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Kleinkind-Kurse sind vor allem für die Eltern sinnvoll

Beitragvon Claudia am Samstag 2. Juni 2007, 11:03

Babyschwimmen, Kinderyoga, musikalische Früherziehung - in Deutschland wird eine unüberschaubare Menge an Kursen für den Nachwuchs angeboten. Aber sind diese Förderprogramme für Babys und Kleinkinder auch sinnvoll? Im Interview mit der Zeitschrift ELTERN beantwortet die Expertin und Entwicklungspsychologin Prof. Hellgard Rauh diese Frage überraschend: "Ja, die Baby- und Kleinkind-Kurse sind sinnvoll - für die Eltern!"

Genauer erklärt Prof. Rauh ihre These im ELTERN-Gespräch so: "Wir wissen, dass Babys, die Kurse besucht haben, anderen Kindern in der geförderten Tätigkeit etwas voraus sind, aber nicht generell in ihrer Entwicklung. In der Regel reicht eine anregende familiäre Umwelt, um ein Kind in seiner Entwicklung optimal zu fördern. Aber gute Kurse können Eltern helfen, ihr Kind besser zu beobachten - sie machen sie in ihrem Verhalten sicherer."

(...)"Sie lernen tatsächlich am besten im direkten Miteinander mit Personen, denen sie fest vertrauen. Dabei kann es sich um die Mutter, die Großeltern, den Babysitter oder die Erzieherin handeln. Denn Lernen ist immer an Emotionen geknüpft, besonders an Neugier und Freude." Trotz aller Skepsis lehnt Prof. Rauh Baby- und Kleinkind-Kurse nicht generell ab:(..)

Quelle und der ganze Artikel



Für mich ehrlich gesagt ein neuer Blickwinkel! :shock:

Was meint ihr dazu? Welche Erfahrungen habt ihr mit solchen Kursen?
Liebe Grüße!
Claudia
:hack:

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Beitragvon Andrea am Samstag 2. Juni 2007, 21:42

Für mich nichts neues :mrgreen:

Trotzdem finde ich auch, für die Kinder unter drei Jahren ,-einige- solcher Kurse sinnvoll.

Über Yoga und musikalische Früherziehung könnte man sich nun streiten - da stimme ich dem Bericht voll zu.
In solchen Kursen steht die Beziehungsebene - meiner Erfahrung nach - nicht im Vordergrund. Man geht hin, konsumiert und hofft auf Förderung :wink:

Babyschwimmen und Babymassage sehe ich als "Sinn"-hafte Erfahrung für Kinder und Eltern, wobei der Kontakt zwischen beiden gefordert und gefördert wird. Pekip zählt für mich auch dazu.

Der Bereich Eltern-Kind-Gruppe nimmt noch mal einen ganz anderen Stellenwert ein - hier gibt es zwei Zielgruppen: Eltern & Kinder.
Und die Ideen für die anregende Umwelt im häuslichen Bereich muss man halt auch erst einmal bekommen 8)
Und die Kinder nehmen, durch die Unterstützung der Eltern als sichere Basis, sehr viel mit.

