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Kitaessen - Allergiekinder

Beitragvon befana am Donnerstag 12. Juli 2007, 18:27

Seit heute ist unsere Kita für drei Wochen geschlossen.
Die Kinder, deren Eltern arbeiten müssen sind in der Ferienbetreuung.
Unter anderem ist dort auch T., der unter einer Milch- und Nussallergie leidet.
Nicht nur, dass seine Lebensmittel keine Milchprodukte enthalten dürfen, er leidet auch unter einer Kontaktallergie.
So kann es passieren, dass er grosse Quaddeln bekommt. wenn er mit Milchrückständen in Berührung kommt, weil jemand auf dem Tisch gekleckert hat.
In unserer Einrichtung wird extra für ihn gekocht.

In der Ferienkita gab es kein Mittagessen für ihn, weil unsere Leiterin vergessen hatte Bescheid zu sagen.
Als wir die Köchin informierten, reagierte sie sehr gereizt und meinte: "Bei uns bringen die Allergiekinder ihr Essen immer selbst mit."
Sie hätte genug zu tun und würde nicht extra für ihn kochen.

Lange Rede, kurzer Sinn:
Wie haltet ihr es mit Allergiekindern?
Wie sieht euer Speiseplan aus, habt ihr bestimmte Ernährungskonzepte?
Gibt es bei euch überhaupt Essen für alle Kinder, oder werden sie vor dem Essen abgeholt?
Wie sieht euer Frühstück aus?
Bringt jeder selbst etwas mit, oder gibt es ein Gruppenfrühstück?
(Alle Fragen nicht nur auf Allergiekinder bezogen)
Lieben Gruss
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Beitragvon nina am Donnerstag 12. Juli 2007, 19:35

Hallo befana
Gibt es bei euch überhaupt Essen für alle Kinder?
Wir haben noch kein Mittagessenangebot in der Einrichtung.
Wie haltet ihr es mit Allergiekindern?
Wir fragen im Erstgespräch nach den Allergien der Kinder und infomieren danach unsere Kolleginnen. Außerdem hängt eine Liste mit Namen der Kinder und deren Allergieauslösenden Nahrungsmittel im Essenraum.
Wichtig für die Gruppenübergreifenden Geburtstagsfeiern.
Wie sieht euer Frühstück aus?
Bringt jeder selbst etwas mit, oder gibt es ein Gruppenfrühstück?
Jedes Kind bringt sein eigenes Frühstück mit.

Ich hatte bisher nur ein Mädchen das eine Lactose unverträglichkeit hatte,
sie bekam bei Geburtstagsfeiern immer ihren eigenen Kuchen von der Mutter eingepackt. Bei dem Mädchen war es zum Glück nicht so schlimm wenn sie doch etwas mit Milch gegessen hat bekam sie nur Bauchschmerzen.
Schlimmer ist es immer wenn ein Kind eine starke Allergische Reaktion hat z.B. Atemprobleme.
Ich bekomme jetzt einen Jungen der die Luft anhält wenn er z.B. etwas nicht bekommt. Er macht es nicht bewußt. Ich bin gespannt ob es im Kindergarten passiert, sein großer Bruder hat es auch und es ist bisher noch nicht vorgekommen das er die Luft angehalten hat.

Wie kann es jetzt mit dem Mittagessen für dein Urlaubskind gelößt werden?
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Beitragvon Rubina am Freitag 13. Juli 2007, 07:31

das Thema betrifft ja nicht nur Allergiker - auch vegan lebende Kinder oder vegetarisch lebende bzw. muslimische Kinder stellen für viele Institutionen ein großes Problem dar.... Bin mal gespannt, was hier noch für Antworten kommen....

Meine Tochter lebt, wie ich auch, vegetarisch. Leider ist meine Erfahrung, dass darauf keine wirkliche Rücksicht genommen wird in der Kindergruppe. Da kommt es schon mal vor, dass sie bei einem anderen Kind von der Wurst beißt.... Ich find s unmöglich und wenn ich mir vorstelle, mein Kind hätte eine Allergie und würde auf diesen einen Bissen ganz stark reagieren (in vielen Wurstsorten ist ja Lactose drin) - furchtbar!
Liebe Grüße, Rubina
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Beitragvon nina am Freitag 13. Juli 2007, 10:22

Hallo Rubina
das Thema betrifft ja nicht nur Allergiker - auch vegan lebende Kinder oder vegetarisch lebende bzw. muslimische Kinder stellen für viele Institutionen ein großes Problem dar....
Bisher hatte ich in meiner Einrichtung kein Kind das Vegetarisch oder auch Vegan ernährt wird.
Auf der Liste im Frühstückszimmer mit den Allergie Kindern stehen auch die Kinder die kein Schweinefleisch essen dürfen. Bei Geburtstagsfeiern achten wir darauf das die Kinder nur das Essen was sie auch dürfen.
Möchten die Eltern Würstchen mitbringen bitten wir das es keine Schweinewürstchen sind.

Wir haben mit dem Essen noch wenig Probleme da wir kein Mittagessen anbieten und das Frühstück von den Eltern mitgegeben wird.
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Beitragvon befana am Freitag 13. Juli 2007, 21:42

Wir haben etliche Allergiekinder in der Einrichtung.
Für diese Kinder wird extra gekocht, sieht zwar nicht immer lecker aus, weil die meiste Mühe für das Allgemeinessen draufgeht, aber immerhin.
Bis letzten Sommer hatten wir auch ein Kind, welches vegetarisch ernährt wurde.
Dieses Kind hat sehr gelitten, weil er gerne das gleiche Essen wie die anderen Kinder haben wollte.
Leider konnte ich die Mutter nicht sehr ernst nehmen, da sie mal erzählte, er reagiert allergisch auf z.B. Eier, ihm dann aber bei Krankheit der Köchin vegetarische Bouletten mitgab, die sie mit Ei zubereitet hatte.
Eine Woche später kam sie und meinte, er dürfte keine Lebensmittel mit Milch bekommen, da er sie nicht verträgt, widerrief dies aber ein paar Tage später und meinte, sie sei Veganerin und ihr Sohn dürfte diese Lebensmittel auch nicht mehr essen.
Ihrem Sohn erzählte sie, dass er von all diesen Lebensmitteln Ausschlag bekommt.
Folge war, dass er sich heimlich bediente, worüber auch sie sehr verärgert war, wenn sie es erfuhr.
In diesem Fall war ich sehr unsicher, zumal er schon Anzeichen von Mangelerscheinungen hatte, da sie die Ernährung nicht darauf ausrichtete, sondern nur alle Produkte wegliess, die Veganer nicht essen.
Bei unserem Milchallergiekind gab es bisher keine Probleme, da er von Anfang an sehr gut informiert war, und jedesmal abwartete, bis wir unser ok gaben, ob er bestimmte Dinge essen darf.
Bei uns bringt kein Kind sein eigenes Frühstück mit, sondern die Eltern organisieren im wöchentlichen Wechsel das Frühstück für alle Kinder.
Zum Frühstück gibt es generell keine Wurst.
Und alle Eltern sind angehalten, beim Einkauf auch dieses Kind mit zu berücksichtigen.
Manche bringen sogar zu den Geburtstagsfeiern extra für ihn milch - und nussfreie Süssigkeiten mit.

@Rubina
Nur zur Info, warum bist du Vegetarierin und wie gleichst du die Ernährung bei dir und deiner Tochter aus?
Wie erklärst du ihr, dass sie kein Fleisch essen darf?
Lieben Gruss
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Beitragvon Rubina am Samstag 14. Juli 2007, 13:02

Schon seit ich 12 bin bin ich aus ethischen Gründen Vegetarierin. Zwischendurch hab ich auch einige Jahre vegan gelebt (sogar während der Schwangerschaft und Stillzeit und ich hatte übrigens in der Zeit keine Eisenprobleme - zum Erstaunen der betreuuenden Ärzte). Vegan zu leben mit Kind ist aber fast unmöglich (z.B. ist hier ja die B12 - Versorgung problematisch und Tabletten wollte ich ihr ja auch nicht von Kleinkind an geben), so dass ich dann, als meine Tochter mitaß, umgestellt hab auf wieder vegetarisch.
Zuhause isst unsere ganze Familie vegetarisch, so dass es hier kein Problem ist. Problematisch ist es halt auswärts....

Meine Tochter kennt es nicht anders. Allerdings ist es halt schwierig ihr zu vermitteln, dass die Würste, die sie von uns bekommt ok sind, weil da kein totes Tier drin ist, aber die Würste der anderen Kinder totes Tier enthalten - obwohl optisch kein großer Unterschied ist. Sie hat bereits durchaus verstanden, dass es schöner ist, wenn die Tiere leben, als wenn sie gegessen werden. Aber es ist für sie schwierig, eine lecker riechende Wurst als totes Tier zu erkennen....

Wir ernähren uns vollwertig, mit viel Nüssen, Samen, Vollkornprodukten und Hülsenfrüchten. So gehört z.B. auch die eisenreiche Hirse zum wöchentlichen Speiseplan. Ich habe mich im Vorfeld auch sehr gut zum Thema vegetarische Ernährung von Babys/ Kleinkindern auseinandergesetzt und da ich sogar vegan lebend in der SS / Stillzeit keine Probleme hatte (aller Unkenrufe zum Trotz a la : "Das Baby einer vegan lebenden Frau wird untergewichtig und zu klein zur Welt kommen da die Frau mangelernährt ist" kam meine Tochter mit 57cm, 4300g zur Welt), seh ich in der vegetarischen Ernährung kein Problem, vorausgesetzt, man achtet auf Eisen und Zink.
Liebe Grüße, Rubina
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Beitragvon Andrea am Samstag 14. Juli 2007, 13:08

Rubina hat geschrieben:Schon seit ich 12 bin bin ich aus ethischen Gründen Vegetarierin. Zwischendurch hab ich auch einige Jahre vegan gelebt


Hallo Rubina,

sehr interessant. Das man aus ethischen Gründen Vegetarisch lebt kann ich sehr gut verstehen (obwohl ich selber Fleisch essen).
Aber die genauen Aspekte der veganen Ernährung habe ich nie ganz verstanden (das wäre doch dann die Ernährung ohne Tierprodukte- Ei, Milch,Käse, Honig, ... - oder bin ich nun ganz falsch :oops: ). Magst du erklären, was dich persönlich dazu bewogen hat oder ist dir dies zu persönlich?
Liebe Grüße
Andrea :elefant:
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    wenn ich muss.
    Denn merke:
    die können sollen,
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Beitragvon befana am Samstag 14. Juli 2007, 13:32

Danke für deine Erklärung Rubina,
ich selber habe mich ca. 5 Jahre lang vegetarisch ernährt, allerdings nicht so ausgewogen, wie du es beschreibst.
Grund dafür war eine Dokumentation über Tiertransporte, nach der ich kein Fleisch mehr essen konnte.
In dieser Zeit haben mir viele Gewürze, mit denen z.B. die Wurst hergestellt wird gefehlt.
Da ist mir erstmalig bewusst aufgefallen, wie viele Zusatzstoffe in den Lebensmitteln enthalten sind (nicht nur in Fleisch/Wurst).
Es war mir z.B. auch nie bewusst, dass sogar in den meisten Gummibärchen Tierprodukte verarbeitet werden.
Aber wenn ich genauer darüber nachdenke, ist es logisch.
Lieben Gruss
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Beitragvon Rubina am Samstag 14. Juli 2007, 17:10

@befana: naja, es gibt auch leckere Gummibärchen ohne Gelatine... wie gesagt, das macht es ja auch so schwierig, meiner Tochter zu erklären, welche Gummibären ok sind, und welche nicht - äußerlich erkennt man den Unterschied ja nicht.

@Andrea: das ist ne längere Geschichte. Soll ich dazu nen extra Thread aufmachen? Es sprengt etwas den Rahmen des eigentlichen Threads hier.... :lol:
Liebe Grüße, Rubina
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