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Von Krippenplätzen und Gebärmaschinen

Beitragvon Andrea am Sonntag 11. März 2007, 21:21

Ein Artikel der Zeitschrift Eltern:


Von Krippenplätzen und Gebärmaschinen
ELTERN-Kommentar zur aktuellen Debatte um den Ausbau der Krippenplätze in Deutschland.

elter.de hat geschrieben:Es ist nicht zu fassen, was sich dieses Land derzeit für eine Diskussion leistet. Da werden Frauen zu Gebärmaschinen erklärt, über die "arbeitsgerechte Familienwelt" nachgedacht statt über die familiengerechte Arbeitswelt und der Ausbau der Krippenplätze verteufelt, als sei es Misshandlung, wenn man sein Kind in eine Tagesbetreuung gibt. (...]

Hier mal die Fakten.


Zuerst einmal: Es geht um einen Ausbau der Krippenplätze auf 35%, bis 2013! Hallo? Das bedeutet, dass gerade mal ein Drittel der unter 3-jährigen dann einen Platz fände. Demgegenüber steht der Wunsch der Eltern nach einem Krippenplatz: 36 % bundesweit von unter Dreijährigen. Davon 13 % im ersten Lebensjahr, 31 % im zweiten Lebensjahr, nahezu 60 % nach dem zweiten Geburtstag im dritten Lebensjahr.
Damit sind wir beim nächsten Punkt: Niemand, auch nicht die Eltern wollen ihre frisch entbundenen Säuglinge scharenweise in eine Krippe abschieben. Wie die obigen Zahlen zeigen, ist die Betreuungslücke vor allem eine bei den Zweijährigen.
Und auch da geht es nicht um eine fünf-Tage-von-7-bis-17-Uhr-Betreuung. Die meisten Eltern (Mütter) in Deutschland arbeiten Teilzeit. Tageweise oder halbtags. Sie brauchen eine Betreuung für vier bis fünf Stunden täglich oder zwei bis drei Tage pro Woche. Weil es die aber nicht ausreichend gibt, bleiben die Frauen ganz zu Hause und schneiden sich damit immer weiter vom problemlosen Weg zurück ins Berufsleben ab. [...]

Es ist eine Frechheit, wie Eltern gegeneinander ausgespielt werden, die einen, weil sie zu Hause bleiben und die anderen, weil sie ihr Kind in Betreuung geben.
[...]

* alle Zahlen nach Studien des Deutschen Jugendinstituts, der Kinder- und Jugendhilfestatistik, stat. Bundesamt.

Autorin: Sabine Grüneberg
Liebe Grüße
Andrea :elefant:
----------
    Wenn ich nur darf,
    wenn ich soll,
    aber nie kann, wenn ich will,
    dann kann ich auch nicht,
    wenn ich muss.
    Wenn ich aber darf,
    wenn ich will,
    dann kann ich auch,
    wenn ich muss.
    Denn merke:
    die können sollen,
    müssen auch wollen dürfen.


    Johannes Conrad, Philosoph
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Beitragvon befana am Sonntag 11. März 2007, 21:46

Der Artikel spricht mir aus der Seele.
eltern.de hat geschrieben:Wie viel mehr Wert wir auf frühkindliche Bildung legen müssen, wie die Finanzmittel aus den übergeförderten Hochschulen in den unterfinanzierten Bereich der Kindergärten und Grundschulen gezogen werden können.

Ich bin mir nicht sicher, ob es Schweden ist, aber die finanziellen Mittel fliessen überwiegend in den Elementarbereich.
Das hat zur Folge, dass die Hochschulen mit den wenigsten Mitteln auskommen.
Lieben Gruss
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Beitragvon Beebo am Montag 12. März 2007, 10:28

Hallöchen,

ich habe in der Samstags Zeitung folgenden Bericht gelesen und mußte gleich mal an Andrea denken*g*

Die Wellen schlagen derzeit hoch: Sollten Kinder unter drei Jahren überhaupt in einer Kita betreut werden? "Die familiäre Kindertagesbetreuung wird dabei als Alternative häufig vergessen", sagt Beate Karhoff. Seit 2003 vermittelt die Dipl.-Sozialpädagogin beim SkF (Sozialdienst katholischer Frauen) in Menden Tagesmütter und -väter.


Für die kleine Nina ist der Aufenthalt bei ihrer Tagesmutter mittlerweile selbstverständlich geworden. Von montags bis donnerstags verbringt das elf Monate alte Mädchen täglich sieben Stunden in einer anderen Familie. Mutter Katrin Punjabi war unter anderem die Flexibilität wichtig, die ihr die Tagesmutter bieten kann: "Ich kann Nina dann abholen, wenn ich mit der Arbeit fertig bin." Bereits vor der Geburt ihrer Tochter informierte sich die Mendenerin bei Beate Karhoff und fand über sie eine geeignete Familie.

Die Zahl der Frauen, die sehr schnell wieder in den Beruf zurück gehen, steigt. Auch Katrin Punjabi zählt dazu. Als ihre Tochter ein halbes Jahr alt wurde, nahm sie ihre Arbeit wieder auf. "Klar hatte ich anfangs ein schlechtes Gewissen", erzählt sie. "Das wurde aber schnell besser, als ich gemerkt habe, wie positiv Nina auf ihre Tagespflege-Familie reagiert." Viel offener sei ihre Tochter seitdem geworden.

Die Eltern der kleinen Vera wählten für die Betreuung ihrer Tochter ein anderes Modell. Tagesmutter Barbara Schulte betreut die Zweieinhalbjährige in deren Zuhause. "Ich koche das Mittagessen und erledige kleine Haushaltsaufgaben, aber hauptsächlich kümmere ich mich natürlich um Vera." Falls auch nachmittags Betreuungsbedarf besteht, nimmt die Mutter dreier Schulkinder das Mädchen mit in ihre Familie.

Die familiäre Kindertagesbetreuung bietet das gleiche Maß an Betreuung und Förderung wie Kindertagesstätten auch. Darüber hinaus gebe es aber noch besondere Vorteile, erläutert Beate Karhoff: "Sie findet in Familien statt und die Tagespflegepersonen betreuen immer nur wenige Kinder." Besonders für Eltern mit "ungewöhnlichen" Arbeitszeiten sei die flexible Tagesbetreuung oft "die einzige Möglichkeit, berufstätig zu bleiben." Tageseltern werden in 160 Unterrichtsstunden intensiv auf ihre Tätigkeit vorbereitet. Sie stimmen ihre Vorstellung von Erziehung, Betreuung und Bildung mit den Eltern ab.

Quelle und ganzer Text Westfalenpost

Ich denke auch,da wird eine wertvolle und vor allem praktishe Alternative vergessen und man muß sein Kind ja nicht gleich in eine Krippe "stecken"---es geht auch anders. :wink:
Es grüßt euch--
Deborah
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Beitragvon Linda40 am Donnerstag 15. März 2007, 13:37

Ich glaube auch das die Problematik darin besteht, das die Tagespflegestellen oft als "Aufbewahrungsanstalten" gesehen werden. Unter familiärer Betreuung stellen sich viele Eltern vor, das die Kinder nicht gefördert werden.

Als ich noch selbst in meinem ursprünglichen Beruf gearbeitet habe, ist meine große Tochter auch von einer Tagesmutter betreut und gefördert worden.

Wir waren mit dieser Lösung sehr zufrieden und auch heute würde ich keine andere Betreuungsmöglichkeit für ein Kind unter 3 Jahren wählen. :wink:

Sicherlich kommt es auch sehr auf die Qualität der Pflegestelle oder des Kindergartens an. :wink:

Ich finde immer, das Eltern die Möglichkeit haben sollten selbst zu entscheiden, welche Form der Kinderbetreuung sie wählen möchten. :wink:

Liebe Grüße
Linda :D
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einige Jahre in diesem Beruf gearbeitet.
Seit 1994 Tagespflegeperson (Einzelpflegestelle).
Arbeite für das Jugendamt mit Pflegeerlaubnis.
Qualifizierung: Berliner Grund- und Aufbauzertifikat.

Beitragvon befana am Sonntag 8. April 2007, 14:37

Hallo,
Immer noch aktuell.
In der Zeitung von gestern stand:
Lieben Gruss
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