Hier einige Auszüge meiner Tätigkeitsbeschreibung, die dies - wie ich finde- ganz gut beschreiben:
Andrea hat geschrieben:Aufgabenbeschreibung: Eltern-Kind-Gruppenleitung
In der Eltern-Kind-Gruppe treffen sich Eltern (im Regelfall Mütter) mit ihren Kindern in einer festen Gruppe, wöchentlich für jeweils zwei Unterrichtsstunden. Die Kinder sind zu Beginn der Gruppe in der Regel ein Jahr und besuchen diese Gruppe bis zum Beginn des Kindergartens.
Das Angebot von Eltern-Kind-Gruppen nimmt Eltern und Kinder in ihrer Entwicklung wahr und bietet Hilfen für junge Familien an.
In den Eltern-Kind-Gruppen geht es nicht um eine „sinnvolle Beschäftigung“ von Kindern (Kinderbetreuung) oder um einen gemütlichen Gesprächskreis von Vätern und Müttern.
Vielmehr geht es darum, Eltern und Kindern den Raum zu ermöglichen, indem ein intensives Lernen möglich wird, das zugleich Spaß macht. Lernen meint hier die Veränderungsprozesse, die durch die Begegnung mit anderen, durch gemeinsames Tun, durch Erfahrung und Reflexion ausgelöst werden.
...
In der Eltern-Kind-Gruppe hat Frau G. zwei Zielgruppen
1. Elterngruppe:
Den Eltern hilft sie außerfamiliäre Kontakte aufzubauen. Sie regt dazu an, die Kinder zu beobachten, fördert den Austausch und das Kennen lernen in der Gruppe. Sie unterstützt das gemeinsame Ausprobieren mit dem Kind und gibt Anregungen. Verschiedene Verhaltensweisen werden mit den Eltern reflektiert. Frau G. ist Ansprechpartnerin bei Erziehung- und Entwicklungsfragen und steht den Eltern in Krisen- und Konfliktsituationen beratend beiseite.
2. Kindergruppe:
In der Kindergruppe erleben die Kinder andere Kinder im außerhäuslichen Umfeld. Dadurch entstehen erste Schritte des sozialen Lernens, die von Frau G. beobachtet, unterstützt und reflektiert werden. Im Freispiel und diversen Angeboten erleben die Kinder einen altersgemäßen Umgang mit verschiedensten Materialien, die das Kind ganzheitlich fördern.
Ein Schwerpunkt ist, dass die Kinder vielfältige Materialerfahrungen sammeln können. Dieses Material regt die Sinne an und ein kreatives Spiel entwickelt sich. Dabei stehen das gemeinsame Ausprobieren mit den Eltern, die Neugier und die Lust Neues zu erleben im Vordergrund und nicht ein Produkt das am Ende entstehen kann.
Elternabende sind fester Bestandteil einer Kurseinheit. Frau G. greift dabei Gruppenprozesse auf oder informiert über gewünschte Themen (z.B.: Wie Kinder lernen und erleben, Das Trotzalter; Wie finde ich den richtigen Kindergarten; usw.)


Claudia hat geschrieben:Für mich ehrlich gesagt ein neuer Blickwinkel! :shock:

Welches Bild hattest du bisher?

Ich glaube ich habe wieder zu viel geschrieben :oops: - würde mich auch noch sehr über andere Meinungen freuen.
Liebe Grüße
Andrea :elefant:
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Beitragvon Rubina am Sonntag 3. Juni 2007, 14:05

Das ist für mich auch nichts Neues!


Im PEKiP achten wir auf:

der Eltern- Eltern- Kontakt
der Kind- Kind- Kontakt
Kind - Eltern - Kontakt (bzw. Kind- Erwachsener - Kontakt, da die Kinder ja auch Kontakt mit den anderen Eltern/ GL aufnehmen)
das Kind an sich (individuelle Förderung des Kindes)
sowie die entwicklungsanregenden Spiele von J. Koch


Gerade auch der Austausch der Eltern spielt eine sehr große Rolle im Kurs (voneinander lernen, soziale Isolation durchbrechen, Austausch usw.), außerdem der Kontakt GL- Eltern (Vermittlung von Infos, Eingreifen bei "Fehlverhalten" der Eltern (ganz beliebt: 2-3 Monate alte Kinder hinzusetzen!), Vermittlung von Spielideen/ anregungen, Ermutigung der Eltern/ Stärkung der Eltern) bzw. natürlich Eltern-Kind (Bindung stärken, Eltern sollen lernen, ihre Kinder zu beobachten, um feinfühliger auf sie reagieren zu können, Eltenr soll die Entwicklung des Kindes bewusst werden, um ihr Kind als einzigartig zu erleben usw.).

Und ich hab auch schon (natürlich nicht über den PEKiP - Verein :lol: ) von einer Studie gelesen, in der eben gesagt wurde, dass die Kinder, die einen Kurs besucht hatten, keinen nachweislichen Vorteil dadurch hatten.
Ich denke, der Vorteil für die Kinder besteht darin, dass sie Eltern haben, die dann bewusster mit ihnen umgehen bzw. feinfühliger als sie vielleicht ohne Kurs gewesen wären. Eltenr lernen in den Kursen ja auch viel über Pädagogik, Ernährung, Pflege usw. - was ja wiederum den Kindern zugute kommt.
Liebe Grüße, Rubina
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Beitragvon Claudia am Sonntag 3. Juni 2007, 14:37

Andrea hat geschrieben:
Claudia hat geschrieben:Für mich ehrlich gesagt ein neuer Blickwinkel! :shock:

Welches Bild hattest du bisher?


Okay, hatte ich mich wohl etwas falsch ausgedrückt. :oops:
Ich wusste natürlich auch schon vorher, dass es um Beide geht - Eltern und Kinder.
Aber es ist wie bei der Frühförderung, wo ich hospitiert habe. Auch hier ist klar, die meisten Angebote sind Eltern-Kind-zentriert, trotzdem war es mir nie so bewusst. :wink:
Eigentlich wird es meistens auch eben anders propagiert, deshalb wohl auch mein (bisher) relativ unreflektierter Eindruck. :oops:
Liebe Grüße!
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Beitragvon Rubina am Sonntag 3. Juni 2007, 18:33

Claudia hat geschrieben:Eigentlich wird es meistens auch eben anders propagiert,


Natürlich. Die meisten Eltern gehen dort hin und geben ihr Geld dafür aus, weil sie ihrem Kind was Gutes tun wollen. Speziell in den PEKiP - Kursen gehen viele Eltern hin, weil sie ihr Kind fördern möchten :roll:
Das ist ganz schwer, den Eltern zu vermitteln, dass jedes Kind sein eigenes Entwicklungstempo hat und es nur in gewissen Grenzen möglich ist, die Entwicklung zu beschleunigen oder zu erleichtern.
Ich hab einmal den Fehler gemacht, als ich das PEKiP - Konzept den Eltern vorgestellt hab, zu erwähnen, dass ein Ziel der PEKiP - Treffen sein wird, die Bindung von Eltern- Kindern zu stärken.... :lol: Anfängerfehler halt..... Kam jedenfalls nicht gut an bei den Eltern :wink:
Liebe Grüße, Rubina
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Beitragvon Lanie am Montag 4. Juni 2007, 10:13

Ich hab einmal den Fehler gemacht, als ich das PEKiP - Konzept den Eltern vorgestellt hab, zu erwähnen, dass ein Ziel der PEKiP - Treffen sein wird, die Bindung von Eltern- Kindern zu stärken.... Anfängerfehler halt..... Kam jedenfalls nicht gut an bei den Eltern

Das ist ja interessant! Aus meiner Doktorarbeit soll ja ein Elternratgeber zum Thema Eltern-Kind-Bindung hervorgehen - da bleibt es natürlich nicht aus, dass erwähnt wird, dass die Bindung durch bestimmte elterliche Verhaltensweisen gefördert wird. - Worauf genau und warum haben "Deine" Eltern da negativ reagiert? Warum ist das ein rotes Tuch für sie? Weil sie glauben, sowieso schon eine riesendicke Bindung zu ihrem Kind zu haben? Oder weil sie meinen, dass sie keine Anleitung dafür nötig haben? Würde mich freuen, wenn Du da über Deine Erfahrung nochmal genauer berichten könntest.

Viele Grüße,
Lanie
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Beitragvon Rubina am Montag 4. Juni 2007, 14:36

die Eltern damals in dem Kurs waren der Meinung, sie hätten bereits eine sehr gute und intensive Bindung zum Kind und überhaupt sei Bindung etwas ganz natürliches, das einem quasi bei der Geburt des Kindes mitgegeben würde - DAFÜR brauche es nun wirklich keinen PEKiP - Kurs bzw. keine GL, die ihnen unterstellt, sie hätten keine gute Bindung zum Kind. Die Eltern damals haben sich ganz schön angegriffen gefühlt, als würde ich sie als unfähige Eltern darstellen.
Liebe Grüße, Rubina
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