Krabbelgruppe, Kindergarten, ...
(Für alle User offen.)

Moderator: befana

Forumsregeln
Willkommen im Unterforum Kindertagesstätten!
Bitte unsere Nutzungsbedingungen, die Datenschutzrichtlinie und das Impressum beachten.
Hinweise zur Bedienung sind bei der BBCode-Anleitung und den häufig gestellten Fragen zu finden.
Bei weiteren Fragen bitte an einen Admin wenden.

Zurück zur späteren Einschulung !

Beitragvon ronja37 am Sonntag 15. Februar 2009, 17:31

Hallo an alle Erzieherinnen im Umland !



Ich schreibe euch allen aus folgendem Grund:



Seitdem das Gesetz auf die Beine gestellt wurde, die Kinder immer früher in die Schule zu schicken, bekommen wir von Jahr zu Jahr mehr Bauchweh.

Wir befürworten schon immer die spätere Einschulung, da sich ja an unserm Schulsystem rein gar nicht geändert hat. :autsch:

Auch die Aussage eines Schulleiters : „ Lasst mir die Kleinen Hüpfer bloß noch spielen, ich hab ja dann eine Altersspanne von 5 – 7 Jahren ! Das ist kaum zu schaffen“



Unsere Meinung ist die : Wir sollten alles dafür tun, den Zeitpunkt der Einschulung wieder zurückzusetzen ! Der 30.06 war optimal.



Solange keine Vorschulklassen, mit weniger Schüler / oder mehr pädagogischen Personal in die Schulen kommen, lassen wir unsere Kinder bei uns.



Wie seht ihr das ?



Wir sind leider nicht informiert darüber , wie wir z.B ein Volksbegehren oder gleich eine Gesetzesänderung auf die Beine stellen könnten.

Wer stimmt uns zu und will z.B einen Verein gründen ( es reicht ja zum Anfang auch noch ein runder Tisch ) ?



Wir freuen uns auf jede Antwort, Anregung, Kritik…….. J :kaffee:



Bis bald, Sonja Englert

kindergarten rasselbande
Benutzeravatar
ronja37
Forenmitglied
 
Beiträge: 9
Registriert: 15.02.2009
Wohnort: Aschaffenburg
Alter: 42
Tätigkeit: Erzieherin - Leitung in einer Kita mit 2 Kiga Gruppen 1 Hortgruppe und einer Hüpfergruppe ( 2-3 Jährige)
Geschlecht: weiblich
Land: Deutschland
Schulabschluss: Fachgeb. Fachhochschulreife


Re: Zurück zur späteren Einschulung !

Beitragvon Claudia am Sonntag 15. Februar 2009, 17:39

Hallo Sonja!

Willkommen im Forum.
Da die Internetadresse an der Stelle (direkt im Thread) wohl eher zweitrangig ist hab ich sie editiert. Danke für dein Verständnis.


Hast du dich schon durch das Forum gelesen? Wir hatten bereits diverse Diskussionen zum Thema. Vielleicht wirst du da fündig!?


Provokativ: Wieso eine spätere Einschulung? Wieso nicht stattdessen (auch für die höheren Klassen) die Reformierung des Schulsystems vorantreiben? ;)
Liebe Grüße!
Claudia
:hack:

"Ich kann, weil ich will, was ich muss."
Immanuel Kant

"Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen."
Tucholsky

"Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem..."
Valentin
Claudia
*** Admin ***
 
Beiträge: 16417
Registriert: 06.01.2007
Wohnort: Paderborn
Alter: 33
Tätigkeit: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der KatHO NRW, Abt. Paderborn und Lehrbeauftragte an der Goethe-Universität Frankfurt, sowie freiberufliche Elternberaterin und Autorin
Blog: Blog lesen (118)
Geschlecht: weiblich
Land: Deutschland
Schulabschluss: Fachgeb. Abitur
Berufsabschlüsse: Diplom-Pädagogin, Sexualwissenschaftlerin (Master of Arts), Erzieherin, Kinderpflegerin
Zusatzqualifikationen: Sexualpädagogin (gsp), Entwicklungspsychologische Beraterin für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern (EPB), StarkeEltern-StarkeKinder-Elternkursleitung beim DKSB, PEKiP®-Gruppenleiterin

Re: Zurück zur späteren Einschulung !

