Praxis im eigenen Haushalt...
(Für alle User offen.)
Forumsregeln
Willkommen im Unterforum Kindertagespflege!
Bitte unsere Nutzungsbedingungen, die Datenschutzrichtlinie und das Impressum beachten.
Hinweise zur Bedienung sind bei der BBCode-Anleitung und den häufig gestellten Fragen zu finden.
Bei weiteren Fragen bitte an einen Admin wenden.

Tagesmutter im Kindergarten?

Beitragvon Claudia am Mittwoch 6. Juni 2007, 19:43

Hallo an Alle!


Ich war mir bei der Forenwahl nicht sicher, weil es eigentlich mehrere Positionen betrifft, ich freue mich auf Meinungen von Tagesmüttern, Eltern und Leute in Einrichtungen.

In einem anderen Forum habe ich folgende Zeilen gelesen:

Userxyz* hat geschrieben:In einem Dorf hier in der Nähe hat der Kiga eine Tagesmutter eingestellt um Kosten zu sparen und den Kiga zu erhalten. Die beiden Erzieherinnen arbeiten bis zum Beginn des Mittagsschlafes und nachmittags betreut die TM die restlichen Kinder.
Also, ehrlich mit Tagesmama hat das wenig zu tun!
Für mich bedeutet eine Betreuung durch eine Tagesmutter eine individuelle,familäre Betreuung


Was denkt ihr darüber? :D
Sollten diese Möglichkeiten erweitert werden?
Reicht die Qualifikation einer Tagesmutter/eines Tagesvaters?
Ist es eine gute gegenseitige Zusammenarbeit?


Weitere Meinung? :)





[*Zitat aus einem anderen Forum, Username ausgetauscht]
Liebe Grüße!
Claudia
:hack:

"Ich kann, weil ich will, was ich muss."
Immanuel Kant

"Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen."
Tucholsky

"Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem..."
Valentin
Claudia
*** Admin ***
 
Beiträge: 16417
Registriert: 06.01.2007
Wohnort: Paderborn
Alter: 33
Tätigkeit: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der KatHO NRW, Abt. Paderborn und Lehrbeauftragte an der Goethe-Universität Frankfurt, sowie freiberufliche Elternberaterin und Autorin
Blog: Blog lesen (118)
Geschlecht: weiblich
Land: Deutschland
Schulabschluss: Fachgeb. Abitur
Berufsabschlüsse: Diplom-Pädagogin, Sexualwissenschaftlerin (Master of Arts), Erzieherin, Kinderpflegerin
Zusatzqualifikationen: Sexualpädagogin (gsp), Entwicklungspsychologische Beraterin für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern (EPB), StarkeEltern-StarkeKinder-Elternkursleitung beim DKSB, PEKiP®-Gruppenleiterin


Beitragvon Linda40 am Mittwoch 6. Juni 2007, 19:54

Hallo Claudia, :D

ja ich habe das auch gelesen.

Hier in Berlin wäre das sicherlich nicht möglich. Die Zusammenarbeit zwischen Erzieherinnen im Kindergarten und Tagesmütter klappt hier überwiegend noch nicht. Warum das so ist weiß ich auch nicht genau, vielleicht Konkurrenzdenken? Ängste eine Tagesmutter könnte einer Erzieherin einen Arbeitsplatz wegnehmen?

Eine Kollegin hat es gerade wieder spüren müssen. Eines ihrer Tageskinder kommt im Sommer in einen kirchlichen Kindergarten. Sie hat dort mal angefragt, ob sie mit dem Kind schon mal zu einem "Schnuppertag" kommen kann. :wink: Ich finde die Idee eigentlich sehr schön, auch für den Übergang in den Kindergarten. :wink:
Sie bekam zur Antwort, das es gar nicht ginge. Für das Kind wäre das nicht gut und würde zuviel Unruhe in die Gruppe bringen. :shock:

Muss ja sagen, das ich das von einem kirchlichen Kindergarten (evangelisch) nicht erwartet hätte. :shock:

Ich finde ja das eine Zusammenarbeit für beide Seiten eine Bereicherung sein könnte. Aber ich glaube, da sind wir hier noch weit davon entfernt. :shock:

Passt vielleicht jetzt nicht so hierher, aber seit wann bin ich denn Buchstabendompteuer? Finde ich übrigens klasse, danke!


