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Die GEW weiß was über Kindertagespflege

Beitragvon Franka am Montag 5. Mai 2008, 18:38

http://www.gew.de/Binaries/Binary31223/ ... C3%B6G.pdf

Die GEW spricht sich gegen eine Gleichstellung der Tagespflege mit
Tageseinrichtungen für Kinder aus. Dies hat vor allem qualitative
Gründe. In allen Bundesländern gibt es für Tageseinrichtungen für
Kinder Bildungsprogramme und -pläne. Darin ist detailliert
beschrieben, was Kindertagesstätten leisten sollen. Besonderes
Gewicht wird auf die Förderung der Sprachentwicklung in der
deutschen, aber auch der Muttersprache gelegt. Muttersprachliche
Bildung werden Tagespflegepersonen kaum leisten können. Ebenso
sind durchweg die Bereiche Naturwissenschaft, Technik, Medien von
hochrangiger Bedeutung. Man muss davon ausgehen, dass in
Tagespflegestellen die für diesen Bereich erforderliche Ausstattung
nicht bereitgehalten werden kann
. Als wichtige Methode der
Bildungsprozessbegeleitung wird die Beobachtung und Dokumentation
empfohlen. Diese Methode setzt nicht nur hohe Sensibilität und
wissenschaftliche Kenntnisse voraus, sondern vor allem auch
Reflexionsvermögen im Team. Eine Person allein ist mit der Aufgabe
der individuellen Förderung dann überfordert, wenn sie keine
unterstützenden und beratenden Kolleginnen hat. Eines der wichtigsten
Ziele der Jugendhilfe ist die Förderung der Entwicklung eines jeden
Kindes zu einer „gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit“. Dieses
Lernziel wird man nur in sozialen Gruppen erreichen können, am
besten in Gruppen, die die soziale und kulturelle Vielfalt des Umfeldes
abbilden. Kinder in Tagespflege gehören in aller Regel zu ein und
derselben sozialen Schicht. Die Eltern wählen die Tagespflegestelle
auch danach aus, dass ihr Kind in einer „geschützten“ Situation
kommerziellen Kita- Unternehmen in Frage,aufwächst.
Wenn man an die Anforderung der gemeinsamen
Erziehung, Bildung und Betreuung von behinderten und nicht
behinderten Kindern denkt, steht die Tagespflege hier vor unlösbaren
Aufgaben.
(...)

Dass Tagespflegepersonen hinsichtlich ihrer materiellen und
versicherungsrechtlichen Arbeitsbedingungen besser gestellt werden
sollen, ist zu begrüßen. Die in der Begründung des
Referentenentwurfes genannten Entgeltgruppen des TVöD hält die
GEW für problematisch. Eine Gleichstellung von Tagespflegepersonen
mit Kinderpflegerinnen bzw. staatlich anerkannten Erzieherinnen ist
nicht sachgerecht.
Die Vereinbarung einer, wie es heißt
„leistungsrechten Vergütung“ ist im übrigen eine Angelegenheit der
Tarifparteien. Eine gesetzliche Regelung über Tarifgehälter lehnt die
GEW grundsätzlich und entschieden ab. Eine Aufnahme von
Tarifverhandlungen kann allerdings so lange nicht erfolgen wie es
keinen Arbeitgeberverband für die Tagespflege gibt
.




Huch, wie kann ich nur gleichgestellt werden wollen mit Kolleginnen, die genau den gleichen Beruf erlernt haben wie ich?
Mal abgeshen davon, daß die Tageskinder ja überhaupt nichts lernen in der Tagespflege, nichtmal ihre Muttersprache kann ihnen ihre Tagesmutter vermitteln. Wie steht es eigentlich in Kitas? Wieviele Muttersprachen kann die normale Kita(-erzieherin) vermitteln?
Was brauchts eigentlich, um kleinen Kindern Naturwissenschaft, Technik, Medien näherzubringen?

Auf den Arbeitgeberverband für die Tagespflege bin ich aber schon gespannt - und auf die Arbeitnehmervertretung auch. Oder will letzteres etwa die GEW übernehmen?
Da die Gesellschaft/der Staat/die Kommunen/die Ämter es sich leicht machen und Tagesmütter (die allermeisten jedenfalls) als Selbständige tätig sein müssen, kann es wohl weder eine Arbeitgeber- noch eine Arbeitnehmervertretung geben.


Franka



[Ganzer Artikel: siehe Link oben, Admin Claudia]
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Beitragvon befana am Dienstag 6. Mai 2008, 18:15

@ Franka
Ich möchte deine Leistung in keinster Weise schmälern.
Aber wenn es um die Gleichstellung geht, hast du wohl den gleichen Beruf erlernt.
Viele andere Tagesmütter haben dagegen nur die vorgeschriebene Qualifizierung, die vermutlich nicht alles abdeckt, was die Ausbildung (die ich auch für nicht befriedigend halte) beeinhaltet.
Deinen Unmut über den gesamten Artikel kann ich allerdings verstehen, denn die Argumente über muttersprachliche Erziehung etc. sind auch mir zu weit hergeholt.
Lieben Gruss
befana

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Beitragvon Claudia am Dienstag 6. Mai 2008, 18:45

Kann mich an der Stelle eigentlich nur befana anschließen..
Liebe Grüße!
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Beitragvon Muchai am Dienstag 6. Mai 2008, 18:56

Im Prinzip gebe ich meinen charmanten Vorrednerinnen auch recht, gebe aber zu bedenken, daß eine Gewerkschaft immer auch eine Standesvertretung ist, und es deshalb nicht gerne sieht, wenn anderes damit verwässert wird.
Mit pädagogischem Gruß
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Beitragvon befana am Dienstag 6. Mai 2008, 19:21

Mein Denkzentrum lahmt. :oops:
Kannst du mir erklären, was du meinst?
Lieben Gruss
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Beitragvon Muchai am Dienstag 6. Mai 2008, 19:24

Eine Gewerkschaft hat naturgemäß kein Interesse daran, sich ähnlichen Berufszweigen zu öffnen - sehr salopp formuliert...
Mit pädagogischem Gruß
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Beitragvon Claudia am Dienstag 6. Mai 2008, 19:28

Auch ohne Gewerkschaft empfinde ich eine solche Gleichstellung als Herabsetzung der Erzieherausbildung.
Wieso fünf Jahre lernen, wenn man das Gleiche nach 160 Std. kann..
Liebe Grüße!
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Beitragvon Muchai am Dienstag 6. Mai 2008, 19:30

In dem Fall ist die Abgrenzung schon sinnvoll, das habe ich auch gar nicht bestritten.
Dennoch sollte man mit derart politisch gefärbten Ansichten grundsätzlich vorsichtig sein.
Mit pädagogischem Gruß
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Beitragvon Franka am Dienstag 6. Mai 2008, 21:10

Jajaja, gerade eben Frontal gesehen. Und siehe da, die GEW ist auch der Meinung, daß die ErzieherInnen nicht gut genug ausgebildet sind.
Oder habe ich da was falsch verstanden?


Franka
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Beitragvon befana am Dienstag 6. Mai 2008, 21:14

Ach Franka, :lol:
Was möchtest du nun von uns hören?
Das ist genau das, was auch wir immer wieder meinen. :wink:
Lieben Gruss
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