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Links und Austausch zu "kindliche Depressionen"

Beitragvon befana am Dienstag 8. Mai 2007, 21:02

Hier sind ein paar Links zum Thema "kindliche Depressionen"


Unterschätzt: Depressionen bei Kindern

Depressionen bei Kindern und Jugendlichen

Auch Kinder erkranken depressiv

Psychogene Aspekte der Depression bei Kindern



Vielleicht hat noch jemand Links, um diese Liste zu ergänzen.
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Beitragvon Ne55i am Mittwoch 9. Mai 2007, 06:11

@befena: Das ist eine gute Idee hier zu diskutieren, dann nehmen vlt. ein paar Leute teil :D

Hier noch mal mein Thema + Gliederung

Also meine DA lautet: "Depressionen bei Kindern und Jugendlichen- Erklärungsansätze und Interventionen im schulischen Kontext"

Aufbau ist wie folgt:
1. Depressionen bei Kindern und Jugendlichen / aktueller Forschungsstand
- Diagnostische Kriterien/ Altersabhängigkeit der Symptome/ Häufigkeit
und Verlauf
2. Erklärungsansätze
- hier jedoch nur solche, die Helfen ein näheres Verständnis für die
Auslösung und Aufrechterhaltung im Kontext der Schule zu erlangen,
sind aber generell gültig
3. Auswirkungen der Störung im Kontext der Schule
- hier werden die Theorien anhand von Studien in Leistungs- und
Sozialensituationen dargestellt. Mit anderen Worten: JA! depressive
Schüler haben Beeinträchtigungen im Leistungs- und sozialen Bereich,
welche sich anhand der Erklärungsansätze begründen lassen
4. Präventionsmaßnahmen im Kontext der Schule
- hier gehe ich auf erprobte Programme zur Prävention und
Intervention der Depression in Schulklassen ein, die auf der
Grundlage der Erklärungsansätze sehr gut zu verstehen sind. Zudem
gebe ich Hinweise, wie die alltägliche Unterrichtsgestaltung stattfinden
kann, um depressive Schüler zu unterstützen.

So, was würde euch interessieren? Ich versuche es dann in knappen Sätzen zu sagen, alle, die die gesamte DA haben möchten, können mich anschreiben, wenn ich fertig bin, dann schicke ich sie per Mail.[/list][/list]
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Beitragvon befana am Sonntag 20. Mai 2007, 00:24

@Ne55i
Danke nochmal für den Buchtip:"Hilfen für depressive Kinder"
Hab es mir mittlerweile besorgt und auch schon angefangen.
Du hast Recht, es ist wirklich leicht verständlich geschrieben.
Auch wenn ich erst auf Seite 41 bin, habe ich doch schon einige Situationen im Kopf, wo ich denke, da muss ich mal ein Auge drauf haben.
Lieben Gruss
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Beitragvon Ne55i am Sonntag 20. Mai 2007, 11:51

Freut mich, dass ich dir weiter helfen konnte. Mir hat das Buch auch sehr gut gefallen, da es einem hilft Kinder mit Depressionen besser zu erkennen und zu verstehen.
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Beitragvon befana am Sonntag 20. Mai 2007, 11:53

Wie bist du ausgerechnet auf dieses Thema gekommen?
Oder hattest du es schon irgendwo geschrieben?
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Beitragvon Ne55i am Sonntag 20. Mai 2007, 17:46

Auf das Thema bin ich gekommen, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass ich mit Kindern und Jugendlichen, die an Depressionen leiden, sehr schwer arbeiten kann.

Beispielsweise ein depressiver 16 jähriger Junge. Dieser hatte eine schwere depressive Verstimmung und war unwahrscheinlich verletzbar. Mit anderen Worten jede Kleinigkeit schmiss ihn aus der Bahn. Ich hatte zu der Ferienzeit die Möglichkeit viel Zeit mit ihm zu verbringen und wollte ihm einen schönen Tag bereiten. Ich fragte ihn wozu er Lust hat und wir entschieden uns gemeinsam Basketballl zu spielen. Wir spielten ca. 2 Stunden und hatten wirklich viel gelacht. Als dann eine weitere Bewohnerin hinzu kam und mitspielen wollte, war seine Stimmung wieder im Keller, was er mir deutlich zeigte: "Ach man, wieder so ein scheiß Tag, alles ist schlecht, ich hab kein Bock mehr, hier ist eh alles -unerwünschtes Wort-!"

Ich weiß nicht, aber sein Verhalten hat mich immer sehr bedrückt und ich war gekränkt, weil ich wirklich alles Mögliche versuchte, um ihn zu überzeugen, dass nicht alles schlecht ist und nichts etwas gebracht hat.

Daher mein Entschluss, mehr über diese Störung zu lernen, weil man wirklich in der Arbeit mit diesen Kindern sehr hilflos ist und selbst daran verzweifelt. Mir ging es auf jeden Fall so.
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Beitragvon befana am Sonntag 20. Mai 2007, 18:34

Eigentlich könnte man meinen, das sind ganz alltägliche Situationen.
Es ist oft so, dass auch bei Kindern die Stimmung umkippt.