Beitragvon befana am Sonntag 15. Februar 2009, 18:32

Hallo Sonja,
erstmal herzlich willkommen hier im Forum.
Erstmal zum Stichwort "Volksbegehren oder gleich eine Gesetzesänderung".
Die Hoffnung, dass dies etwas bringt, solange eine Gesetzesänderung in den Folgen Geld kostet, habe ich längst aufgegeben. :?
Nun zum eigentlichen Thema:
Claudia hat geschrieben:Provokativ: Wieso eine spätere Einschulung? Wieso nicht stattdessen (auch für die höheren Klassen) die Reformierung des Schulsystems vorantreiben? ;)

Hier kann ich mich Claudia nur anschließen.
Deine Bauchschmerzen kann ich gut verstehen, auch mir ging es anfangs so.
Alleine die Vorstellung, die sensiblen Kinder einer Klasse mit bis zu 30 Kindern ohne Eingewöhnung oder vernünftigen Übergang auszusetzen, bereitete mir Unbehagen.
Meine Wunschvorstellung wäre eher, wie ich auch schon oft im Forum geschrieben habe, den Elementarbereich und die Schule als einen Bereich mit gleitendem Übergang zu gestalten.
Wir haben etliche Kinder, die nach altem Gesetz nicht mal über einen Antrag in die Schule hätten gehen können, nun aber schon in den Startlöchern stehen.
Bei diesen Kindern bin ich an einem Punkt angekommen, wo ich ihnen nicht mehr gerecht werden kann, da sie teilweise z.B. schon lesen können.
Natürlich ist das Lesen nicht alles, der Unterricht muss dementsprechend gestaltet werden, dass die Kinder auch emotional abgeholt werden.
Aber ich denke, es ist ein Anfang, auch die Lehrer müssen sich erst auf die neue Situation einstellen.
Und das wird sicher noch einige Jahre dauern.
Leid tun mir die Kinder, die von dieser Umbruchphase betroffen sind.
Aber den Weg finde ich völlig ok, noch besser wäre, wie schon erwähnt, alles unter einem Dach.
Bis dahin (und natürlich auch später) sehe ich es als meine Aufgabe an, die Kinder u.a. in ihrem Selbstbewusstsein und ihrer Selbständigkeit, so weit zu fördern, dass sie genügend Kompetenzen haben, die Zeit unbeschadet zu überstehen.
Lieben Gruss
befana

1. Hilf mir, es selbst zu tun (Maria Montessori)

2. Ich suche das Kind in mir (von mir)
Benutzeravatar
befana
*** Admin ***
 
Beiträge: 12525
Registriert: 19.01.2007
Wohnort: Berlin
Alter: 60
Tätigkeit: Erzieherin
Geschlecht: weiblich
Land: Deutschland
Berufsabschlüsse: staatl. anerk. Erzieherin
Vorklassenleiterin
Zusatzqualifikationen: Montessori

Re: Zurück zur späteren Einschulung !

Beitragvon Sophina am Sonntag 15. Februar 2009, 20:32

Also, in Hessen ist der 30.06. immer noch der Stichtag, ich weiß nicht, ob da eine Änderung geplant ist.

UND mit sechs Jahren sind wir im Europa-Durchschnitt spät dran, wir müssen unbedingt was am System, aber keinesfalls was am frühen Alter machen!
:schaf: Grüßle, Sophina

"Erst wenn die letzte Zimmerecke aufgeräumt,
die letzte Hausaufgabe geschrieben
und der letzte schlechte Umgang vergrault ist,
werdet Ihr Eltern herausfinden,
dass Ihr ohne Gemecker nicht glücklich seid!"
~ sehr frei nach den Weissagungen der Cree ~
Benutzeravatar
Sophina
*** Moderatorin ***
 
Beiträge: 3724
Registriert: 07.01.2007
Wohnort: Im schönen Monnem
Alter: 43
Tätigkeit: Labormäuschen
Geschlecht: weiblich
Land: Deutschland
Schulabschluss: Abitur
Berufsabschlüsse: Ausbildung zur Chemielaborantin.
Auch schon mal gemacht (ohne Ausbildung): Sekretärin, Telefonmarketing, Datenerfassung

Re: Zurück zur späteren Einschulung !

Beitragvon ronja37 am Montag 16. Februar 2009, 09:57

Hallo, danke für eure Meinungen.
Wäre es aber nicht der erste Schritt , wenn wir dieses Gesetz rückgängig machen könnten...würde das nicht zum Nachdenken und Umstrukturieren anregen ?
Wir sind ernsthaft daran interessiert das alles möglich zu machen und wenn sich eine AG bilden könnte um zu "kämpfen" wäre es nur sinnvoll dieses Problem ernst zu nehmen.
Wie sagt Hans Söllner: "Steh auf wenn Dir irgendwas net passt !"
Seit 3 Jahren werden die Kinder Monat für Monat jünger in die Schule geschickt und in jedem Jahr haben die Eltern den Druck zuhause die Kinder mit irgenwelchen Computerprogrammen oder Vorschulbüchern für die Schule fit zu machen ??Ist das der Sinn ??
Die Kinder sollen SPIELEN SPIELEN, da lernen sie alles was sie brauchen.
Im Ernst, die soziale und emotionale Schulfähigkeit ist die , die die Kinder am meisten brauchen und die aber am meisten verkümmert.
Ich werde im März ein Treffen organisieren. mal sehn was passiert, GLG Sonja
Benutzeravatar
ronja37
Forenmitglied
 
Beiträge: 9
Registriert: 15.02.2009
Wohnort: Aschaffenburg
Alter: 42
Tätigkeit: Erzieherin - Leitung in einer Kita mit 2 Kiga Gruppen 1 Hortgruppe und einer Hüpfergruppe ( 2-3 Jährige)
Geschlecht: weiblich
Land: Deutschland
Schulabschluss: Fachgeb. Fachhochschulreife

Re: Zurück zur späteren Einschulung !

