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Englisch & Co. im Kigaalter

Beitragvon Andrea am Sonntag 27. Mai 2007, 14:22

Hallo,

    welche Meinung habt ihr zu Fremdsprachenangeboten im Kigaalter?

    Wird eine Maßnahme bei euch angeboten, von wem, Kosten?

    Welche pädagogische Begründung/Zielsetzung steckt dahinter?

    Wie wird diese Maßnahme umgesetzt, welche Kinder "dürfen" teil nehmen?

    Welche Gedanken gibt es allgemein zum gesteuertem/ungesteuertem Spracherwerb im Elementarbereich?
Liebe Grüße
Andrea :elefant:
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    Wenn ich nur darf,
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Re: Englisch & Co. im Kigaalter

Beitragvon Claudia am Sonntag 27. Mai 2007, 15:02

Hach, wieder so ein kontroverses Thema. :lol:

Andrea hat geschrieben:welche Meinung habt ihr zu Fremdsprachenangeboten im Kigaalter?

Grundsätzlich absolut sinnvoll, weil es noch immer das wunderbare Alter für den Zweit-/Fremd- Spracherwerb ist. (Siehe Hirnforschung)
Aber das Wichtigste, die Neugierde an fremden Ländern, Sprachen, Kulturen wird noch mehr gefördert.
Kinder bekommen ein erstes Gefühl für fremde Sprache.

Andrea hat geschrieben:Wird eine Maßnahme bei euch angeboten, von wem, Kosten?

Ja, von mir. Keine Kosten.

Andrea hat geschrieben:Welche pädagogische Begründung/Zielsetzung steckt dahinter?

Sieh oben.
Und ganz wichtig: Die Kinder beginnen alle auf einem gleichen Stand. Das gibt auch Kindern ein sehr großes Selbstbewusstsein, welche sonst eher weniger Erfolgserlebnisse haben!
Außerdem werde jeden Tag gefragt: Machen wir heute Englisch? Bitte, bitte! -> Spaß + Freude :wink:

Andrea hat geschrieben:Wie wird diese Maßnahme umgesetzt, welche Kinder "dürfen" teil nehmen?

Spielerisch natürlich. Lieder, Reime, Spiele, Bilderbücher, ...
Vorschulkinder, insgesamt aber nur 8-10 Kinder.

Andrea hat geschrieben:Welche Gedanken gibt es allgemein zum gesteuertem/ungesteuertem Spracherwerb im Elementarbereich?[/list]

Was meinst du damit genau?
Liebe Grüße!
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Beitragvon befana am Sonntag 27. Mai 2007, 17:58

Ja, von mir. Keine Kosten.

In welchem Rahmen findest es statt?
Du schreibst, es dürfen 8-10 Kinder daran teilnehmen.
Ist das ein fester Termin oder je nach Zeit?
Werden die anderen Kinder in dieser Zeit von anderen Kolleginnen betreut?
Nehmen nur Kinder aus deiner Gruppe daran teil, oder bietest du es übergreifend an?
Oh je, viele Fragen...

@Andrea
Die Antworten auf deine Fragen muss ich für mich erst sortieren. :lol:
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Re: Englisch & Co. im Kigaalter

Beitragvon Andrea am Sonntag 27. Mai 2007, 18:05

Claudia hat geschrieben:Hach, wieder so ein kontroverses Thema. :lol:

:lol: ja und wir wissen jetzt schon das wir geteilter Meinung sind :wink:

Andrea hat geschrieben:welche Meinung habt ihr zu Fremdsprachenangeboten im Kigaalter?

Grundsätzlich absolut sinnvoll, weil es noch immer das wunderbare Alter für den Zweit-/Fremd- Spracherwerb ist. (Siehe Hirnforschung)

Aber genau davon ist man inzwischen, nach meinen Kenntnissen, schon wieder ab:
Kinder lernen Sprache im Vorschulalter ungesteuert, d.h. um eine Sprache aufzunehmen braucht das Kind ein natürliches Umfeld.
Das Kind muss in der Lage sein ein "Sprachbad" zu nehmen, dabei stehen Sprachvorbilder (die diese Sprache kontinuierlich) sprechen im Vordergrund.
Das Gehirn braucht einen "Überschuss" an Informationen (Redunanz) um die neuen Wörter langfristig im Gehirn abspeichern zu können. Dementsprechend muss das Kind, das Wort auf verschiedenen Erlebnisebenen erleben und darüber etwa 40 mal gehört und be-griffen haben.
Beim Englisch-"Unterricht" schafft man eine künstliche Situation - ähnlich dem Frontalunterricht in der Schule (auch wenn man es noch so spielerisch aufzieht :wink: ) - also gesteuerter Spracherwerb.
Und dieser ist halt für Vorschulkinder nicht zu empfehlen, da der Lernweg anders sein sollte - ganzheitlich halt!
Natürlich ist bei Kinder ein Mehrspracherwerb möglich - aber nur wenn die äußeren Rahmenbedingungen stimmen. Dann können Kinder sogar drei Sprachen lernen (z.B. Mama russisch, Papa englisch und Kiga deutsch). Aber das Kinder er-lebt diese Sprache mit Menschen, Situationen, Gefühlen, Sinnen, ...
Wichtig dafür aber auch das jeder bei seiner Sprache bleibt (d.h. Mama spricht nur Russisch mit dem Kind und fängt, wie auch die anderen, nicht an zu mischen).
Beim Englisch redest du ja dann auch nur kurze Zeit englisch und dann geht ihr wieder ins deutsche - ungünstig für den Zweispracherwerb.

Und ganz wichtig: Die Kinder beginnen alle auf einem gleichen Stand. Das gibt auch Kindern ein sehr großes Selbstbewusstsein, welche sonst eher weniger Erfolgserlebnisse haben!
Außerdem werde jeden Tag gefragt: Machen wir heute Englisch? Bitte, bitte! -> Spaß + Freude :wink:

Du hast in einem anderen Beitrag geschrieben, dass ihr einen hohen Anteil an Migrantenkindern habt.
Wäre es dann nicht sinnvoller und situativer die deutsche Sprache zu fördern? Natürlich ist es toll wenn die Kinder einen Stand haben aber ist es deshalb zu vertreten noch eine dritte Sprache für diese Kinder einzuführen? Und selbst wenn sie gut deutsch sprechen - auch da kann man viel im Bereich Wortschatz, phonologisches Bewusstsein, u.s.w. machen. Dies finde ich halt sinnvoller.
Und auch dies kann Spass machen :wink:
Liebe Grüße
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Beitragvon Claudia am Sonntag 27. Mai 2007, 18:21

befana hat geschrieben:
Ja, von mir. Keine Kosten.

In welchem Rahmen findest es statt?

1 bis 2 Mal pro Woche, in der Kita, neben der Freispielspielzeit. Offenes Angebot, die Kinder können jederzeit aussteigen. (Bisher wollte das kein Kind.)

befana hat geschrieben:Du schreibst, es dürfen 8-10 Kinder daran teilnehmen.
Ist das ein fester Termin oder je nach Zeit?

Ja, ein fester Termin. Findet aber nun leider oft aus Personalmangel nicht statt.

befana hat geschrieben:Werden die anderen Kinder in dieser Zeit von anderen Kolleginnen betreut?

Ja.


Andrea hat geschrieben:Beim Englisch-"Unterricht" schafft man eine künstliche Situation - ähnlich dem Frontalunterricht in der Schule (auch wenn man es noch so spielerisch aufzieht ) - also gesteuerter Spracherwerb.

Dies ist wohl bei fast allen Angeboten der Fall, wenn man dafür planen muss...

Und dieser ist halt für Vorschulkinder nicht zu empfehlen, da der Lernweg anders sein sollte - ganzheitlich halt!

