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Praktikumspflicht für alle zukünftigen Fachkräfte!?

Beitragvon Claudia am Sonntag 11. Februar 2007, 13:33

Ich stelle mal eine sehr provokative Frage. :lol:


Sollen alle zukünftigen päd. Fachkräfte wenigstens ein Praktikum/eine Hospitation im Bereich Heil-/Sonderpädagogik absolviert haben?


Ich habe schon öfters von Praktikanten gehört "Mit Behinderten? Das ist nichts für mich..".
Meine Frage: "Hast du Kontakt mit behinderten Menschen? Oder schon ein Praktikum gemacht?".
Antwort: "Nein, ich weiß, dass ich das nicht kann....."



Mein Praktikum in der Lebenshilfe (zweites Jahr der Ausbildung) war eine unglaublich tolle Erfahrung, fachlich und persönlich!
Selbstverständlich kann in diesem Bereich nicht Jeder arbeiten!!

Aber Offenheit ist doch gerade für päd. Fachkräfte besonders wichtig!?

Was meint ihr?
Liebe Grüße!
Claudia
:hack:

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Beitragvon Andrea am Mittwoch 14. Februar 2007, 21:26

Hallo Claudia,

Verständnissfrage: meinst du alle pädag. Fachkräfte also auch Erzieherinnen und Co. oder nur die, die eine Ausbildung im Heil- und Sonderpädagogikbereich machen?
Liebe Grüße
Andrea :elefant:
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    wenn ich soll,
    aber nie kann, wenn ich will,
    dann kann ich auch nicht,
    wenn ich muss.
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    Denn merke:
    die können sollen,
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Beitragvon Claudia am Mittwoch 14. Februar 2007, 21:28

ALLE (zuk.) pädagogischen Fachkräfte.


Kinderpfleger, Erzieher, Pädagogen, ... und Heilpädagogen & Co sowieso. :wink:
Liebe Grüße!
Claudia
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Beitragvon Andrea am Mittwoch 14. Februar 2007, 21:53

Gut :lol: - dann bin ich auch angesprochen :wink:

Offenheit ist wichtig
Persönliche Grenzen aber auch

Ich denke das ich kein Praktikum in diesem Bereich machen wollte.
Mein Großonkel (geistige Behinderung durch Unfall) wohnte immer bei meinen Großeltern - bei diesen bin ich als Kind viel gewesen. Man sollte meinen das ich somit keine "Berührungsängste" habe und mir dies vertraut ist. Aber genau das Gegenteil ist der Fall. Der Bereich geistige Behinderung ist, geprägt durch meine Kindheitserinnerungen, meine persönliche Grenzen.
Ich bewundere jeden der in diesem Bereich arbeitet aber ich könnte es mir nicht vorstellen.
Ich weiß nicht ob ein "Zwangspraktikum" in diesem Bereich mir mit 17/18 Jahren geholfen hätte - ich glaube eher, es hätte mich abgeschreckt.
Für mich stand auch von Anfang an fest, das ich in diesem Arbeitsfeld nicht arbeiten möchte.

Bitte versteht das nicht falsch, ich finde es kommt ganz leicht immer der Beigeschmack der Diskriminierung mit ins Spiel - aber das möchte ich auf keinen Fall!
Nur solange ich wählen kann würde es für mich nicht in Frage kommen.
Liebe Grüße
Andrea :elefant:
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Beitragvon Claudia am Freitag 23. Februar 2007, 19:20

@Andrea
Ich sehe aber einen Unterschied zwischen privaten Erfahrungen und "professioneller Arbeit".

Ich möchte dir hier aber nun nicht zu nahe treten und deine persönliche Situation thematisieren.



@Alle
Generell fände ich eine "Hospitationspflicht" schon richtig..
Wenigstens mal reinschnuppern.



Wie seht ihr das?

:?:
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Beitragvon befana am Freitag 23. Februar 2007, 22:20

Ich kann Andreas bedenken gut verstehen.

Mir geht es genauso.
Auch ich hatte/habe in meinem Umfeld mit Behinderung zu tun.

Für meine tägliche Arbeit könnte ich es mir nicht vorstellen.
Vielleicht, weil mir das nötige Wissen fehlt.
Ich hätte mir früher auch nicht vorstellen können, mit ganz kleinen Kindern zu arbeiten.
Heute muss ich es und es macht mir Spass.

Heil-/Sonderpädagogik ist ein weites Gebiet.
Es würde viele Möglichkeiten geben ein Praktikum zu machen, wo die Bedenken vielleicht nicht so gross sind.

Und da Integration immer mehr zum Thema wird, finde ich solch ein Pflichtpraktikum garnicht schlecht.
Lieben Gruss
befana

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Beitragvon Muchai am Samstag 24. Februar 2007, 03:56

Hallo,

als jemand, der seit einigen Jahren im heilpädagogischen Beriech arbeitet, sage ich: "Nein."

Ich kann zwar Auzubildende nur schwer verstehen, die die Bandbreite der Ausbildung nicht mal annähernd abschöpfen, aber ich halte nichts davon, die Menschen zu ihrem Glück zu zwingen.

Die Erfahrungen mögen zwar wichtig sein, aber es bringt gerade den Kindern, Jugendlichen nix, wenn sie mit Menschen zu tun haben, die mit ihnen nichts anfangen können. Abgesehen davon, daß man als Anleitung besseres zu tun hat, als solche Menschen durchzuschleppen.

Die Menschen, die sich für diesen hochinteressanten Bereich interessieren, landen auch dort - in der Regel freiwillig. Dabei sollte es auch bleiben. Und Nachwuchs-Probleme haben wir auch nicht...

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Beitragvon Claudia am Samstag 24. Februar 2007, 11:16

Klare Worte.

Irgendwie gehe ich ganz naiv davon aus :oops: , dass dann nicht alle völlig unmotiviert sind, weil es eine unglaublich tolle Arbeit ist..


Dieses "Ich weiß schon, dies ist nichts für mich" ist eben für mich wirklich unverständlich.


:?
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Beitragvon Muchai am Sonntag 25. Februar 2007, 02:11

Hallo Claudia,

Claudia hat geschrieben:Irgendwie gehe ich ganz naiv davon aus :oops: , dass dann nicht alle völlig unmotiviert sind, weil es eine unglaublich tolle Arbeit ist..

Uns ist vor dem sechswöchigen Blockpraktikum gesagt worden: "Sucht's Euch den Bereich aus, vor dem Ihr am meisten Angst habt, oder der Euch am unheimlichsten erscheint. Es sind nur sechs Wochen."
Diesen Satz fand ich sehr wertvoll und wichtig. Ich wäre sonst nicht in die Jugendarbeit gegangen, weil ich davor sehr viel Schiß hatte.

Mit der Behindertenarbeit hatte ich während meiner ganzen Ausbildung nichts zu tun...

Es grüßt
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Beitragvon Waia am Dienstag 27. Februar 2007, 09:55

Hallo zusammen,

also ich bin durch ein Praktikum in diesem Bereich gelandet! In der Ausbildung zur Sozialassistentin habe ich ein Praktikum in einem KiGa gemacht, der gerade eine Integrationsgruppe eingerichtet hat. Dadurch wurde ich auf diesen Bereich neugierig und habe das nächste Praktikum in einer Werkstatt für Menschen mit Behinderung gemacht. Es war eine super Erfahrung für mich und dort hatte ich meine Richtung festgelegt. Es folgten weitere Praktika an Schulen für Kinder mit geistiger Behinderung, ja und irgendwann setzte ich den Heilpädagogen oben drauf. Nun arbeite ich in einer Integrationsgruppe. Ich möchte dieses Praktikum damals nicht missen!

Dennoch denke ich, dass man keinen zu seinem Glück zwingen kann. Wichtig wäre für mich, dass die Ausbildungsstätten diese Bereiche auch berücksichtigen. Im Unterricht wird immer noch sehr selten und wenn dann nur recht kurz über das breite Gebiet der Behinderungen gesprochen. Obwohl in vielen KiGa`s die Integration von Kindern mit Behinderung durchgeführt wird. Ich denke, dass da der Knackpunkt liegt. Wenn theoretisch kein Input kommt, wo soll dann die Praxis herkommen?

Es gibt aber zum Glück genügend Leute, die dennoch neugierig auf diese Arbeit sind und sie in einem Praktikum kennenlernen wollen.

Gruß Waia
Waia
 

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