Theorie, Berufsalltag und was wo anders nicht hin passt
(Für alle User offen.)

Moderator: Muchai

Forumsregeln
Willkommen im Unterforum Diverses!
Bitte unsere Nutzungsbedingungen, die Datenschutzrichtlinie und das Impressum beachten.
Hinweise zur Bedienung sind bei der BBCode-Anleitung und den häufig gestellten Fragen zu finden.
Bei weiteren Fragen bitte an einen Admin wenden.

Verbände warnen vor Erziehernotstand

Beitragvon Muchai am Samstag 17. Mai 2008, 15:01

Verbände warnen vor Erziehernotstand und starten gemeinsames Projekt

Der Paritätische Wohlfahrtsverband, das Diakonische Werk der EKD und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisieren die Schwerpunktsetzung der Bundesregierung auf den quantitativen Ausbau der Betreuungsangebote und warnen vor einem Bildungs- und Erziehernotstand. Gemeinsam fordern sie die Politik dazu auf, sich verstärkt auch mit Fragen der Ausstattung und Qualität in Kindertageseinrichtungen zu befassen. Vor diesem Hintergrund starten die Verbände in Kooperation mit der Alice-Salomon-Fachhochschule Berlin ein gemeinsames Forschungsvorhaben. Dieses soll praxistaugliche Handlungsempfehlungen und Qualitätskriterien für erfolgreiche Bildungs- und Erziehungsarbeit erarbeiten. Erste Ergebnisse werden für November 2008 erwartet.

„Der wichtige und richtige Ausbau der Kindertagesplätze darf nicht zu Lasten der Qualität gehen“, betont Heidi Merk, Vorsitzende des Paritätischen Gesamtverbandes. Schon heute sei die Fachkraft-Kind-Relation vielerorts völlig unzureichend. Eine anspruchsvolle Bildungs- und Erziehungsarbeit sei unter diesen Bedingungen kaum zu gewährleisten. „Wer Großes will, muss klein anfangen und genau hinschauen: Erzieherinnen brauchen vor allem mehr Zeit für Kinder. Ein guter Betreuungsschlüssel ist das A und O für mehr Qualität in der Kita“, so Merk.

Insbesondere bei der Aus- und Weiterbildung der Fachkräfte bestehe erheblicher Nachholbedarf. „Ohne einen sofortigen drastischen Politikwechsel steuern wir mit Volldampf nicht nur mitten in die Bildungsmisere, sondern auch in einen Erziehermangel hinein“, warnt Norbert Hocke von der GEW. „Erzieherinnen leisten tagtäglich unter zum Teil katastrophalen Rahmenbedingungen in den Einrichtungen wirklich Großes mit viel Herz, Kompetenz und Motivation. Honoriert wird dieses Engagement mit schlechten Gehältern, schlechtem Ansehen und steigenden, dabei realitätsfernen Anforderungen. Wenn wir so weitermachen, wird bald niemand mehr freiwillig diesen Beruf erlernen oder ausüben.“

Diakonie-Präsident Klaus-Dieter Kottnik fordert ein neues Profil für die Arbeit von Erzieherinnen: „Wer echte Bildungschancen für alle Kinder will, muss sich auch mit den fachlichen Anforderungen an eine hochwertige Bildungs- und Erziehungsarbeit in Kindertageseinrichtungen auseinandersetzen.“ Die Einführung eines Rechtsanspruchs auf frühkindliche Förderung sei ein erster Schritt, aber nicht ausreichend, um Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit zu schaffen. „Die Politik muss sich der Frage nach dem qualitativen Ausbau von Kinderbetreuungsangeboten öffnen, sonst konterkariert sie ihre eigenen Ziele“, betont Kottnik.

Bild GEW / DPWV / Diakonie / Alice-Salomon-Fachhochschule
Mit pädagogischem Gruß
Muchai :kaffee:
____

"The Times They Are A-Changing."
(Bob Dylan)
Benutzeravatar
Muchai
*** Admin ***
 
Beiträge: 6111
Registriert: 24.02.2007
Tätigkeit: Erzieher i.R.
Land: Deutschland


Beitragvon engelein10 am Sonntag 18. Mai 2008, 09:39

Hallo!

Insbesondere bei der Aus- und Weiterbildung der Fachkräfte bestehe erheblicher Nachholbedarf.


Wer soll sich den heutzutage eine Weiterbildung leisten?
Es ist ja schön und gut, das etwas getan werden muss. Ich merke einige Defizite nach meiner Ausbildung und würd gern mehr daran tun. Leider kann ich mir nicht regelmäßig eine Weiterbildung leisten, da sie in meiner zukünftigen Einrichtung nicht bezuschusst werden.