Genau dies tue ich. Siehe Reime, Spiele, ... Es findet eigentlich immer wieder im Kigaalltag statt.
(Kinder: "Du Claudia, meine Mama hat gesagt Auto heißt "car". Gut gell!?" (*strahlen*), "Wie kann ich der M. auf englisch sagen, sie soll mir nicht nachlaufen?", "Du ich kann nun schon bis 20 zählen." etc etc etc)


Andrea hat geschrieben:Du hast in einem anderen Beitrag geschrieben, dass ihr einen hohen Anteil an Migrantenkindern habt.
Wäre es dann nicht sinnvoller und situativer die deutsche Sprache zu fördern? Natürlich ist es toll wenn die Kinder einen Stand haben aber ist es deshalb zu vertreten noch eine dritte Sprache für diese Kinder einzuführen? Und selbst wenn sie gut deutsch sprechen - auch da kann man viel im Bereich Wortschatz, phonologisches Bewusstsein, u.s.w. machen. Dies finde ich halt sinnvoller.
Und auch dies kann Spass machen

Auch dies findet in unserem Kiga statt.


Zur Verdeutlichung: Es geht nicht um perfekt englischsprechende Kinder!


befana hat geschrieben:Nehmen nur Kinder aus deiner Gruppe daran teil, oder bietest du es übergreifend an?

Aus allen vier Kigagruppen.
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Beitragvon befana am Sonntag 27. Mai 2007, 18:27

1 bis 2 Mal pro Woche, in der Kita, neben der Freispielspielzeit. Offenes Angebot, die Kinder können jederzeit aussteigen. (Bisher wollte das kein Kind.)

Heisst das, innerhalb dieser Englischstunde, oder die Kinder können jedesmal neu entscheiden ob sie mitmachen möchten?

Ja, ein fester Termin. Findet aber nun leider oft aus Personalmangel nicht statt.

Wie bei vielen Aktionen, die übergreifend stattfinden... :wink:
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Beitragvon Claudia am Sonntag 27. Mai 2007, 18:31

befana hat geschrieben:
1 bis 2 Mal pro Woche, in der Kita, neben der Freispielspielzeit. Offenes Angebot, die Kinder können jederzeit aussteigen. (Bisher wollte das kein Kind.)

Heisst das, innerhalb dieser Englischstunde, oder die Kinder können jedesmal neu entscheiden ob sie mitmachen möchten?

Nein, vor der Englischstunde. Immer die gleichen Kinder, aber theoretisch müssten sie nicht mitgehen, wenn sie nicht mehr wollen würden. Bisher hatte ich das noch nicht..

Tja, ja, Personalmangel ist immer so eine Sache. :roll:
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Beitragvon Claudia am Sonntag 27. Mai 2007, 19:24

Mein eigener heftiger Kritikpunkt: Ich bin keine Muttersprachlerin. Find ich eigentlich nicht gut….

Nun ja. :?
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Beitragvon Sophina am Montag 28. Mai 2007, 19:52

Louisa nimmt seit kurzem auch an einem Englisch-Kurs im KiGa teil.

Vorweg vor allem anderem: es macht ihr waaaaaahnsinnigen Spaß und das ist auch der einzige Grund dafür, dass sie teilnehmen darf.

Der Kurs an sich wird von der AWO als Träger von irgendsoeinem Menschen in KiTas angeboten, ist schweineteuer (10 Euro pro Woche für 1,5 Stunden und damit eigentlich nicht in meinem Budget enthalten), nicht von Muttersprachlern geleitet und von so einer seltsamen Konzeption, dass man einfach nur den Kopf schütteln kann. Den Kindern soll es ausschließlich Spaß machen (deshalb heißt es auch "Let's play English"), den Eltern aber vermittelt werden, dass das tolle Konzept des Kurses den Einstieg ins Schulenglisch erleichtert und frustfrei macht.

