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Vererbung oder Erziehung

Beitragvon Andrea am Donnerstag 22. März 2007, 20:45

Hallo,

was prägt uns mehr: Vererbung oder Erziehung

Bringen wir bestimmte Charakterzüge, Eigenschaften schon in den Genen mit?
Wie würdet ihr dies prozentual einschätzen - wie viel in unserem Leben macht Erziehung/Beziehung/Umfeld aus und wie viel bringen wir mit?

Kennt ihr interessante Internetadressen zum Thema?
Liebe Grüße
Andrea :elefant:
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Beitragvon Claudia am Donnerstag 22. März 2007, 21:02

Aaaandrea!!

Das ist veraltet. :lol: :wink:


Es gibt drei Faktoren.


-> Anlage + Umwelt + Selbststeuerung
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Claudia
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Beitragvon Andrea am Donnerstag 22. März 2007, 21:12

Claudia hat geschrieben:Aaaandrea!!

Das ist veraltet. :lol: :wink:


Es gibt drei Faktoren.


-> Anlage + Umwelt + Selbststeuerung



Nein ehrlich, veraltert :? - na ja, ist ja auch schon ein paar Jährchen her mit der Ausbildung :lol:

Hast du auch Infos wo man dazu was nachlesen kann. Gerne auch Fachliteratur.
Gehe nun mal googeln :wink:
Liebe Grüße
Andrea :elefant:
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Beitragvon Claudia am Samstag 9. Juni 2007, 22:25

Morgen geht es auf VOX genau um dieses Thema! :D

BBC Exklusiv
begleitet seit dem Jahr 2000 25 Babies aus allen sozialen Schichten.

In diesem Special geht es um die sich entwickelnde Persönlichkeit der kleinen Protagonisten. Welche der Kinder haben den Willen zu siegen und wer passt sich lieber an?


Sendetermin:
VOX
Sonntag, den 10. Juni 2007
11:10 Uhr
Reportage

Sehr zu empfehlen. :D

bbcgermany.de hat geschrieben:VOX - 10. Jun / 11:10 Uhr

Mittlerweile ist sie ein Klassiker: die BBC-Exklusiv-Reihe „KINDER UNSERER ZEIT“ geht ins siebte Jahr. Und auch die 25 Kinder aus allen sozialen Schichten die seit 2000 gefilmt werden, sind mittlerweile sieben Jahre alt. Noch immer geht es um dieselbe Frage: Werden wir so geboren, wie wir sind, oder werden wir dazu gemacht? In diesem Special geht es um die sich entwickelnde Persönlichkeit der kleinen Protagonisten. Welche der Kinder haben den Willen zu siegen und wer passt sich lieber an? Und was sagt das über ihre Persönlichkeit aus? Wege zum Ich – präsentiert von Professor Robert Winston.

Auch diesmal machen Professor Winston und die Familien anhand zahlreicher origineller Experimente sichtbar, wie sich Kinder entwickeln. Und die Ergebnisse sind nicht nur für Eltern erstaunlich. Längst haben sich die kleinen Protagonisten an die Kameras gewöhnt, und vertreten sich und den eigenen Standpunkt auch verbal. Interviews und Familienszenen machen deshalb deutlich, was in Kindern tatsächlich vorgeht, wenn sie älter werden und sich entwickeln: zu Kindern unserer Zeit.

Die meisten Menschen würden von sich selbst sagen, dass sie Individualisten sein möchten. Doch weshalb folgen wir dann so bereitwillig all den anderen? Was sind die Gefahren einer zu großen Angepasstheit? Und wie lernt ein Mensch, mit Stolz zu seinen Besonderheiten zu stehen? Am Beispiel einiger der „Kinder unserer Zeit“ zeigt Professor Robert Winston diesmal, wie schwierig es ist, einen ganz eigenen Weg zu gehen. Da wären zum Beispiel die eineiigen Zwillinge Ivo und Alex. Die beiden sind äußerlich eher schwer auseinander zu halten. In ihrem Verhalten unterscheiden sie sich jedoch deutlich. Alex ordnet sich in die Gruppe seiner Freunde ein: Er spielt nur echte „Jungsspiele“ und zeigt sich dabei als kleiner Macho. Ivo hingegen spielt mit Jungen und Mädchen und scheut sich dabei nicht, dem männlichen Rollenstereotyp auch mal nicht zu entsprechen. Doch wird er auch in Zukunft in der Lage sein, dem Druck der Gleichaltrigen standzuhalten, und zu dem zu stehen, was ihm gefällt?

Der kleine Parys aus dem englischen Süden ist mit einer noch extremeren Situation konfrontiert: Er ist der Sohn der Künstlerin Alison Lapper. Seine Mutter kam ohne Arme und mit nur sehr kurzen Beinen zur Welt. Als Kind wurde sie dazu gezwungen, Arm- und Beinprothesen zu tragen, damit sie wie ein „normaler Mensch“ aussähe. Seit sie jedoch selbst entscheiden kann, verzichtet sie auf die Prothesen. Sie hat sich so akzeptiert, wie sie ist – und sie ist damit erfolgreich geworden. 2005 wurde sogar ein Bildnis der nackten, hochschwangeren Alison auf dem Londoner Trafalgar Square enthüllt. Doch was ist mit ihrem Sohn Parys? Steht auch er stolz zu dem, was er ist? Und begreift er als Sechsjähriger, wie anders seine Mutter und damit seine eigene Kindheit ist?

Seit er zur Schule geht und sich dort einen Freundeskreis aufgebaut hat, möchte er nicht mehr auffallen.

Helena Young dagegen zählt zu den wenigen Menschen, die keinerlei Angst hat, sie selbst zu sein. Dabei war ihr Start ins Leben alles andere als einfach: Ihre Mutter erwartete Drillinge, die dann jedoch vier Monate zu früh zur Welt kamen. Helenas zwei Geschwisterchen starben, und auch Helena war jahrelang so schwach, dass jede Infektion sie in Lebensgefahr gebracht hätte. An das sorglose Spielen mit anderen Kindern war da nicht zu denken. Doch wie kommt das fantasievolle Mädchen, das so viel allein war, nun in der Schule zurecht? Immerhin bringt es durchaus Vorteile, wenn man in der Lage ist, sich in eine Gruppe einzupassen.

Neben der Gratwanderung zwischen Individualität und Anpassung beschäftigt sich Professor Robert Winston in diesem Special von „Kinder unserer Zeit“ auch mit einem zweiten Thema: Dem Willen zu siegen.

Die Briten haben ein Sprichwort: „Zeigt mir ein Kind unter sieben, und ich zeige euch, wie es als Erwachsener wird“. Doch wie viel Wahres ist an dieser Redensart? Schmälert ein schwieriger Start ins Leben die späteren Aussichten auf Erfolg, oder können innerer Antrieb und Entschlossenheit das Manko ausgleichen?

Anhand von fünf der „Kinder unserer Zeit“ geht Professor Robert Winston dieser Frage nach – und die Grundvoraussetzungen der Kleinen könnten kaum unterschiedlicher sein. Da ist zum einen James Cachia, der mit seiner alleinerziehenden Mutter in einer Gegend im Südosten von London aufwächst, in der drei Viertel aller Haushalte von Sozialhilfe leben. Und zum anderen William Roberts, der kleine Sohn eines angesehenen Tierarztes in Yorkshire, der eine teure Privatschule besucht und dem alle Möglichkeiten offen zu stehen scheinen. Carol Cachia, die Mutter von James, lebt selbst seit elf Jahren von Sozialhilfe. Die Erziehung ihrer Kinder und das Führen eines Haushalts waren ihr seit der Geburt von James oft zu viel – Faktoren, die auch auf ihren Sohn sichtbare Auswirkungen haben. Ganz anders sieht es bei William Roberts aus: Für ihn ist das Leben ein einziges großes Kräftemessen, und selbst gegen seine älteren Geschwister geht er dabei nie als Verlierer hervor. William hat einen schier unstillbaren Drang, Erster zu sein – doch wird ihm das in der Zukunft helfen? Immerhin stellt einem das Leben immer wieder Hindernisse in den Weg...