Wusstest du, dass er unter Depressionen leidet, oder hast du es nur vermutet?
Meinst du, du kommst nun besser mit solchen Situationen klar?
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Beitragvon Ne55i am Montag 21. Mai 2007, 06:03

Ja, ich wusste, dass er unter Depressionen leidet. Diagnose lautete Verhaltensstörung mit akuter schwerer Depression. Es war ein Praktikum in einer Wohngruppe mit psychisch kranken Kindern und Jugendlichen. Zum Zeitpunkt als ich dort Praktikum machte waren 3 Kinder mit Schizophrenie, 2 mit frühkindlichem Autismus, 1 Kind mit dem Tourette Syndrom, der Junde mit der Verhaltensstörung und Depression und 3 Kinder hatten Psychosen mit Zwangsstörungen.

Auch wenn die anderen Bewohner nicht weniger beeinträchtigt oder auffällig waren als der besagte Junge, ging mir doch die Arbeit mit ihm am emotional am nächsten. Natürlich kann man sagen, dass es normal ist, wenn die Stimmung mal umkippt, aber bei ihm waren es täglich kleine Auslöser, die dazu führten, dass er emotional sehr niedergeschlagen war. Die Wahrnehmung war extrem negativ gefärbt und er war in seinem gesamten Auftreten sehr verlangsamt. Sprache monoton, sehr ruhig, schleppendes Gehen. runter hängende Schultern...

Seine Hintegrundgeschichte war auch extrem traurig. Wurde von den Eltern misshandelt, Eltern selbst psychisch krank (Diagnose unbekannt), sehr verwahrloste Familie (ca. 10 Katzen, die kein Katzenklo hatten), sehr lieblose Erziehung, 8 Geschwister... Er ist mit 14 selbst zum Jugendamt und bat um Fremdunterbringung.

Der Alltag mit ihm war zudem dadurch erschwert, dass er seit seinem zweiten Lebensjahr Diabethis mellitus hatte. Er musste sich somit täglich mehrmals Insulin geben und darauf achten, was er isst und trinkt. In den täglichen niedergeschlagenen Phasen verweigerte er die Einnahme von Insulin, für ihn sei das Leben ohnehin sinnlos...

Meistens konnte ich seinen Stimmungsumbruch verstehen, manchmal waren es aber so geringe Auslöser, die zu den stärksten emotionalen Reaktionen führten. Allgemein war seine Frustrationstoleranz gleich Null. Gutes Zureden, Gestaltung des Tagesablaufs nach seinen Wünschen, nichts dergleichen führte dazu, dass er die Welt weniger negativ wahrnahm.

Er vermittelte mir ein Gefühl der Betroffenheit und Hilflosigkeit. Man wusste nie, was und wann es wieder zum Stimmungsumschwung kommt und in diesen Phasen war er nicht mehr ansprechbar. Die Energie, die man da rein legt ist meistens vergebens.

Ich weiß nicht, ob ich jetzt besser mit einem depressivem Kind arbeiten könnte, aber JETZT ist mir zumindest bewusst, dass nicht ich etwas falsches gemacht habe, sondern sein Verhalten und seine Reaktionen Teil der Erkrankung sind. Also ich denke, dass ich nun nicht mehr so mitgenommen bin, wenn ich mit so einem Kind arbeite. Und ich weiß jetzt, welche verbalen und verhaltensbezogenen Mittel ich einsetzen könnte. Aber eine Depression in dieser Ausprägung kann grundsätzlich nur von einem Therapeuten adäquat behandelt werden. Ich könnte nun aber besser unterstützend wirken.

Hast du denn schon ein paar Kinder erkannt, die depressive Symptome haben?
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Beitragvon befana am Dienstag 22. Mai 2007, 14:22

Danke für den ausführlichen Bericht.
Beim Lesen ist mir wiedermal bewusst geworden, dass hinter jedem Menschen ein Schicksal steht.
Du hast sehr nachvollziehbar deine Hilflosigkeit und Betroffenheit geschildert.
Ich wüsste nicht, ob und wie ich damit umgehen könnte.

Hast du denn schon ein paar Kinder erkannt, die depressive Symptome haben?

Jein, mein Interesse an diesem Thema stütze sich ursprünglich auf einen Jungen der sehr ängstlich in neuen Situationen ist und oft nicht benennen kann, warum er grade traurig ist, wenn er ohne ersichtlichen Grund anfängt zu weinen.
Bei diesem Kind hatte ich schon länger die Vermutung.
Seitdem ich das Buch lese, bin ich hin und her gerissen.
Einiges spricht dafür und vieles dagegen.
Dafür habe ich ein anderes Kind entdeckt, wo ich denke, wir müssen zumindest ein Auge darauf haben.
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Beitragvon Ne55i am Dienstag 22. Mai 2007, 16:01

Na komm schon befena, berichte auch du ein wenig ausführlicher.
ich lerne doch auch durch Efahrungen und zudem kenn ich mich mittlerweile
ganz gut mit dem Thema aus, vlt. kann ich mit dir zusammen überlegen.

Würde mich freuen.
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