einer weiteren Öffnung der Kinderbetreuung für gewinnorientierte Träger gewarnt. Anlässlich der heutigen Anhörung zum Kinderförderungsgesetz im Bundesfamilienministerium erklärte er, dies stelle nicht nur einen inakzeptablen Übergriff in die Länderzuständigkeit dar, sondern ließe auch deutliche Qualitätsverluste befürchten.

:arrow: Bildungsklick

Auf der Seite des DPWV ist leider nur ein dürrer Dreizeiler zu finden; auf der Seite des Kinderministeriums wird recht anschaulich das Kinderförderungsgesetz (KiFöG) erklärt.
Mit pädagogischem Gruß
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Beitragvon Franka am Donnerstag 17. April 2008, 23:57

Wenn private Kitas nicht vom Staat unterstützt werden, dann ist es m.E. kein Wunder, wenn die Eltern dort so hohe Betreuungsentgelte bezahlen müssen. Irgendwoher muß das Geld für Betriebskosten und Personal ja kommen.
Daß nur gut betuchte Eltern eine Chance auf einen der raren Kitaplätze haben, finde ich viel unsozialer als Förderung für alle Betreuungsplätze, die man ja durchaus mit Auflagen versehen kann.

Paritätischer und Co haben eine Menge zu verlieren. Immerhin verdienen ja auch die freien Träger an der Kinderbetreuung.

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Achtung, viel zu lesen...

Beitragvon befana am Mittwoch 23. April 2008, 19:18

Lieben Gruss
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Re: Von der Leyen: "Zuschüsse auch für private Kitas"

Beitragvon Muchai am Sonntag 13. Juli 2008, 17:58

Betrieb im Kindergarten

(...)Es ist auch kein ganz normaler Kindergarten: Er ist für Kinder, deren Eltern am Potsdamer Platz bei Daimler, Sanofi-Aventis oder Toll Collect arbeiten. Hier ist vieles an die Bedürfnisse von berufstätigen Eltern angepasst. Zum Beispiel die Öffnungszeiten. Der alleinerziehende Martin Larbig holt seine Kinder in der Regel gegen sechs Uhr abends. Die meisten andern Kitas hätten dann schon seit zwei Stunden geschlossen. Dieser Kindergarten öffnet von sieben Uhr morgens bis halb neun abends.(...)

:arrow: DIE ZEIT
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Re: Von der Leyen: "Zuschüsse auch für private Kitas"

Beitragvon Andrea am Sonntag 13. Juli 2008, 18:55

Das ist mal wieder ein Artikel zum aufregen :wut3: vor allem einige der Kommentare :stumm: :autsch:

Wenn ich so was lese, werde ich sarkastisch: so sehen dann demnächst die Flyer von Kitas aus:
Vereinbarkeit von Familie und Beruf: lassen Sie Ihr Kind von morgens 7 bis Abends um 7 betreuen. Ihr Kind hat dann schon mit den Erz. zu Abend gegessen und trägt schon seinen Schlafanzug. Als gute Vollzeitmami und Vollzeitpapi brauchen Sie Ihrem Kind nur noch eine Geschichte vorlesen und ein Lied zum einschlafen vorträllern - wahlweise bieten wir dies zu Ihrer Entlastung auch auf CD an. Morgens wecken Sie ihr Kind bitte liebevoll, tragen es ins Auto und um 7 Uhr übernehmen wir als Profis das waschen, anziehen und Frühstück. Möchten Sie das Wochenende mal für sich oder gemeinsam mit dem Partner verbringen - Kinder sind ja sooooooo anstrengend - bieten wir natürlich auch für dieses eine Lösung. Unser 24- Stunden- Wochenendservice steht Ihnen zur Verfügung. Dienstreisen sind natürlich auch kein Problem, da im angrenzenden Kinderhotel das Kind jederzeit herzlich Willkommen ist. Wir betreuen Neugeborene ab der 12. Lebensstunde und haben 365 Tage im Jahr geöffnet.
Garantie: wir übernehmen primäre, sekundäre, tertiäre Sozialisation, Enkulturation, Personalisation und bei Bedarf Akkulturation. Das Werte- und Normensystem wird dem jeweiligen Leitbild der regierenden Partei angepasst. ...


:wut3: Ich weiß, dass es gerade für U3 Kinder mal eine Zeitbegrenzung gab, wie viele Stunden sie "Fremdbetreut" werden dürfen? Weiß da jemand mehr zu, ist schon ein paar Jährchen her und inzwischen hört man davon nichts mehr.

Entschuldigung aber manchmal tut Sarkasmus gut :mrgreen:
Vereinbarkeit von Familie und Beruf: JA
Betreuung auch von Kindern unter 3 Jahren: inzwischen auch JA, obwohl ich mir wünschen würde, Frauen wären nicht dazu gezwungen ihr Kind nach einem Jahr in die Fremdbetreuung zu geben.
ABER alles bitte mit Bedacht und Vernunft und Regeln. Mit Blick auf die Bedürfnisse des Kindes und nicht auf die Wirtschaft :wut3:
Zuletzt geändert von Andrea am Sonntag 13. Juli 2008, 19:57, insgesamt 1-mal geändert.
Liebe Grüße
Andrea :elefant:
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    Wenn ich nur darf,
    wenn ich soll,
    aber nie kann, wenn ich will,
    dann kann ich auch nicht,
    wenn ich muss.
    Wenn ich aber darf,
    wenn ich will,
    dann kann ich auch,
    wenn ich muss.
    Denn merke:
    die können sollen,
    müssen auch wollen dürfen.


    Johannes Conrad, Philosoph
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