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Werte und Normen

Beitragvon befana am Freitag 2. März 2007, 23:01

Hallo,
ich war an eimer Diskussion zum Thema Hygiene und Händewaschen beteiligt.
Dabei kam die Frage nach der Vermittlung von Werten und Normen auf.
Mir ist aufgefallen, viele Eltern achten heute wieder vermehrt darauf, dass ihre Kinder sich "benehmen".
Dazu gehört zum Beispiel, dass sie darauf bestehen, dass die Kinder "Guten Morgen" und "Auf Wiedersehen" sagen.

Wie erlebt ihr es?

Was haltet ihr von Sitte und Anstand?
Lieben Gruss
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Beitragvon Pazifica am Montag 5. März 2007, 20:47

Hallo,
ich betreue kleinere Kinder in meiner Einrichtung,von daher ist es mit dem Sprechen meist noch nicht so weit.Allerdings freuen wir uns z.B,wenn die Kinder zum Abschied winken.Bei Tisch erwarten wir,daß die Kinder ab einem gewissen Alter sagen,ob sie beispielsweise noch mehr möchten und sei es nur mit Nicken oder Kopfschütteln.Ich finde,dieses gehört zu einem respektvollen Miteinander. :)
Allerdings mache ich eher die Erfahrung,daß Eltern eher lasch sind mit ihren Kindern,wenn es um gutes Benehmen geht,so nach dem Motto :"Das nehme ich jetzt nicht so ernst,wenn er älter ist,dann macht er das nicht mehr..."
:lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:
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Beitragvon Andrea am Montag 5. März 2007, 21:24

Hallo,

ich erziehe mit Werten und Normen :wink: und dies ist mir auch wichtig.

Benimm ist in - bei uns kann man gerade überall Benimmkurse für Jugendliche buchen. Warum bloß :roll: ?

Mir ist es wichtig das mein Sohn höflich ist und sich den Umständen entsprechend benimmt. Dazu gehört auch das er weiß das man sich im Restaurant, beim Arzt, im Geschäft anders benehmen muß als zu Hause (z.B. nicht toben, nicht laut schreien, ...)
Auch ein gewisses Mass an Hygiene gehört dazu - allerdings brauche ich kein Vorzeigekind :lol: - aber Händewaschen nach dem Kiga, vor dem Essen, vor dem kochen, ... ist schon Pflicht. Auch die immer mehr zunehmden Eigenverantwortung der Körperplege :lol:

Sitte und Anstand - haben immer so einen Beigeschmack. Aber auch das gehört für mich zu einer "guten" Erziehung dazu. :wink:

befana, ich erlebe so eher das Gegenteil, nicht im Arbeit-,Bekannten- und Freundeskreis sonder im allgemeinen Umfeld (Park, Spielplatz, Schwimmbad, ...) - vielen Eltern ist es total egal wie sich ihr Kind benimmt :cry:
Liebe Grüße
Andrea :elefant:
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Beitragvon befana am Montag 5. März 2007, 21:36

Andrea hat geschrieben:ich erlebe so eher das Gegenteil, nicht im Arbeit-,Bekannten- und Freundeskreis sonder im allgemeinen Umfeld (Park, Spielplatz, Schwimmbad, ...) - vielen Eltern ist es total egal wie sich ihr Kind benimmt :cry:

So geht es mir auch.
Habe auch schon überlegt, warum ich es überwiegend ausserhalb so erlebe und nicht in meinem Umfeld.
Oft habe ich den Eindruck, im direkten Gegenüber wird es eher verlangt, als in der Anonymität des Spielplatzes z.B.
Es sind auch nur bestimmte Werte, die mitgegeben werden.
Im Allgemeinen vermisse ich oft Rücksichtnahme, Umsicht und Hilfsbereitschaft ohne aufgefordert zu werden.
Liegt es an meinem Alter?
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Beitragvon Andrea am Montag 5. März 2007, 21:46

befana hat geschrieben:Es sind auch nur bestimmte Werte, die mitgegeben werden.
Im Allgemeinen vermisse ich oft Rücksichtnahme, Umsicht und Hilfsbereitschaft ohne aufgefordert zu werden.
Liegt es an meinem Alter?


Liegt nicht am Alter :wink:
Es werden halt nur bestimmte Werte mitgegeben, da hast du Recht.
Rücksichtnahme? Der Egoismus steigt :cry:
Finde es echt schade das Kinder nahtlos vom Egozentrismus in den Egoismus erzogen werden :cry:
Und erzieht man sein Kind anders hat es das Nachsehen ...
ich weiß wovon ich rede :cry:
Liebe Grüße
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Beitragvon befana am Montag 5. März 2007, 21:49

@Andrea
Hast du eine Vermutung, woran es liegt?
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Re: Werte und Normen

Beitragvon Muchai am Montag 5. März 2007, 21:53

Hallo,

befana hat geschrieben:Mir ist aufgefallen, viele Eltern achten heute wieder vermehrt darauf, dass ihre Kinder sich "benehmen".

Hm, also die Beobachtung kann ich so nicht teilen. Was sich mir in der U-Bahn, im Supermarkt manchmal so darbietet, lässt mich sehr häufig schlucken.
Wie es im Kindergarten ausschaut, kann ich nicht sagen. In unserer Gruppe versuchen wir auch unseren Mehrfachbehinderten sog. Umgangsformen zu vermitteln (soweit das möglich ist). Hier zeigt sich sehr deutlich, daß sie Vorbilder brauchen, um das von ihnen Verlnagte umsetzen zu können. Ich denke, daß uns das ganz gut gelingt.

Pazifica hat geschrieben:Allerdings mache ich eher die Erfahrung,daß Eltern eher lasch sind mit ihren Kindern,wenn es um gutes Benehmen geht,so nach dem Motto :"Das nehme ich jetzt nicht so ernst,wenn er älter ist,dann macht er das nicht mehr..."

...und später wundern sie sich, warum es nicht hinhaut (und holen sich die Super Nanny ins Haus...).

Ich bin kein Anhänger des Handschlags (es gibt kaum etwas schlimmeres als die lasche, schweißige Hand des Gegenübers), aber sog. "Höflichkeitsfloskeln" finde ich ganz sinnvoll und machen das Leben häufig einfacher.

Allerdings ist das Bestehen auf solchen Dingen wertlos, wenn die KInder nicht wissen, worum es eigentlich geht. Ich habe manchmal den Eindruck, daß nach Normen und WErten geschrien wird, ohne eigentlich zu wissen, was damit gemeint ist.

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Beitragvon Andrea am Montag 5. März 2007, 21:59

Es ist der allgemeine Gesellschaftstrend :cry: - so empfinde ich es zumindest.
Wer hilft heut noch - uneigennützig - anderen. Es muß doch immer etwas dabei rausspringen.
Schau doch mal alleine beim "Schlange" stehen hier in Deutschland. Das die Leute sich nicht bald prügeln um irgenwo als erstes zu sein ...
Den Kindern wird es vorgelebt - erst ICH, dann die anderen.
Schon mal einen Aldieinkauf getätigt wenn es Kinderkleidung gibt :roll:
Und die eigenen Kinder haben das Nachsehen - sie stellen sich an, drängeln und schubsen nicht und stehen irgendwann in 6.7.8.9. Reihe weil sie sich nicht durchsetzten (denn man soll sich ja benehmen :wink: )

Woran mag es liegen? Frustration, negative Erfahrungen, ...?
Ich weiß es nicht. LEIDER

@muchai
Allerdings ist das Bestehen auf solchen Dingen wertlos, wenn die KInder nicht wissen, worum es eigentlich geht. Ich habe manchmal den Eindruck, daß nach Normen und WErten geschrien wird, ohne eigentlich zu wissen, was damit gemeint ist.

Was ist denn für dich damit gemeint. Jeder mag das ja anders sehen?
Liebe Grüße
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Beitragvon Muchai am Montag 5. März 2007, 22:22

Andrea hat geschrieben:
Allerdings ist das Bestehen auf solchen Dingen wertlos, wenn die Kinder nicht wissen, worum es eigentlich geht. Ich habe manchmal den Eindruck, daß nach Normen und WErten geschrien wird, ohne eigentlich zu wissen, was damit gemeint ist.

Was ist denn für dich damit gemeint. Jeder mag das ja anders sehen?

Natürlich sind die Betrachtungsweisen und Motive individuell, auch wenn es im allgemein einen Konsens gibt.
Ich meine damit, daß Kinder mit Aussagen wie "weil man da so macht" oder "weil es sich gehört" wenig anfangen können. Kinder wollen schlüssige Erklärungen haben. Diese sollten sie auch bekommen, wenn man etwas von ihnen verlangt.
Das klingt sehr idealistisch. Das lässt sich in der alltäglichen Erziehungspraxis so nicht hundertprozentig umsetzen. aber wenn ich von Kindern etwas verlnage, sollte ich auch wissen, warum ich es von ihnen erwarte.
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Beitragvon Andrea am Montag 5. März 2007, 22:32

Muchai hat geschrieben:Das klingt sehr idealistisch. Das lässt sich in der alltäglichen Erziehungspraxis so nicht hundertprozentig umsetzen. aber wenn ich von Kindern etwas verlnage, sollte ich auch wissen, warum ich es von ihnen erwarte.


Nein, das läßt sich wirklich nicht hunderprotzentig umsetzen *lach* :wink:
Manchmal ist die Erklärung einfach eben nur: weil man es so macht- ich spreche da jetzt mal aus der Praxis mit einme sechjährigen :lol: :lol: :lol:
aber im Regelfall erkläre ich das schon :lol:

idealistisch = Ideale -> die sollte jeder im Leben haben :wink:
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