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Zusammenhang zwischen Krankheit und Entwicklungsschub

Beitragvon rodkulla am Montag 26. April 2010, 17:27

Hallo,

sicherlich kennt Ihr auch folgendes: Kinder machen eine Krankheit durch, z. B. Lungenentzündung oder schwere Erkältung. Danach ist meist ein deutlicher Sprung in der Entwicklung zu erkennen (Sprache, körperliche Entwicklung).

Kann mir jemand diesen Zusammenhang plausibel erklären?

Habe zwar auch eine Idee, aber zuerst möchte ich gerne von Euch Genaueres erfahren.


Ich bin gespannt auf Euere Antworten.


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Re: Zusammenhang zwischen Krankheit und Entwicklungsschub

Beitragvon befana am Montag 26. April 2010, 17:52

Hallo rodkulla,
eine fachliche Erklärung habe ich dafür nicht.
Aber ich weiß, dass Kinder vor einem Entwicklungsschub oft einen Schritt zurück gehen, in alte Phasen fallen, bevor sie den neuen Schritt in Angriff nehmen.
Es ist wie Anlauf nehmen oder Kraft sammeln.
Und ich weiß noch, dass mein Sohn das Jahr vor der Einschulung mehr krank als gesund war.
Der Arzt erklärte mir damals, dass er kognitiv, hormonell und körperlich eine große Umstellung mit macht, für die er alle Reserven benötigt und sich deshalb nicht so gut gegen Krankheiten wehren kann.
Es war tatsächlich so. Er ist innerhalb von einem halben Jahr 6 cm gewachsen, bekam einen anderen Körperbau und wirkte auch sonst recht alt, im Gegensatz zu vorher.
Lieben Gruss
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Re: Zusammenhang zwischen Krankheit und Entwicklungsschub

Beitragvon Lanie am Montag 26. April 2010, 18:06

Hallo rodkulla,

meine Vermutung (habe noch nicht recherchiert) geht in Richtung "elterliche Wahrnehmungsverzerrung". Möglicherweise steht in der Phase der Krankheit zum einen die Entwicklung tatsächlich fast still oder man bekommt zum anderen sogar den Eindruck, dass das Kind plötzlich weniger kann, weil es weniger aktiv ist und weniger zeigt. Wenn es dann wieder gesund ist, holt es schnell viel auf, was es in der Krankheit an Entwicklungen nicht "geschafft" hat oder es kommt den Eltern so vor, weil sie ihr Kind nun schon länger nicht mehr so kompetent erlebt hatten.
Wie gesagt, nur eine Idee. Andere?

Viele Grüße,
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Re: Zusammenhang zwischen Krankheit und Entwicklungsschub

Beitragvon rodkulla am Samstag 1. Mai 2010, 14:15

Hallo,

vielen Dank für Euere Antworten.

Meine Meinung zu diesem Thema ist so ähnlich wie befanas.

Ich glaube auch, wenn die Kinder vor einer neuen Entwicklung stehen sind sie anfälliger gegen Krankheiten.

In meiner Praxis konnte ich einen Rückgang eigentlich nicht oft beobachten, nur bei der Sauberkeitsentwicklung sehe ich den meisten Rückgang. (Oder habe ich nicht genau beobachtet?)

befana: Du hast die damalige Entwicklung Deines Sohnes beschrieben. Eine Freundin( die auch einen Sohn in dem Alter hat) erzählte mir, dass das Testeron in diesem Alter eine besondere Rolle spielt, anders bei Mädchen.


Lanie,
ich weiß nicht ob es mit der Wahrnehmung zusammenhängt. Klar, wenn ich ein KInd längere Zeit nicht gesehen habe (es war im Urlaub) hat es sich in irgendeiner Weise auch stark weiterentwickelt. Ich habe auch festgestellt, dass Kinder sich oft langsam Schritt für Schritt weiterentwickeln, aber die gößten Schritte sehe ich nach Krankheiten oder nach dem Urlaub.

Letztendlich sind wir doch alle froh, wenn sich Kinder weiterentwickeln, egal in welchem Tempo, oder?
(Aber manchmal möchte ich doch eine besonders schöne Zeit lange festhalten.)

Eine schönen 1. Mai wünscht

rodkulla
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Re: Zusammenhang zwischen Krankheit und Entwicklungsschub

Beitragvon befana am Samstag 1. Mai 2010, 19:26

rodkulla hat geschrieben:In meiner Praxis konnte ich einen Rückgang eigentlich nicht oft beobachten, nur bei der Sauberkeitsentwicklung sehe ich den meisten Rückgang. (Oder habe ich nicht genau beobachtet?)

Man kann es auch nicht unbedingt als Rückschritt bezeichnen, da es keine echten Rückschritte sind.
Es sind eher Phasen, in denen die Kinder Baby spielen (z.B. Nuckel oder Flasche als Spielutensil, Babysprache ...), Hilfe für Dinge in Anspruch nehmen, die sie schon konnten, geringe Frustrationstoleranz etc.

rodkulla hat geschrieben: Eine Freundin( die auch einen Sohn in dem Alter hat) erzählte mir, dass das Testeron in diesem Alter eine besondere Rolle spielt, anders bei Mädchen.

Ich glaube, so hat es der Arzt u.a. auch erklärt.

Ich wünsch dir auch einen schönen 1. Mai, zumindest was noch davon übrig ist. ;-)
Lieben Gruss
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Re: Zusammenhang zwischen Krankheit und Entwicklungsschub

Beitragvon Andrea am Samstag 8. Mai 2010, 19:37

befana hat geschrieben:Aber ich weiß, dass Kinder vor einem Entwicklungsschub oft einen Schritt zurück gehen, in alte Phasen fallen, bevor sie den neuen Schritt in Angriff nehmen.
Es ist wie Anlauf nehmen oder Kraft sammeln.

Das erinnert mich an das Buch Oje ich wachse'
Liebe Grüße
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Re: Zusammenhang zwischen Krankheit und Entwicklungsschub

Beitragvon Claudia am Samstag 8. Mai 2010, 19:46

Mir ist heute nicht nach langen Ausführungen & Co, vielleicht morgen.

Aber eine Sache wollte ich doch los werden. Diese Formulierung find ich echt sonst gefährlich bzw. falsch.
Entwicklung ist nämlich grundsätzlich kein "Rückfall in alte Phasen". Sondern manche Dinge müssen eben auch erst im Gehirn "nachreifen"/wachsen/..., aber deshalb macht das Kind nicht automatisch Rückschritte. Sondern lediglich das beobachtbare Verhalten wird vielleicht weniger - nicht mehr und nicht weniger.

Mein Senf.

Allen einen schönen Abend.
Liebe Grüße!
Claudia
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Re: Zusammenhang zwischen Krankheit und Entwicklungsschub

Beitragvon befana am Samstag 8. Mai 2010, 21:50

befana hat geschrieben:Man kann es auch nicht unbedingt als Rückschritt bezeichnen, da es keine echten Rückschritte sind.
Es sind eher Phasen, in denen die Kinder Baby spielen (z.B. Nuckel oder Flasche als Spielutensil, Babysprache ...), Hilfe für Dinge in Anspruch nehmen, die sie schon konnten, geringe Frustrationstoleranz etc.

Ja, ja. das ist mir schon klar. :winke:
Deshalb hatte ich auch versucht, es anders zu formulieren.
Aber da ich nicht studiert und von der Theorie wenig Ahnung habe, musste ich es irgendwie beschreiben, damit verstanden wird, was ich meine. :lol:
Lieben Gruss
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