„Erzieherinnen leisten tagtäglich unter zum Teil katastrophalen Rahmenbedingungen in den Einrichtungen wirklich Großes mit viel Herz, Kompetenz und Motivation. Honoriert wird dieses Engagement mit schlechten Gehältern, schlechtem Ansehen und steigenden, dabei realitätsfernen Anforderungen. Wenn wir so weitermachen, wird bald niemand mehr freiwillig diesen Beruf erlernen oder ausüben.“


Tja, demnächst arbeiten dort nur noch Leute die ihren Job wirklich lieben. Aber stimmen tut es.
Gruß Vanny

--------------------
Spiel ist gewissermaßen der Hauptberuf eines jeden Kindes, das dabei ist, die Welt um sich herum, sich selbst, Geschehnisse und Erlebnisse im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen.
- Armin Krenz -

Nichts ist höher zu schätzen als der Wert des Tages!
- Goethe -

Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt!
- L. Wittgenstein -
Benutzeravatar
engelein10
Forenmitglied
 
Beiträge: 2510
Registriert: 14.08.2007
Alter: 33
Tätigkeit: Erzieherin
Geschlecht: weiblich
Land: Deutschland
Berufsabschlüsse: staatlich anerkannte Erzieherin
Fortbildung "Fachkraft für pädagogische Frühförderung"

Beitragvon Claudia am Sonntag 18. Mai 2008, 09:42

@Vanessa
Da sprichst du einen wichtigen Punkt an.

Noch schlimmer finde ich allerdings, wie auch in der gestrigen Nachrichtensendung "PISAplus" erwähnt wurde, dass man von den Fortbildungen "nur" Wissenserweiterung erlangt. Niemand honoriert diese Anstrengungen und Kompetenzerweiterungen.

Aber nun diskutieren wir am Ausgangsthema etwas vorbei...
Liebe Grüße!
Claudia
:hack:

"Ich kann, weil ich will, was ich muss."
Immanuel Kant

"Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen."
Tucholsky

"Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem..."
Valentin
Claudia
*** Admin ***
 
Beiträge: 16417
Registriert: 06.01.2007
Wohnort: Paderborn
Alter: 33
Tätigkeit: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der KatHO NRW, Abt. Paderborn und Lehrbeauftragte an der Goethe-Universität Frankfurt, sowie freiberufliche Elternberaterin und Autorin
Blog: Blog lesen (118)
Geschlecht: weiblich
Land: Deutschland
Schulabschluss: Fachgeb. Abitur
Berufsabschlüsse: Diplom-Pädagogin, Sexualwissenschaftlerin (Master of Arts), Erzieherin, Kinderpflegerin
Zusatzqualifikationen: Sexualpädagogin (gsp), Entwicklungspsychologische Beraterin für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern (EPB), StarkeEltern-StarkeKinder-Elternkursleitung beim DKSB, PEKiP®-Gruppenleiterin

Beitragvon Muchai am Montag 19. Mai 2008, 10:46

Claudia hat geschrieben:Aber nun diskutieren wir am Ausgangsthema etwas vorbei...

Nicht unbedingt, das Thema ist sehr vielschichtig.

Ich gebe Vanessa auch recht und werfe noch, wie ich in der Sendung schon gesagt habe, die fehlenden Aufstiegsmöglichkeiten ein...
Mit pädagogischem Gruß
Muchai :kaffee:
____

"The Times They Are A-Changing."
(Bob Dylan)
Benutzeravatar
Muchai
*** Admin ***
 
Beiträge: 6111
Registriert: 24.02.2007
Tätigkeit: Erzieher i.R.
Land: Deutschland

Beitragvon schlingeline am Montag 19. Mai 2008, 12:24

hi an alle,

ich mache seit 3 jahren eine nebenberufliche weiterbildung, die ich nicht mal geldlich von meinem arbeitegeber ersetzt kriege da er keine erzieherin im moment benötigt. zum glück habe ich meisterbafög bekommen wenigsten einen teil erstattet bekommen.
auch von meinen kolleginnen wird es nicht positiv gesehen das ich mich auf eingenen willen weiterbilde , sie sehen dies als konkurenz.
tja was soll man dazu sagen. auch das man als kinderpflegerin nicht nach über 10 jähriuger ebrufserfahurng nicht aufsteigen kann ist traurig, wenn ich mir überlege das in anderen berufen man auf viel einfacheren und billigeren wege aufsteigen kann.
cu schlingeline
schlingeline
Forenmitglied
 
Beiträge: 630
Registriert: 07.05.2007
Land: Deutschland

Beitragvon engelein10 am Montag 19. Mai 2008, 17:58

Hallo!

Also Aufsteigen geht ja nach pädagogischer Leitung schon gar nicht mehr. Außer man macht sich zum eigenen CHef.

Aber ich habe gesehen, dass man sich jetzt auch viel günstiger Weiterbilden kann. Viele Schulen bieten mitlerweile berufsbegleitend Zusatzausbildungen an. Vielleicht werd ich mir da noch eine raussuchen und mich anmelden.

Naja, weiterbilden tut man sich, aber es könnte danach ja auch wenigstens mal ein bisschen mehr Geld rausspringen. Man macht eine Weiterbildung ja nicht nur zum eigenen Nutzen. Oder??
Gruß Vanny

--------------------
Spiel ist gewissermaßen der Hauptberuf eines jeden Kindes, das dabei ist, die Welt um sich herum, sich selbst, Geschehnisse und Erlebnisse im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen.
- Armin Krenz -

Nichts ist höher zu schätzen als der Wert des Tages!
- Goethe -

Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt!
- L. Wittgenstein -
Benutzeravatar
engelein10
Forenmitglied
 
Beiträge: 2510
Registriert: 14.08.2007
Alter: 33
Tätigkeit: Erzieherin
Geschlecht: weiblich
Land: Deutschland
Berufsabschlüsse: staatlich anerkannte Erzieherin
Fortbildung "Fachkraft für pädagogische Frühförderung"


Zurück zu Diverses zu Studium und Beruf

  • BESUCHER

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste