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ADHS wird...

... durch eine Unterstimulierung "besser".
5
83%
... durch Überstimulierung "besser".
1
16%
 
Abstimmungen insgesamt : 6

Frage zum Wissensstand, Thema ADHS

Beitragvon Claudia am Mittwoch 4. Juli 2007, 12:54

Hallo!

Es ist in aller Munde, das Thema ADS und ADHS (Aufmerksamkeitsstörungen mit / ohne Hyperaktivität).

Ein paar kleine Fakten:
Eine Diagnose darf nur von einem Psychologen gestellt werden! Eine sog. Beschreibung auch von sonstigen Fachkräften.

Betroffen sind 3 - 5 % aller Kinder
Jungen dreimal so häufig wie Mädchen



Zum Thema werden immer wieder neue Studien gemacht.

Ich würde gerne wissen, was habt ihr gelernt?
Wie geht man richtig mit Kindern, welche diagnostiziert unter ADHS leiden, um?

Bitte auch den Hinweis woher ist dieses Wissen habt (Ausbildung, Schule, Internet, ...)?

Was sollte man also tun, damit Kinder besser lernen und leben (können)? Was wisst ihr?

Es geht nicht um richtig und falsch, sondern um die allgemeinen Kentnisse. Ich danke euch schon jetzt sehr für die Beantwortung.

Kleine Erklärung zur Umfrage:
ADHS wird...
1. ... durch eine Unterstimulierung "besser".
-> also möglich alle Reize fernhalten, weil diese die Kinder nur noch "unkonzentrierter" machen, etc.
2. ... durch Überstimulierung "besser".
-> also extra, zusätzliche Reize den Kindern bieten
Liebe Grüße!
Claudia
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Beitragvon Claudia am Dienstag 10. Juli 2007, 13:34

Traut sich denn niemand??

:cry:
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Beitragvon befana am Dienstag 10. Juli 2007, 16:00

Bei mir hat es nichts mit trauen zu tun, sondern eher damit, dass ich uninformiert bin.
Meine Infos beziehen sich auf allgemeines Wissen, welches ich hier und da mal gelesen habe.
Dazu gehört
* dass es sehr viele Kinder gibt, die unnötigerweise mit Medikamenten vollgepumpt werden
* mein (Vor-) Urteil, dass vieles in der Erziehung begründet liegt
* dass es auch mit der Ernährung zu tun hat
* dass es ADHS auch früher gab, aber durch die Lebenssituation (Viel draussen, weniger Fernsehen, Kinder wurden im privaten Umfeld betreut und dadurch weniger in der Öffentlichkeit etc,)

Dieses Halbwissen ist aber nicht praxistauglich.
Es ist entweder angelesen, oder durch Vorträge erworben, wobei die Vorträge von Ärzten waren, die für Medikamente sind.
Sollte ich in die Situation kommen, solch ein Kind in der Gruppe zu haben, müsste ich schleunigst eine Fortbildung dazu besuchen und mit anderen öffentlichen Stellen Kontakt aufnehmen.
Lieben Gruss
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Beitragvon andyhandy am Dienstag 10. Juli 2007, 20:01

Ich hab mich getraut und des erste angeglickt weil wir des so glaube ich glernt haben
vlg
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Beitragvon Ne55i am Mittwoch 11. Juli 2007, 06:32

Hallo Claudia,

mich wundert wirklich, wieviel ich doch noch nicht weiß :lol: Kann mit deiner Umfrage nichts anfangen!?!

Wir haben ADHS mal als Thema in irgendeiner Vorlesung gehabt, aber da ging es auch eher um die Häufigkeit und die Medikation. Hatte nie wirklich Zeit mich einzulesen, was ich bedauere und sicher noch nachhole. Hast du das ausführlicher in der Uni gehabt??