Liebe Grüße
Linda :D :D :lol: [/b]
Benutzeravatar
Linda40
Forenmitglied
 
Beiträge: 1125
Registriert: 14.03.2007
Wohnort: Berlin
Alter: 49
Tätigkeit: Tagespflegeperson (Förderung und Betreuung von Kindern im Alter von 0-3 Jahren)
Geschlecht: weiblich
Land: Deutschland
Berufsabschlüsse: Ausbildung zur Bürogehilfin (heute:Fachkraft für Bürokommunikation),
einige Jahre in diesem Beruf gearbeitet.
Seit 1994 Tagespflegeperson (Einzelpflegestelle).
Arbeite für das Jugendamt mit Pflegeerlaubnis.
Qualifizierung: Berliner Grund- und Aufbauzertifikat.

Beitragvon Claudia am Mittwoch 6. Juni 2007, 19:57

Danke Linda! :D

Du sprichst ebenfalls von Zusammenarbeit.

Ist so eine geteilte Arbeitszeit im Kiga (wie im Beispiel oben) denn eine (gelungene) Zusammenarbeit?

Was wünscht du dir? Was ist dir wichtig? :)
Liebe Grüße!
Claudia
:hack:

"Ich kann, weil ich will, was ich muss."
Immanuel Kant

"Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen."
Tucholsky

"Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem..."
Valentin
Claudia
*** Admin ***
 
Beiträge: 16417
Registriert: 06.01.2007
Wohnort: Paderborn
Alter: 33
Tätigkeit: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der KatHO NRW, Abt. Paderborn und Lehrbeauftragte an der Goethe-Universität Frankfurt, sowie freiberufliche Elternberaterin und Autorin
Blog: Blog lesen (118)
Geschlecht: weiblich
Land: Deutschland
Schulabschluss: Fachgeb. Abitur
Berufsabschlüsse: Diplom-Pädagogin, Sexualwissenschaftlerin (Master of Arts), Erzieherin, Kinderpflegerin
Zusatzqualifikationen: Sexualpädagogin (gsp), Entwicklungspsychologische Beraterin für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern (EPB), StarkeEltern-StarkeKinder-Elternkursleitung beim DKSB, PEKiP®-Gruppenleiterin

Beitragvon Linda40 am Mittwoch 6. Juni 2007, 20:03

Claudia, :D

nein, eine Zusammenarbeit ist das nicht. Ich würde mich da eher wie ein Ersatz fühlen. Und wie schon oben erwähnt um Kosten zu sparen. Da käme ich mir eher wie eine billige Arbeitskraft vor, nicht wie eine anerkannte Arbeitskraft in der Kinderbetreuung.

Ich würde mir mehr Kommunikation, Anerkennung und eben Zusammenarbeit mit Erzieherinnen in Kindergärten wünschen. Ich möchte als Kinderbetreuungsperson anerkannt werden und nicht eben nur ein "Mütterchen", das nebenher Tageskinder betreut. :shock:
Benutzeravatar
Linda40
Forenmitglied
 
Beiträge: 1125
Registriert: 14.03.2007
Wohnort: Berlin
Alter: 49
Tätigkeit: Tagespflegeperson (Förderung und Betreuung von Kindern im Alter von 0-3 Jahren)
Geschlecht: weiblich
Land: Deutschland
Berufsabschlüsse: Ausbildung zur Bürogehilfin (heute:Fachkraft für Bürokommunikation),
einige Jahre in diesem Beruf gearbeitet.
Seit 1994 Tagespflegeperson (Einzelpflegestelle).
Arbeite für das Jugendamt mit Pflegeerlaubnis.
Qualifizierung: Berliner Grund- und Aufbauzertifikat.

Beitragvon Claudia am Mittwoch 6. Juni 2007, 20:11

Danke! :D


Ich freue mich natürlich auch über viele weitere Antworten!
Liebe Grüße!
Claudia
:hack:

"Ich kann, weil ich will, was ich muss."
Immanuel Kant

"Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen."
Tucholsky

"Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem..."
Valentin
Claudia
*** Admin ***
 
Beiträge: 16417
Registriert: 06.01.2007
Wohnort: Paderborn
Alter: 33
Tätigkeit: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der KatHO NRW, Abt. Paderborn und Lehrbeauftragte an der Goethe-Universität Frankfurt, sowie freiberufliche Elternberaterin und Autorin
Blog: Blog lesen (118)
Geschlecht: weiblich
Land: Deutschland
Schulabschluss: Fachgeb. Abitur
Berufsabschlüsse: Diplom-Pädagogin, Sexualwissenschaftlerin (Master of Arts), Erzieherin, Kinderpflegerin
Zusatzqualifikationen: Sexualpädagogin (gsp), Entwicklungspsychologische Beraterin für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern (EPB), StarkeEltern-StarkeKinder-Elternkursleitung beim DKSB, PEKiP®-Gruppenleiterin

Beitragvon befana am Mittwoch 6. Juni 2007, 20:22

Sollten diese Möglichkeiten erweitert werden?

