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Auf dem Weg zur elternlosen Gesellschaft - die verlorene Hälfte der Weiblichkeit

Beitragvon Franka am Dienstag 14. April 2009, 22:07

Also das Wetter war heute wunderschön. Nach dem Kindergarten machten wir uns auf den Weg zum See. Schippe borgten wir uns im Kindergarten aus. Schnell noch Sonnencreme gekauft und etwas zum Lesen für Mama. In Sand buddeln kann das Kind schließlich schon alleine. Ja und was kauft sich die Mama? Eine Elternzeitung :floet:

In eben jener fand ich einen Hinweis auf folgenden Artikel: Auf dem Weg zur elternlosen Gesellschaft - die verlorene Hälfte der Weiblichkeit

Momentan fehlen mir einfach die Worte. Es gäbe einige Stellen zu zitieren. Aber nein, lest selbst.
Auch wenn im Schlußteil zu lesen ist, daß es hier nicht gegen die Frauen gehen soll - empfinde ich dennoch, daß es genau das ist. Ja, es läuft einiges schief, wenn es um die Betreuung, Erziehung und Bildung unserer Kinder geht. Aber das ist doch nicht nur die Schuld der Frauen, die ja dank neuester Gesetzeslage arbeiten müssen um im Trennungsfall nicht direkt in den Hartz-IV-Bezug durchzurasseln.



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Re: Auf dem Weg zur elternlosen Gesellschaft - die verlorene Hälfte der Weiblichkeit

Beitragvon Andrea am Mittwoch 15. April 2009, 07:58

Franka hat geschrieben:
Momentan fehlen mir einfach die Worte. Es gäbe einige Stellen zu zitieren. Aber nein, lest selbst.
Auch wenn im Schlußteil zu lesen ist, daß es hier nicht gegen die Frauen gehen soll - empfinde ich dennoch, daß es genau das ist. Ja, es läuft einiges schief, wenn es um die Betreuung, Erziehung und Bildung unserer Kinder geht. Aber das ist doch nicht nur die Schuld der Frauen, die ja dank neuester Gesetzeslage arbeiten müssen um im Trennungsfall nicht direkt in den Hartz-IV-Bezug durchzurasseln.



Guten Morgen Franka,

habe den Artikel gerade gelesen. Ich empfinde den Artikel nicht gegen Frauen sondern gegen die gesellschaftliche (politische und wirtschaftliche) Entwicklung. Auch wenn der Artikel sehr sarkastisch geschrieben ist - er beinhaltet für mich viel traurige Wahrheit ...
Liebe Grüße
Andrea :elefant:
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Re: Auf dem Weg zur elternlosen Gesellschaft - die verlorene Hälfte der Weiblichkeit

Beitragvon Dani am Mittwoch 15. April 2009, 08:43

Ich habe den Artikel jetzt auch gelesen und schließe mich Andrea an - finde auch nicht, dass da was gegen Frauen ist, sondern gegen die heutige Gesellschaft.

Wenn jemand gezwungen ist zu arbeiten, weil er sonst nicht überleben würde (wie z.B. alleinerziehende Mutter), dann ist es was anderes. Aber ich habe viele Mütter kennegelernt, die aus sehr guten Verhältnissen kommen und trotzdem einige Monate oder sogar Wochen nach der Geburt ihres Babys schon arbeiten gehen und das Kind ganztags fremdbetreuen lassen, weil "denen zu Hause die Decke auf den Kopf fällt" (wie sie selbst immer sagen) und es zu Hause mit ihrem Kind langeweilig ist. Sowas finde ich sehr traurig, denn die ersten Jahren sind doch so sehr wichtig für die Mutter-Kind-Beziehung (bzw. Eltern/Vater-Kind-Beziehung). Das müsste den Leuten aber erstmal jemand erklären.
Je modernere Länder, desto mehr sieht es so aus wie in dem Artikel beschrieben.
Liebe Grüße Daniela.
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Re: Auf dem Weg zur elternlosen Gesellschaft - die verlorene Hälfte der Weiblichkeit

Beitragvon Jytte am Mittwoch 15. April 2009, 12:04

Ich finde es ja interessant, dass in dem Artikel lediglich von der Frau als Bezugsperson ausgegangen wird, ich erlebe das in meinem Freundes- und Bekanntenkreis zunehmen so, dass auch die Väter in Elternzeit gehen bzw. sich beide die Zeit aufteilen. Was ich nicht verkehrt finde. Nur bei Vätern ist es immer noch verpöhnt unter Kollegen/dem Chef/etc diesen zu nehmen. Selbst für Väter ist der Wiedereinstieg nach der Elternzeit schwierig und mit Gehaltseinbußen versehen, ich finde genau darin liegt das Problem. In der heutigen Gesellschaft wird einerseits nach mehr Kindern gefordert (Stichwort demographischer Wandel), andererseits sind fast alle Arbeitgeber nicht wirklich kooperativ was Schwangerschaft, Elternzeit etc pp angeht. Wobei die Wunschvorstellung eines Angestellten (aus Arbeitgebersicht) ja wieder ein anderes Thema wäre, aber gerade diese Wunschvorstellung (Single, flexibel, mobil) erstickt den Gedanken an die Vereinigung von einer Erwerbs- und Familienbiographie im Keime. Das Wort DienstLEISTUNGsgesellschaft erfüllt sich dahingehend dann das Leistung unentwegt gefordert wird, Ausreißer wie "Meine Tochter ist krank, ich kann heute nicht zur Arbeit kommen", werden nicht gern gesehen. Würde diese Gesellschaft umdenken und familienfreundlicher sein (vor allem Arbeitgeber), so würde sich ein Familienleben durchaus gut mit Erwerbstätigkeiten beider Elternteile vereinen.
Meine Eltern haben sich zu meiner Kinderzeit mit einer befreundeten Familie zusammengetan. Alle hatten eine 1/2 oder 3/4 Stelle und haben sich mit der "Betreuung" von uns beiden Mädels abgewechselt (vormittags mein Vater, nachmittags die Mutter des anderen Mädchens usw.), das hat wunderbar funktioniert und hat mich nicht sonderlich negativ beeinflußt (vonwegen Fremdbetreuung, keine enge Mutter-Kind-Bindung (weil meine Mutter ja nicht immer bei mir war)). Wenn so etwas funktioniert, dann ist es wunderbar, aber in der heutigen Gesellschaft kaum mehr so vorstellbar (vor allem wegen der Arbeitszeiten).
Greetings Jytte

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Re: Auf dem Weg zur elternlosen Gesellschaft - die verlorene Hälfte der Weiblichkeit

Beitragvon Denise am Mittwoch 15. April 2009, 15:25

Jytte hat geschrieben:Ich finde es ja interessant, dass in dem Artikel lediglich von der Frau als Bezugsperson ausgegangen wird, ich erlebe das in meinem Freundes- und Bekanntenkreis zunehmen so, dass auch die Väter in Elternzeit gehen bzw. sich beide die Zeit aufteilen.


Der Meinung bin ich auch.
Also selbst, wenn es eine Kritik an der Gesellschaft ist und im letzten Absatz erwähnt wird, dass Frauen nicht die alleinige Schuld zugewiesen werden soll (und das alles natürlich stark polemisiert ist), wird das ja trotzdem so gemacht. Von den bösen Männern, die aus Selbstverwirklichung arbeiten wollen, ist da ja leider nicht die Rede.
Abgesehen davon, dass ich zumindest bis jetzt noch finde, dass Selbstverwirklichung und Kinder auch zusammen gehen sollte. Aber ich bin ja auch noch nicht in der entsprechenden Situation.
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Re: Auf dem Weg zur elternlosen Gesellschaft - die verlorene Hälfte der Weiblichkeit

Beitragvon Claudia am Mittwoch 15. April 2009, 19:14

Mir ist es zu polemisch und (darüber hinaus) einseitig - ich kann es einfach nicht ernst nehmen.
Liebe Grüße!
Claudia
:hack:

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