Kenne ADHS aber auch aus der Praxis. Einmal aus der Sonderschule. Da gab es ca. 4 Kinder im Alter von 9 Jahren, die eine Diagnose ADHS hatten und mit Ritalin behandelt wurden. Zu der Zeit (war im 1. Semester) habe ich noch gedacht wie Befana. Ich fand es schrecklich, das diese Kinder Ritalin bekamen. Habe auch den Sinn nicht verstanden. Die Kinder sind einfach aktiver, dachte ich! Und das ist ja prinzipiell nur ein Problem der Gesellschaft, dass sie damit nicht umgehen können. Interessant in diesem Praktikum war, dass das Ritalin nur ca. die ersten 4 Std. wirkte, danach hat man deutlich gemerkt, dass die Kinder unruhiger und auch lauter wurden. Ansonsten ist mir nichts aufgefallen.
Bestätigt in meiner Annahme wurde ich von einem Psychosomatik Prof. Dieser erzählte, dass er ein ADHS Kind habe und das nicht schlimm findet. Er müsse den kleinen ständig beschäftigen und hätte nie seine Ruhe, aber er möchte seinen Sohn nicht bremsen und findet es nicht störend.

Dann kam jedoch die Wende! Habe vor einem Jahr Praktikum in einer KJP gemacht und einen Jungen kennen gelernt, der sehr unter seinem ADHS gelitten hat. Dieser Junge 9 Jahre alt, hatte einen getesteten IQ von 140 (ok in diesem Alter nicht aussagekräftig, aber wer hat das schon mit 9). Zum ersten mal gesehen hatte ich ihn, als er noch Medikamente bekam. Er war aufgeweckt und interessiert. In der Klinik wurde ein Auslassversuch unternommen, sprich er bekam keine Medis mehr. Die Entwicklung war erschreckend. Nach 4 Wochen hat der Junge nichts mehr hinbekommen. Er war aktiv und noch immer aufgeweckt konnte sich aber nicht mehr konzentrieren. Leichte Matheaufgaben, welche er vorher innerhalb von Sekunden richtig beantworten konnte, waren ihm eine schwere Last, zumeist war die Antwort falsch. Alle Anforderungen waren ihm zuviel, keine Aufgabe konnte er ohne Unterbrechung abschließen.
Hinzu kam eine Gefahrenblindheit, vor dem Absetzen der Medis, konnte man ihn ohne Bedenken in die Stadt etc. laufen lassen, danach musste man aufpassen, da er im Eifer des Gefechts vergaß den Verkehr zu beobachten.

Heute denke ich, dass es bei schweren Beeinträchtigungen und Einschränkungen des Kindes schon nötig ist, dass auch Medikamente eingesetzt werden.
Ansonsten finde ich ADHS Kinder uneingeschränkt süß und freue mich über ihre Aktivität und Kreativität.
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Beitragvon Claudia am Mittwoch 11. Juli 2007, 11:03

andyhandy hat geschrieben:Ich hab mich getraut und des erste angeglickt weil wir des so glaube ich glernt haben

Danke für deine Beantwortung.

Ja, das habe ich in der Fachakademie auch gelernt..


@Ne55i
Danke für deine offenen Worte bezüglich der Medikamente.
Genau die gleichen Erfahrungen habe ich auch gemacht!


@Bianca
Danke für deine Beantwortung!
Das finde ich wirklich spannend und erschreckend zugleich. :wink:


Sollte ich in die Situation kommen, solch ein Kind in der Gruppe zu haben, müsste ich schleunigst eine Fortbildung dazu besuchen und mit anderen öffentlichen Stellen Kontakt aufnehmen.

Woher weißt du denn "mit Sicherheit" so ein Kind nicht in der Gruppe zu haben? :lol: :wink: Es gibt ja auch ADS (also ohne Hyperaktivität (die sog. "Träumer"), die gehen grundsätzlich (leider) noch leichter in der Menge unter. Mit anderen Worte, da muss man schon sehr genau hinsehen und Wissen über AD(H)S haben, um es einschätzen zu können...
Eigentlich wollte ich auf die Intervention raus, nun holst du noch viele andere Vorurteile/falsche Infos raus. Danke! Ich finde das gut, so kann man darüber auch gleich reden. 8)

befana hat geschrieben:Bei mir hat es nichts mit trauen zu tun, sondern eher damit, dass ich uninformiert bin.