Auf den ersten Blick, ohne lange darüber nachzudenken, antworte ich:
"Fürchterlich!!"
Die Tagesmütter werden dadurch zu billigem Ersatz herabgestuft.
Ihre Bezahlung ist so schon schlecht genug.
Und der Grund, warum viele Eltern eine Tagesmutter suchen, ist die familiäre Betreuung.
Das einzig Positive, was ich gerade entdecken kann, ist, dass die Kita dadurch erhalten bleibt.

Reicht die Qualifikation einer Tagesmutter/eines Tagesvaters?

Dabei denke ich nicht unbedingt an die Qualifikation, denn es gibt Tagesmütter, die auch ohne Erzieherausbildung besser sind als Erzieherinnen und umgekehrt.
Mich schreckt eher der Gedanke, dass die Bezahlung und der Status an eine Zweiklassengesellschaft erinnert.
Dabei frage ich mich, abgesehen von der geleisteten Arbeit, ob das gut gehen kann.

Ist es eine gute gegenseitige Zusammenarbeit?

Zusammenarbeit heisst für mich, zusammen zu arbeiten und nicht nacheinander.
Bei dem Modell zeigt es sich, dass Kinder und Eltern als Ware betrachtet werden und die Einrichtung nachmittags nur als Aufbewahrungsort dient.
Auch in der täglichen Praxis ist es auf Grund der Personalsituation so, dass sich Kolleginnen die Klinke in die Hand geben, aber es ist nicht an der Tagesordnung.
Zwischen den Tagesmüttern und den Erzieherinnen können keine Absprachen stattfinden, Regeln haben dann eher mit den Personen zu tun, als mit der Einrichtung, etc.
Für Eltern ist es eine Einrichtung. Ich denke, sie würden keinen Unterschied zwischen der Tagesmutter und der Erzieherin machen.
Das bedeutet unter anderem, die Tagesmutter bekommt nachmittags den Ärger ab, weil vormittags die Schuhe verschwunden sind, oder die Erzieherin vormittags, weil am Nachmittag zuvor ihr Kind gebissen wurde.
Wenn Eltern ihre Kinder abholen haben sie ein berechtigtes Interesse, zu erfahren, wie es ihren Kindern den Tag über ging, oder ob das Kind beim Abschied noch lange traurig war etc.
Wie sollen Tagesmütter darauf antworten, wenn sie die Kinder nur nachmittags erleben?
Manche Eltern würde ich nie zu Gesicht bekommen, weil sie sich das Abholen und Bringen teilen, oder sie haben morgens keine Zeit für einen Austausch, weil sie schnell zur Arbeit müssen.
Deshalb wäre das auch keine Basis für eine Zusammenarbeit mit den Eltern.

Der nächste Schritt wird sein, die Kinder aus Kostengründen von Jobcentern betreuen zu lassen.
Alles, was bisher durch Forschung, Verbesserung der Ausbildung und öffentliche Diskussionen ein kleines Stück in die richtige Richtung ging, wird dadurch wieder rückgängig gemacht.
Lieben Gruss
befana

1. Hilf mir, es selbst zu tun (Maria Montessori)

2. Ich suche das Kind in mir (von mir)
Benutzeravatar
befana
*** Admin ***
 
Beiträge: 12525
Registriert: 19.01.2007
Wohnort: Berlin
Alter: 60
Tätigkeit: Erzieherin
Geschlecht: weiblich
Land: Deutschland
Berufsabschlüsse: staatl. anerk. Erzieherin
Vorklassenleiterin
Zusatzqualifikationen: Montessori

Beitragvon nina am Mittwoch 6. Juni 2007, 20:35

Es wird immer wieder von Bildung und Förderung gesprochen aber um das zu gewährleisten werden stattdessen die Stellen gekürzt oder fallen ganz weg. :evil:
Meine erste antwort auf die Frage Tagesmütter/väter im Kindergartenbereich ist Nein. Wie sieht es andererseits mit der rechtlichen Seite aus?
Ich möchte nicht unterstellen das die Kompetenz fehlt aber ich sehe es wie befana es wäre wieder ein rückschritt.
Alles, was bisher durch Forschung, Verbesserung der Ausbildung und öffentliche Diskussionen ein kleines Stück in die richtige Richtung ging, wird dadurch wieder rückgängig gemacht.

Es sollte eine zusammenarbeit mit den Tagemüttern und dem Kindergarten erfolgen aber keine Vermischung der beiden Bereiche. Jeder hat seine Berechtigung.
nina
Benutzeravatar
nina
Forenmitglied
 
Beiträge: 1878
Registriert: 17.02.2007
Wohnort: Hessen
Alter: 39
Tätigkeit: Erzieherin
Geschlecht: weiblich
Land: Deutschland
Schulabschluss: Fachhochschulreife
Berufsabschlüsse: staatl. anerk. Erzieherin

Beitragvon rodkulla am Donnerstag 7. Juni 2007, 12:32

In allen Beiträgen spiegeln sich meine Gedanken.

Welche Erzieherin in diesem Kindergarten wäre bereit nachmittags als Tagesmutter zu arbeiten ? - - - :shock: - - - Mutige vor !!

rodkulla
rodkulla
Forenmitglied
 
Beiträge: 330
Registriert: 25.02.2007
Geschlecht: weiblich

Beitragvon Claudia am Sonntag 24. Juni 2007, 15:32

User aus einem anderen Forum hat geschrieben:Da wir hauptsächlich berufstätige Eltern haben werden wir 45 Stunden anbieten, aber unsere Öffnungszeiten werden sich verkürzen, bzw. mit Tagesmüttern/vätern ausgebaut werden.

:shock: :?

Na super..


Wieso führt man nun Studiengänge für Erzieherinnen ein, wenn der Nachmittag locker von einer TPP genauso qualitativ gestaltet werden kann!?!?

Also es tut mir leid, aber ich finde, es ist für beide Seiten ein Betrug. :x
Liebe Grüße!
Claudia
:hack:

"Ich kann, weil ich will, was ich muss."
Immanuel Kant

"Erfahrung heißt gar nichts. Man kann seine Sache auch 35 Jahre schlecht machen."
Tucholsky

"Es wurde schon alles gesagt, nur noch nicht von jedem..."
Valentin
Claudia
*** Admin ***
 
Beiträge: 16417
Registriert: 06.01.2007
Wohnort: Paderborn
Alter: 33
Tätigkeit: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der KatHO NRW, Abt. Paderborn und Lehrbeauftragte an der Goethe-Universität Frankfurt, sowie freiberufliche Elternberaterin und Autorin
Blog: Blog lesen (118)
Geschlecht: weiblich
Land: Deutschland
Schulabschluss: Fachgeb. Abitur
Berufsabschlüsse: Diplom-Pädagogin, Sexualwissenschaftlerin (Master of Arts), Erzieherin, Kinderpflegerin
Zusatzqualifikationen: Sexualpädagogin (gsp), Entwicklungspsychologische Beraterin für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern (EPB), StarkeEltern-StarkeKinder-Elternkursleitung beim DKSB, PEKiP®-Gruppenleiterin

Beitragvon Andrea am Montag 25. Juni 2007, 23:04

Claudia hat geschrieben:
Also es tut mir leid, aber ich finde, es ist für beide Seiten ein Betrug. :x


Sehe ich genau so!

@ befana: sehr schön geschrieben.
Tagespflege ist für mich familiär geprägt und hat nichts in Einrichtungen zu suchen.
Aber es wird kommen ...
Liebe Grüße
Andrea :elefant:
----------
    Wenn ich nur darf,
    wenn ich soll,
    aber nie kann, wenn ich will,
    dann kann ich auch nicht,
    wenn ich muss.
    Wenn ich aber darf,
    wenn ich will,
    dann kann ich auch,
    wenn ich muss.
    Denn merke:
    die können sollen,
    müssen auch wollen dürfen.


    Johannes Conrad, Philosoph
Benutzeravatar
Andrea
Forenmitglied
 
Beiträge: 5107
Registriert: 09.01.2007
Geschlecht: weiblich
Land: Deutschland
Berufsabschlüsse: Erzieherin; Sozialpädagogin/Sozialarbeiterin B.A.

Nächste

Zurück zu Kindertagespflege

  • BESUCHER

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 0 Gäste