In dem BBC Special „KINDER UNSERER ZEIT“ mit dem Thema „Wege zum Ich“ geht Professor Winston der Frage nach, ob uns diese Hindernisse zurückwerfen, oder ob sie uns stärken und dadurch letztlich weiter bringen.

Auch in dieser Folge der erfolgreichen Reihe zeigt sich, welche Konsequenzen die Erziehung, aber auch die Veranlagung von Kindern hat, und wie stark die Persönlichkeit der Kleinen schon in diesem Alter ausgeprägt ist. Die aussagekräftigen Experimente, aber auch die unterschiedlichen Familienhintergründe der Kinder machen diesen Film zu einem spannenden, und emotionalen Porträt einer Generation.

Quelle und ganzer Artikel
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Beitragvon befana am Samstag 9. Juni 2007, 22:38

Danke Claudia,
du glaubst garnicht, wie ich auf diese Dokumentation gewartet habe.
Ich hab sie vor einiger Zeit schonmal gesehen, konnte sie aber nicht aufnehmen.
Sie ist wirklich sehr gut.
Wenn es die ist, die ich suche, wird unter anderem die Wichtigkeit der emotionalen/sozialen Kompetenzen deutlich.
Lieben Gruss
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Beitragvon Claudia am Samstag 9. Juni 2007, 22:55

:D Gerne.

befana hat geschrieben:Wenn es die ist, die ich suche, wird unter anderem die Wichtigkeit der emotionalen/sozialen Kompetenzen deutlich.

Ich denke schon, ja.


@Alle
Ich würde mich natürlich auch von euch über ein Feeback morgen freuen.



Viel Spaß beim anschaun!
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Beitragvon Claudia am Sonntag 10. Juni 2007, 09:47

Bin ja mal gespannt.

:wink:
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Beitragvon Lanie am Sonntag 10. Juni 2007, 10:02

Gut, dass ich um die Zeiz zufällig gezappt habe 8) Ich bin ein Fan von "Kinder unserer Zeit" und habe bisher alle Folgen gesehen. Wenn die das wirklich durchziehen, bis die Kinder erwachsen sind - Wahnsinn!
Allerdings finde ich es manchmal etwas oberflächlich. Bevor sie noch einen Punkt genau erklärt oder verfolgt haben, wird zum nächsten Thema und dazupassenden Kind gewechselt. Das geht mir dann doch oft zu schnell.
Zum Thema Selbststeuerung passten ja gestern die Zwillinge, bei denen eigentlich weder die Gene noch die Umwelt für den Unterschied im geschlechtsspezifischen Verhalten verantwrtlich sein können. Um sich zu unterscheiden, hat halt jeder seine Verhaltensnische gefunden.

Viele Grüße,
Lanie
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Re: Vererbung oder Erziehung

Beitragvon Sophina am Mittwoch 17. Februar 2010, 21:59

Auf Andreas Geheiß :roargh: stelle ich meine Frage aus dem Babyblog nochmal hier zur Diskussion...

Ich muss sagen, auch wenn ich diesen Faden bisher nicht kannte (oder komplett aus meinem Gedächtnis getilgt habe), bin ich doch gar nicht sooo schlecht in meinem Ansatz, da ich zumindest alle drei Faktoren, die Claudia als relevant erklärt hat, entdeckt habe: Gene, Erziehung und Selbsterkenntnis hab' ich es dort genannt.

Also, es geht um folgendes:
Sophina im Babyblog hat geschrieben:Als ich vorgestern von der U4 wiederkam und mich lang' und breit darüber beschwert habe, dass J. Emily seine empfindliche Haut vererbt hat, meinte er tatsächlich, ich könne froh sein, dass dem so ist, denn damit gäbe es immerhin die Chance, dass sie nicht nur die schlechten sondern auch die guten Eigenschaften von ihm geerbt hat. Woraufhin ich ihn - eigentlich komplett im Spaß - gefragt habe, was denn das arme Kindelein denn wohl von MIR für Schlechtes geerbt haben könnte.

J. hat lange überlegt und herumgedruckst, aber dann hat seine fast schon pathologische Ehrlichkeit gesiegt und er hat sich sehr diplomatisch und vorsichtig darüber ausgelassen, dass ich eventuell möglicherweise manchmal zu einer Schwermut und Hoffnungslosigkeit neige, die er nicht nachvollziehen kann und auch nicht angemessen findet. Uff, das hat gesessen... Mein Bruder leidet tatsächlich an einer (behandelten) Psychose und ich bin in der Tat auch nicht die Frohnatur schlechthin, aber dafür die Gene verantwortlich zu machen? Ich habe es bisher immer auf die Erziehung geschoben.

Wir haben uns in eine Grundsatzdiskussion darüber verstrickt, was am Charakter eines Menschen ererbt ist und was geformt wurde und ich musste feststellen, dass wir darüber komplett verschiedener Auffassung sind.
In meinem Kopf sind es überwiegend körperliche Merkmale, die vererbt werden, evtl. noch die Neigung zu diversen Krankheiten oder Vorlieben. Aber auf keinen Fall solche Dinge wie Schwermut, Leichtsinn, Verantwortungsbewusstsein, etc.
Er hingegen sieht sich wohl zu annähernd 100% als Produkt seiner Gene. Trotzdem ist er ein Mensch, der fortwährend nach Selbsterkenntnis strebt und an sich arbeitet. Ist das dann nicht eigentlich ein völlig sinnloses Unterfangen, wenn ohnehin schon alles festgelegt ist?
:schaf: Grüßle, Sophina

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Re: Vererbung oder Erziehung

Beitragvon befana am Mittwoch 17. Februar 2010, 22:30

Sophina hat geschrieben:Er hingegen sieht sich wohl zu annähernd 100% als Produkt seiner Gene. Trotzdem ist er ein Mensch, der fortwährend nach Selbsterkenntnis strebt und an sich arbeitet. Ist das dann nicht eigentlich ein völlig sinnloses Unterfangen, wenn ohnehin schon alles festgelegt ist?

Vielleicht ist es auch ein Teil seiner Gene, fortwährend nach Selbsterkenntnis zu streben.

Wenn mein Mann damit prahlte, dass unser Sohn seine tollen Gene geerbt hat, war meine Antwort immer: "Muss wohl so sein, ich habe meine noch!" :roargh:

Aber nun im Ernst, es sind, wie Claudia schon schrieb, drei Faktoren relevant, die sich gegenseitig bedingen/beeinflussen.
Mittlerweile ist erwiesen, dass z.B. Depressionen auch erblich bedingt sind.
Dass bedeutet aber nicht, dass sie bei jedem zum Ausdruck kommen.
Je nachdem, wie viele Brüche man in seiner Kindheit hatte und wie damit umgegangen wurde, ist die Anfälligkeit für Depressionen mit entscheidend. Das wäre z.B. der Faktor Umwelt.
Deshalb ist es schon ganz richtig, wenn du auch die Erziehung dafür mitverantwortlich machst.
Sophina hat geschrieben:In meinem Kopf sind es überwiegend körperliche Merkmale, die vererbt werden, evtl. noch die Neigung zu diversen Krankheiten oder Vorlieben. Aber auf keinen Fall solche Dinge wie Schwermut, Leichtsinn, Verantwortungsbewusstsein, etc.

Woran machst du es fest, dass Vorlieben vererbt werden, Schwermut, Leichtsinn und Verantwortungsbewusstsein aber nicht?
Lieben Gruss
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