Ich denke, auch wenn er versucht, das so zu verkaufen, dass man Englisch nicht lernen kann, wenn man es eineinhalb Stunden pro Woche anteilig spricht und immer im Hinterkopf hat, dass man ja zur Not auf Deutsch ausweichen kann.

Wie gesagt, es macht Louisa wirklich richtig großen Spaß, aber ich erhoffe mir davon gar nichts. Im Gegenteil, ich gehöre eigentlich zu der "Elternfraktion", der zu viel Wissensanhäufung im KiGa eher suspekt ist, die Kids sollen erstmal sozial fit werden und dann kann man weiter sehen.

Allerdings kann ich mich dieses Mal nicht freisprechen, einem gewissen Gruppenzwang unterlegen zu sein, Louisa wollte so gerne, weil "alle meine Freundinnen" auch Englisch machen und ich hab' schließlich nachgegeben, weil mich "alle Mütter dieser Freundinnen" weichgekocht haben.
Bisweilen ärgere ich mich darüber, nicht über Englisch im KiGa direkt, eher über dieses elitäre Konzept und würde mich freuen, wir hätten so ein Angebot wie Claudia es umrissen hat, aber so lange es wenigstens noch den "Spaßfaktor" gibt, bin ich gewillt, es mitzumachen.

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Beitragvon befana am Donnerstag 18. Oktober 2007, 07:07

Zu diesem mittlerweile alten Thema habe ich gerade folgenden Link entdeckt.

bildungsklick,de hat geschrieben:Die Zürcher Lernforscherin Prof. Elsbeth Stern hat vor allzu frühen Fremdsprachenkursen für Kinder gewarnt. Angesichts der immer zahlreicher werdenden Angebote von Frühförderkursen auch für Kleinkinder riet Stern im Deutschlandradio stattdessen den Eltern, das Geld lieber für spätere Studiengebühren zu sparen und stattdessen mit den Kindern Sinnvolles zu tun.


Leider ist dieser Artikel nicht sehr aussagekräftig, aber er entspricht dem, was ich auch denke.

Nachzulesen unter:
Lernforscherin warnt vor frühen Fremdsprachenkursen

Englisch wird zwar nicht von unserer Einrichtung aus angeboten, aber die Eltern haben die Möglichkeit, für selbstorganisierte Angebote einen Raum zu bekommen.
Sie haben über eine Sprachschule eine Englischlehrerin organisiert, die mit den dort angemeldeten Kindern auf spielerischer Ebene Englisch lernt.
Letzte Woche beobachtete ich, dass ein Kind ca. 15 Minuten lang schrie, weil es nicht wollte.
Die Mutter hatte es dort abgegeben und ist gegangen.
Eine andere Mutter schafft es nicht, ihre Tochter morgens bis 10°° zu bringen und kommt regelmässig zu spät, weil ihre Tochter morgens so trödelt.
Die Englischstunde fängt um 8.30 Uhr an. Sonderbarerweise kommt sie dafür immer pünktlich.
Für mich war das wiedermal eine Bestätigung, dass es den Eltern wichtiger ist als den Kindern.
Auch wenn dies nur Einzelfälle sind, aber ich merke auch, dass die Kinder, wenn sie aus der Englischstunde kommen, ihre Hefter wegpacken und nicht mehr darüber reden.
Nichtmal die Kinder, die gemeinsam dabei sind, tauschen anschliessend noch darüber aus, oder erwähnen es in ihrem Alltag. Sie zeigen nichtmal stolz, was sie gemacht haben.
Es ist ein Programmpunkt, der nun erledigt ist und sie widmen sich dem Spiel.
Nach wie vor denke ich, Kindern, die wirklich Interesse an einer Fremdsprache haben, könnte man auch auf anderer Ebene begegnen als sie einmal die Woche für eine halbe Stunde in einen Sprachkurs zu geben.
Lieben Gruss
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