Bist du mit Sicherheit nicht die Einzige!

befana hat geschrieben:Meine Infos beziehen sich auf allgemeines Wissen, welches ich hier und da mal gelesen habe.

Okay. :) Woher das Wissen stammt finde ich auch immer recht interessant und wichtig.

befana hat geschrieben:Dazu gehört
* dass es sehr viele Kinder gibt, die unnötigerweise mit Medikamenten vollgepumpt werden

Der Meinung war ich auch immer. Mittlerweile bin ich mir nicht mehr ganz so sicher.. Siehe Beitrag von Ne55i. Aber es wird wohl schon schneller als früher! Im Übrigen ist Ritalin ein "Aufputschmittel"!

befana hat geschrieben:* mein (Vor-) Urteil, dass vieles in der Erziehung begründet liegt

AD(H)S kann nicht anerzogen werden, aber die Syntome können durch (falsche) päd. Handlungen natürlich begünstigt/entgegengewirkt werden.

befana hat geschrieben:* dass es auch mit der Ernährung zu tun hat

Ist wissenschaftlich überhaupt nicht begründet..

* dass es ADHS auch früher gab, aber durch die Lebenssituation (Viel draussen, weniger Fernsehen, Kinder wurden im privaten Umfeld betreut und dadurch weniger in der Öffentlichkeit etc,)

Auch das ist wissenschaftlich nicht haltbar!! Kinder, welche TV schauen bekommen dadurch kein ADHS.


Danke! Und ich hoffe es beteiligen sich noch viel mehr Leute hier. :D
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Beitragvon befana am Mittwoch 11. Juli 2007, 11:39

Oh je, da habe ich aber vieles zu beantworten.
Woher weißt du denn "mit Sicherheit" so ein Kind nicht in der Gruppe zu haben? : :lol: :wink: Es gibt ja auch ADS (also ohne Hyperaktivität (die sog. "Träumer"), die gehen grundsätzlich (leider) noch leichter in der Menge unter.

:P :P Du kannst uns vertrauen, bei unserem Beobachtungssystem haben wir auch die sog. Träumer im Blick.
Was ich damit meinte, meine Infos, wie wir damit umgehen, würde ich mir holen, wenn es belegt ist.
Und um dahin zu kommen, finden natürlich Elterngespräche und Weiterverweisung an die betreffenden Stellen statt.
Der Meinung war ich auch immer. Mittlerweile bin ich mir nicht mehr ganz so sicher.. Siehe Beitrag von Ne55i. Aber es wird wohl schon schneller als früher! Im Übrigen ist Ritalin ein "Aufputschmittel"!

Nach dem Vortrag des einen Arztes war ich mir auch nicht mehr ganz sicher, ob ich dagegen bin.
Allerdings hat auch er bestätigt, dass Ritalin häufig zu voreilig gegeben wird.
AD(H)S kann nicht anerzogen werden, aber die Syntome können durch (falsche) päd. Handlungen natürlich begünstigt/entgegengewirkt werden.

Richtig, aber in vielen Fällen wird bei falscher Diagnose AD(H)S diagnostiziert, obwohl mit einer entsprechenden Beratung/Verhaltenstherapie auch geholfen werden würde.
Meine letzte Information ist, dass es nicht immer eindeutig nachgewiesen werden kann, da es sehr viele Grenzfälle gibt.
Ist wissenschaftlich überhaupt nicht begründet..

In Amerika wurde es eine Zeitlang über eine spezielle Diät (keine Konservierungsstoffe, keine Farbstoff etc.) mit Erfolg behandelt.
Bei späteren Vergleichsstudien wurde dies widerlegt, und es wurde vermutet, dass die besondere Aufmerksamkeit durch die spezielle Ernährung die Symptome reduziert hat.
Das würde auch mein Vorurteil mit der falschen Erziehung bestätigen.
Auch das ist wissenschaftlich nicht haltbar!! Kinder, welche TV schauen bekommen dadurch kein ADHS.

Bei diesen Aussagen gehe ich davon aus, dass AD(H)S oft diagnostiziert wird, obwohl andere Ursachen für das Verhalten vorliegen.
Zu viel TV führt zu Bewegungsarmut, welche irgendwie wieder ausgeglichen werden muss.
Abgesehen von unverarbeiteten Reizen, und den sozialen Bedingungen die häufig vorliegen, wenn Kinder zu viel fernsehen und dadurch Verhaltensauffälligkeiten forcieren.
Bei einer Veranlagung zu epileptischen Anfällen ist TV auch für die Anfälle mit verantwortlich, warum nicht auch bei AD(H)S?
Ich weiss, es ist wissenschaftlich nicht haltbar, aber soweit ich mich erinnere ist auch das Gegenteil nicht nachgewiesen.
Und wenn Kinder AD(H)S haben, könnte es doch durchaus sein, dass es durch diese Umstände erst recht auffällt.
Und das, denke ich, ist der Grund dafür, dass es heute mehr Fälle gibt, als früher.
Oder bin ich grade durch mangelnde Info auf dem Holzweg?
Lieben Gruss
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Beitragvon Claudia am Mittwoch 11. Juli 2007, 12:00

befana hat geschrieben:
Woher weißt du denn "mit Sicherheit" so ein Kind nicht in der Gruppe zu haben? : :lol: :wink: Es gibt ja auch ADS (also ohne Hyperaktivität (die sog. "Träumer"), die gehen grundsätzlich (leider) noch leichter in der Menge unter.

:P :P Du kannst uns vertrauen, bei unserem Beobachtungssystem haben wir auch die sog. Träumer im Blick.
Was ich damit meinte, meine Infos, wie wir damit umgehen, würde ich mir holen, wenn es belegt ist.
Und um dahin zu kommen, finden natürlich Elterngespräche und Weiterverweisung an die betreffenden Stellen statt.

Super! :D

befana hat geschrieben:
Claudia hat geschrieben:AD(H)S kann nicht anerzogen werden, aber die Syntome können durch (falsche) päd. Handlungen natürlich begünstigt/entgegengewirkt werden.

Richtig, aber in vielen Fällen wird bei falscher Diagnose AD(H)S diagnostiziert, obwohl mit einer entsprechenden Beratung/Verhaltenstherapie auch geholfen werden würde.

Ja, klar. Von der Richtigkeit der Diagnose ging ich natürlich aus!

befana hat geschrieben:Meine letzte Information ist, dass es nicht immer eindeutig nachgewiesen werden kann, da es sehr viele Grenzfälle gibt.

Es kann und darf nur ein erfahrener Psychologe tun. Genzfälle und "leichtere Formen von AD(H)S" wird es natürlich auch immer geben, klar.

befana hat geschrieben:In Amerika wurde es eine Zeitlang über eine spezielle Diät (keine Konservierungsstoffe, keine Farbstoff etc.) mit Erfolg behandelt.
Bei späteren Vergleichsstudien wurde dies widerlegt, und es wurde vermutet, dass die besondere Aufmerksamkeit durch die spezielle Ernährung die Symptome reduziert hat.

Das würde auch mein Vorurteil mit der falschen Erziehung bestätigen.

Ja, klar. Zum Thema Erziehung hatte ich dir oben ja auch etwas geschrieben.
Aber genau das war meine Frage zu Beginn. Wie gehe ich mit AD(H)S-Kindern um? Z.B., mehr oder weniger Reize?

befana hat geschrieben:Bei diesen Aussagen gehe ich davon aus, dass AD(H)S oft diagnostiziert wird, obwohl andere Ursachen für das Verhalten vorliegen.

Nun ja, dann gilt ja auch wieder etwas anderes. Hier ging es aber ja gerade um "richtiges AD(H)S", und dies wird eben nicht durch den TV ausgelöst!

befana hat geschrieben:Zu viel TV führt zu Bewegungsarmut, welche irgendwie wieder ausgeglichen werden muss. Abgesehen von unverarbeiteten Reizen, und den sozialen Bedingungen die häufig vorliegen, wenn Kinder zu viel fernsehen und dadurch Verhaltensauffälligkeiten forcieren.

Genau. :)

befana hat geschrieben:Bei einer Veranlagung zu epileptischen Anfällen ist TV auch für die Anfälle mit verantwortlich, warum nicht auch bei AD(H)S?

Weil, soweit ich weiß, bei Epilepie einfach andere Bereiche im Gehirn "angesprochen werden".. Damit kenn ich mich aber viel zu wenig aus! Trotzdem ist das eine ja nicht auf das andere so einfach übertragbar..

befana hat geschrieben:Ich weiss, es ist wissenschaftlich nicht haltbar, aber soweit ich mich erinnere ist auch das Gegenteil nicht nachgewiesen.

Da ich damit meine eigene Frage vom Anfang selbst beantworten würde, schreibe ich dazu erst später etwas. Ich hoffe das ist okay. :wink:

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Beitragvon befana am Mittwoch 11. Juli 2007, 12:27

Es gibt nicht mehr Fälle als früher, sondern heute fallen solche Kinder häufiger auf, und es werden mehr Kinder zum Psychologen geschickt..

Dem stimme ich völlig zu.
Das hatte ich auch in meiner ersten Antwort geschrieben, allerdings habe ich den Satz nicht vollendet. :oops:
Nun ja, dann gilt ja auch wieder etwas anderes. Hier ging es aber ja gerade um "richtiges AD(H)S", und dies wird eben nicht durch den TV ausgelöst!

Natürlich nicht, aber es verstärkt das Erscheinungsbild.
Übrigens entsteht Epilepsie auch nicht durch's Fernshen, sondern verursacht u.U. Anfälle, wenn die Veranlagung dazu da ist.
Schade, dass du mit deinem Wissen noch hinter dem Berg hälst.
Dabei fällt mir auf, dass ich deine Frage nicht beantwortet habe, auch wenn sie zwischen den Zeilen eigentlich beantwortet ist.
Aber ich denke, man kann sie auch so eindeutig nicht beantworten, zumal mir unklar ist, was du mit Reizen meinst?
Es kommt meiner Meinung nach auf die Reize an.
Ist das Toben im Wald, viel Bewegung auch ein Reiz für dich?
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Beitragvon Claudia am Mittwoch 11. Juli 2007, 12:37

:x Jetzt hatte ich geantwortet, dann war der Text weg. Also nochmal...

befana hat geschrieben:
Nun ja, dann gilt ja auch wieder etwas anderes. Hier ging es aber ja gerade um "richtiges AD(H)S", und dies wird eben nicht durch den TV ausgelöst!

Natürlich nicht, aber es verstärkt das Erscheinungsbild.

Nein, nicht automatisch!

befana hat geschrieben:Übrigens entsteht Epilepsie auch nicht durch's Fernshen, sondern verursacht u.U. Anfälle, wenn die Veranlagung dazu da ist.

Das weiß ich. Trotzdem danke, dass du es noch einmal geschrieben hast. Ist ja auch wichtig zu wissen. :)

befana hat geschrieben:Aber ich denke, man kann sie auch so eindeutig nicht beantworten,

Doch, eigentlich ist es ganz "eindeutig" und klar.
:wink:

Es kommt meiner Meinung nach auf die Reize an.
Ist das Toben im Wald, viel Bewegung auch ein Reiz für dich?

Alle (Umwelt-) Reize! Töne, Farben, Bewegung, ...
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