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Ressourcen- oder Defizitorientiert?

Beitragvon Claudia am Sonntag 1. Juni 2008, 11:42

Hallo!

Die Arbeit und alltäglicher Umgang mit behinderten Menschen hat (nach meinem Empfinden) immer den Anspruch eines ressourcenorientierten Blickes - was ich selbst auch absolut befürworte.

Aber ist dies auch die Realität?
Ist eine Behinderung nicht erst mal (in unserem Blick) dennoch ein Makel, ein Defizit, gerade in der heutigen Leistungsgesellschaft?

Dazu habe ich auch eine interessante Umfrage.
(Gerhart et al. (1994: 810); G. Wolbring (2001: 15).

:arrow: Selbstkonzept unter den Bedingungen einer Behinderung (Querschnittslähmung), Betroffene und (hypothetisch) Pflegepersonal einer Intensivstation (inklusive ärztliches Personal).

Indikatoren des Selbstkonzeptes:
  1. Ich denke, dass ich eine wertvolle Person bin.
  2. Ich denke, dass ich eine Reihe guter Eigenschaften habe.
  3. Ich habe eine positive Einstellung.
  4. Ich bin im Großen und Ganzen mit mir zufrieden.
  5. Ich neige dazu, mich als Versager anzusehen.
  6. Ich finde, ich habe nicht viel, auf das ich stolz sein kann.
  7. Ich habe mitunter das Gefühl nutzlos zu sein.
  8. Manchmal denke ich, dass ich zu nichts gut bin.


Zustimmung in Prozent:

Nichtbetroffene (Pflegepersonal), N=233
  1. 98
  2. 98
  3. 96
  4. 95
  5. 5
  6. 6
  7. 50
  8. 26
Als hypothetisch Betroffene (Das Pflegepersonal wurde gebeten sich vorzustellen, sie seien von einer Querschnittslähmung betroffen.)
  1. 55
  2. 81
  3. 57
  4. 39
  5. 27
  6. 33
  7. 91
  8. 83
Betroffene (Querschnittslähmung), N=168
  1. 95
  2. 98
  3. 91
  4. 72
  5. 9
  6. 12
  7. 73
  8. 39


Wolfgang van den Daele schreibt zu dieser Umfrage (2005)in "Vorgeburtliche Selektion: Ist die Pränataldiagnostik behindertenfeindlich? Levathan Sonderheft 23: S.97-122" diese Zeilen:

"(...)Diese geradezu gegensätzlichen Einschätzungen sind jedoch nicht überraschend. Und man wird nicht sagen können, dass die Behinderung das richtige, die Nichtbehinderten aber das falsche Bild von der Behinderung haben. Beider Ausgangssituation ist grundverschieden. Wer ohne Behinderung lebt, kann wohl nicht umhin, Behinderung als Verlust zu erleben und wird die bisweilen forcierte Normalisierungstendenz ("Es ist normal behindert zu sein!") mit der manche Behindertenverbände und manche Ansätze in der Behindertenforschung (etwa in den amerikanischen disability studies) biologische oder medizinische Konnotationen aus dem Konzept der Behinderung zu tilgen versuchen, höchstens zur Kenntnis nehmen, aber kaum nachvollziehen, oder gar teilen können.(...)"

Was meint ihr dazu?
Und vor allem, wie wirkt sich so etwas auf die tägliche Praxis aus?
Kann man ressourcenorientiert arbeiten, wenn man (teilweise) einen defizitären Blick auf Behinderung (oder auf Mensch mit Behinderung?) hat?
Dazu fällt mir auch eine Parallele zu lern- und leistungsschwächere Schüler in "Schulen für bes. Förderungsbedarf" ein. Sie wurden ausgesondert. Wird dadurch der Blick nicht noch mehr auf das Nicht-Können gelenkt?
Wieso wird im Lehramt für Sonderschulen (soweit ich das bisher in Veranstaltungen mitbekommen habe), eher das Konzept vertreten, man solle Kinder nicht überfordern? Impliziert dies nicht automatisch, die Kinder sind nicht leistungsbereit? Oder ist es nur ein realer Blick?



Claudia, absichtlich etwas provokant.
Claudia
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Re: Ressourcen- oder Defizitorientiert?

Beitragvon Muchai am Sonntag 1. Juni 2008, 17:28

Claudia hat geschrieben:Aber ist dies auch die Realität?
Ist eine Behinderung nicht erst mal (in unserem Blick) dennoch ein Makel, ein Defizit, gerade in der heutigen Leistungsgesellschaft?

Es lässt sich nicht wegdiskutieren, daß Kinder in Einrichtungen, wie ich in einer arbeite, kommen, weil eben Defizite bzw. Einschränkungen da sind. Wird ein Kind aufgenommen, bilden Anamnesegespräche und das Lesen von Diagnosen einen wesentlichen Punkt.
Beim näheren Kennelernen entdeckt man die Stärken und versucht diese zu fördern, wie man auch an den Dfeiziten arneitet.
Mit pädagogischem Gruß
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Beitragvon Claudia am Sonntag 1. Juni 2008, 19:26

Man könnte nun aber auch (kleinkariert?) sagen, alle Menschen haben Defizite und Fehler :P und natürlich wird in jeder anderen Einrichtungen (auch) an den Defiziten gearbeitet.
Gibt es also dann gar keinen Unterschied? Haben wir tatsächlich den gleichen Blick auf behinderte Menschen wie auf nicht behinderte Menschen?
Liebe Grüße!
Claudia
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Beitragvon nina am Sonntag 1. Juni 2008, 19:32

Sehr interessante Frage, muß ich erstmal darüber nachdenken.

Wir arbeiten in meiner Einrichtung auch nicht defizitorientiert.
Muchai hat geschrieben:Es lässt sich nicht wegdiskutieren, daß Kinder in Einrichtungen, wie ich in einer arbeite, kommen, weil eben Defizite bzw. Einschränkungen da sind. Wird ein Kind aufgenommen, bilden Anamnesegespräche und das Lesen von Diagnosen einen wesentlichen Punkt.
Beim näheren Kennelernen entdeckt man die Stärken und versucht diese zu fördern, wie man auch an den Defiziten arbeitet.
Ich erlebe es so wie Muchai hier beschreibt.
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Beitragvon Claudia am Sonntag 1. Juni 2008, 19:59

Hm, und zu dem Rest?

User in einem anderen Forum hat geschrieben:(arbeite in einer SVE und wir arbeiten nicht Interessenorientiert, sondern Defizitorientiert)

Den Satz hab ich nun drei Mal gelesen, aber er tut immer noch in den Augen weh..
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Beitragvon nina am Sonntag 1. Juni 2008, 20:10

Claudia hat geschrieben:Hm, und zu dem Rest?
Du meinst doch sicherlich mich?
Ich hab ja schon geschrieben das ich darüber erst nochmal nachdenken muß. :wink:
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Beitragvon Claudia am Sonntag 1. Juni 2008, 20:15

Nö, ich meinte euch Beide, und alle (bisher) Schweigende. :lol:
Dennoch danke. Bin schon auf die Antwort gespannt.
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Beitragvon nina am Sonntag 1. Juni 2008, 20:27

okay Claudia,
ich habe mir jetzt noch mal alles durchgelesen bin aber noch nicht viel schlauer. :oops:
Jetzt mal ins blaue geschrieben. Ich arbeite jetzt seit 9 Jahren in einer Einrichtung und auch seitdem haben wir Kinder mit Behinderungen.
Ich selbst arbeite erst seit Januar mit einem Jungen der ein CI hat und bisher keine Sprache erlenrt hat.
Wie ist meine Arbeitsweisse? Ich kenne seine Schwächen/Defizite aber ich versuche mit meinen Kollegen an seine Stärken zu arbeiten obwohl es jetzt nicht heißt das ich seine Defizite ausser acht lasse.
Ich habe auch eine große Hilfe im Team, eine Kollegin ist Integrationspädagogin und hat mir und uns schon viel geholfen einen neuen/anderen Blick zu bekommen.

Mir fällt jetzt gerade ein Sie sagt immer die Umgebung zu ändern und nicht das Kind. Heißt das aber das Kind trotzdem eine Sonderstellung zu geben?

Ich bin jetzt gerade etwas überfragt :?:
Wassagt ihr zu meinen Gedanken?


Ich muß auch sagen das ich bei vielen Themen die hier angesprochen werden nicht antworte aber interessiert mitlese. Es sind neue denkweisen, anstösse, Meinungen dabei die ich nicht bedacht oder auch noch nie darüber nachgedacht habe.
Ich weiß jede Meinung ist interessant und regt auch zur Disskusion/Austausch an aber so bin ich aber.
Aber man soll ja nie, nie sagen. :D
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Beitragvon Muchai am Sonntag 1. Juni 2008, 21:02

Ich verstehe, ehrlich gesagt, nicht, was eigentlich das Problem ist.

Wenn ich eine Diagnose habe, kann ich sie nicht ignorieren, sondern muss sie in meine Arbeit mit dem Kind einbeziehen (vor allem wenn noch medizinische Notwendigkeiten beachtet werden müssen). Daß das Kind eingeschränkt ist, spielt dabei erst einmal keine Rolle. (Man kann hier Kinder mit der Diagnose ADHS anführen.)

Daß die Integration in Deutschland in den Kinderschuhen steckt, ist ein anderes Problem. Doch wird eine bessere Integration nicht verhindern, daß Menschen mit Behinderungen auch ihre eigenen Defizite vor Augen geführt bekommen, auch wenn es nicht beabsichtigt ist.

Ich halte es für falsch verstandene Sozialromantik, zu behaupten, man würde ausschließlich ressourcenorientiert arbeiten. Es wird idealerweile Weise an Stärken und Schwächen gearbeitet.
Mit pädagogischem Gruß
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Beitragvon befana am Sonntag 1. Juni 2008, 21:29

Ich denke auch, dass es wichtig ist, an Defiziten und Stärken zu arbeiten.
Jeder, der mit einer Behinderung lebt, egal, ob es die Brille oder der Rollstuhl ist, wird im Laufe des Lebens mehr oder weniger Einschränkungen haben.
Wenn jemand mit einer Spastik regelmässig Bewegungseinheiten bekommt (nennt man das so?), ist es doch schon defizitorientiert.
Aber ich glaube, zu wissen, was du meinst, Claudia.
Claudia hat geschrieben:Gibt es also dann gar keinen Unterschied? Haben wir tatsächlich den gleichen Blick auf behinderte Menschen wie auf nicht behinderte Menschen?

Ich für mich kann sagen, es ist nicht der gleiche Blick.
Aber so, wie alle Kinder da abgeholt werden sollten, wo sie stehen, ist es auch bei Kindern mit Beeinträchtigung.
Mit anderen Worten, es sollten, an ihren Möglichkeiten gemessen, die gleichen Erwartungen gestellt werden.
Wie es für mich in der Praxis aussehen würde, kann ich nicht mit Sicherheit beurteilen, da wir keine Integrationskita sind.
Claudia hat geschrieben:Dazu fällt mir auch eine Parallele zu lern- und leistungsschwächere Schüler in "Schulen für bes. Förderungsbedarf" ein. Sie wurden ausgesondert. Wird dadurch der Blick nicht noch mehr auf das Nicht-Können gelenkt?
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Ich denke nicht, dass es impliziert, sie sind nicht leistungsbereit, sondern dient eher der Stärkung der Kompetenzen, solange sie nicht unterfordert werden. Unter den gegebenen Bedingungen würden ihnen in der Regelschule ihre Defizite ständig vorgeführt werden.
Ich glaube, der Blick der Lehrer ist weniger durch ihr Studium nicht real genug, sondern eher durch die Tatsache, keine Vergleichsmöglichkeiten zu haben.
Lieben Gruss
befana

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