Beitragvon befana am Montag 16. Februar 2009, 12:40

ronja37 hat geschrieben:Wäre es aber nicht der erste Schritt , wenn wir dieses Gesetz rückgängig machen könnten...würde das nicht zum Nachdenken und Umstrukturieren anregen ?

Den Weg, die Kinder früher einzuschulen, finde ich nicht schlecht, wenn die Voraussetzungen stimmen.
Das Gesetz wieder rückgängig zu machen, würde für mich einen Rückschritt bedeuten.
Selbst wenn es rückgängig gemacht und das Schulsystem umgestellt wird, bevor die Kinder jünger eingeschult werden, auch dann würde es eine Zeit der Umstellung brauchen. Denn ein Großteil der Lehrer ist mit dieser Arbeit nicht vertraut.
Der andere Punkt ist, dass auch Lehrer, die ihren Unterricht umstellen, viel Energie verbrauchen, das Vertrauen der Eltern zu bekommen.
Die Vorstellungen der Eltern hast du in deinem Beispiel sehr gut geschildert.
ronja37 hat geschrieben:Seit 3 Jahren werden die Kinder Monat für Monat jünger in die Schule geschickt und in jedem Jahr haben die Eltern den Druck zuhause die Kinder mit irgenwelchen Computerprogrammen oder Vorschulbüchern für die Schule fit zu machen ??Ist das der Sinn ?

Das klingt für mich nach Teufelskreislauf und ist ein Punkt, an dem angesetzt werden müsste.
Wenn die Kinder ohne Lerndruck die Möglichkeit haben, ihr Selbstvertrauen und ihre Selbständigkeit zu stärken, Sicherheit in dem, was sie können (oder nicht) haben, sind sie auch in der Lage, dem Schuldruck bis zu einem bestimmten Punkt stand zu halten.
Setzen sich die Eltern vorab hin, um ihr Kind für die Schule fit zu machen, wissen sie auf der einen Seite nicht, was dafür wirklich wichtig ist und vermitteln ihren Kindern gleichzeitig, sie reichen den Anforderungen, die auf sie zukommen, nicht.
Für die Lehrer bedeutet dies, sie haben ein "vermeintlich" fittes Kind, welches im kognitiven Bereich schon recht weit fortgeschritten ist und setzen dort an.
Übrigens sind es häufig nicht nur die Eltern, sondern auch die Kolleginnen in den Einrichtungen, die den Kindern Marathonprogramme zumuten, damit sie fit werden.
Ich kenne aber auch genug Kinder, die die typischen Vorschulhefte, die es heute in großer Vielfalt zu kaufen gibt, fordern, weil sie einfach Spass daran haben.

ronja37 hat geschrieben:Die Kinder sollen SPIELEN SPIELEN, da lernen sie alles was sie brauchen.
Im Ernst, die soziale und emotionale Schulfähigkeit ist die , die die Kinder am meisten brauchen und die aber am meisten verkümmert.

So sehe ich es auch.
Sehr empfehlen kann ich dir das Buch "Ist mein Kind schulfähig?"
Es beschreibt sehr gut und auch für Eltern verständlich, warum die sozialen und emotionalen Kompetenzen wichtige Grundpfeiler sind.

Produktbeschreibungen von Amazon hat geschrieben:[...]ehrgeizige Eltern und wollen dabei kräftig nachhelfen -- mit Frühenglisch, Musikunterricht ab drei und so weiter. Bloß nicht, warnt der Psychotherapeut Armin Krenz, denn Schulfähigkeit ist "nicht programmierbar", sondern "ergibt sich aus einer erfüllten Kindheit" und eben nicht aus massiver Dauerförderung, die kaum noch Frei- und (ganz wichtig!) Spielräume lässt -- zumal dadurch oft einseitig kognitive Kompetenzen wie Merkfähigkeit oder logisches Denken geschult werden, während soziale, emotionale und körperlich-motorische Faktoren außen vor bleiben. Die emotionale Kompetenz ist für Krenz sogar "das Fundament der Schulfähigkeit überhaupt", denn nur belastbare, zuversichtliche und aufgeschlossene Kinder können auch ihre anderen Qualitäten voll ausspielen.
Lieben Gruss
befana

1. Hilf mir, es selbst zu tun (Maria Montessori)

2. Ich suche das Kind in mir (von mir)
Benutzeravatar
befana
*** Admin ***
 
Beiträge: 12525
Registriert: 19.01.2007
Wohnort: Berlin
Alter: 60
Tätigkeit: Erzieherin
Geschlecht: weiblich
Land: Deutschland
Berufsabschlüsse: staatl. anerk. Erzieherin
Vorklassenleiterin
Zusatzqualifikationen: Montessori


Zurück zu Kindertagesstätten

  • BESUCHER

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste